Michael Schumachers Medienanwalt: Öffentlichkeit hat kein Recht auf Information

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Schwerer Unfall des Rekordweltmeister jährt sich am 29. Dezember zum zweiten Mal.
Schwerer Unfall des Rekordweltmeister jährt sich am 29. Dezember zum zweiten Mal. - © DPA, AP
Zwei Jahre sind seit dem schweren Ski-Unfall von Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher vergangen. Über den Zustand des 46-jährigen Deutschen, der am 29. Dezember 2013 ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitt, bleibt die Öffentlichkeit im Dunkeln. Und sie hat aus Sicht von Schumachers Medienanwalt Felix Damm auch kein Recht darauf.

“Der Unfall selbst war natürlich ein zeitgeschichtliches Ereignis, darüber durfte berichtet werden”, betonte Damm in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. “Aber in dem Moment, wo die Phase der Genesung beginnt und die Öffentlichkeit auch räumlich schon ausgeschlossen wird – es spielte sich ja im Krankenhaus oder jetzt in den eigenen vier Wänden ab – da besteht kein Anspruch mehr”, sagte Damm.

Kehm: Schumacher kann nicht wieder gehen

Erst in der Vorwoche sah sich Schumachers Managerin Sabine Kehm gezwungen, eine Meldung zu dementieren, wonach Schumacher wieder gehen könne. “Leider werden wir durch einen aktuellen Pressebericht zu der Klarstellung gezwungen, dass die Behauptung, Michael könne wieder gehen, nicht den Tatsachen entspricht”, sagte sie am 22. Dezember der “Bild”-Zeitung.

Ende der Karriere – Anspruch auf Privatsphäre

Verständnis für das Interesse an Schumacher hat Damm dennoch. “Ich kann verstehen, dass es Leute gibt, die sich dafür interessieren, die ein ernsthaftes Interesse daran haben zu wissen, wie es ihm geht”, sagte er in einer Dokumentation des Bayrischen Rundfunks über Schumacher. “Auf der anderen Seite muss man aber auch verstehen und sehen, dass er nachdem er jetzt also nicht mehr Rennen fährt, einen Anspruch darauf hat, in seiner Privatsphäre zu leben.”

Zudem betonte Damm im dpa-Gespräch, dass es “eben leider nicht die Möglichkeit” gebe, “durch eine wie auch immer geartete Erklärung mal einen Schlussstrich zu ziehen”.

Skiunfall am 29. Dezember 2013

Schumacher war am 29. Dezember 2013 im Skigebiet oberhalb von Meribel in Frankreich gestürzt. Er erlitt dabei trotz seines Helmes ein schweres Schädel-Hirn-Trauma. Seit dem Unfall gibt es keine Details zu seinem Zustand. Er befindet sich nach einem mehrmonatigen Koma seit September 2014 zuhause zur weiteren Rehabilitation in seiner Schweizer Wahlheimat.

Chronologie der Ereignisse

Eine Chronologie der Ereignisse rund um den schweren Ski-Unfall Michael Schumachers:

29.12.2013: Schumacher fährt um die Mittagszeit oberhalb von Meribel 4,5 Meter neben einer markierten Piste über einen Felsen, verliert die Kontrolle und prallt mit dem Kopf auf einen weiteren, 10,4 Meter von dem ersten entfernten Felsen. Bergretter versorgen Schumacher. Er ist ansprechbar, aber verwirrt. Sein Helm ist bei dem Aufschlag zerbrochen. Der Rettungshubschrauber bringt Schumacher ins Krankenhaus nach Moutiers, danach wird er ins Universitätskrankenhaus von Grenoble gebracht. Schumacher wird sofort notoperiert. Er hat ein Kopftrauma mit Koma. Am Abend berichten französische Medien, dass der Deutsche in Lebensgefahr schwebe.

30.12.2013: Schumachers Zustand ist “außerordentlich ernst”. Schwere Verletzungen im Gehirn. “Wir sind beunruhigt über seinen Zustand”, betont ein Mediziner. Keine Prognose zu Überlebenschancen. Die Ärzte operieren Schumacher ein zweites Mal, um den Druck weiter zu verringern.

7.1.2014: Schumachers Frau Corinna fordert die Medien auf, Ärzte und Familie in Ruhe zu lassen und das Krankenhaus zu verlassen.

8.1.2014: Die Ermittler erklären bei einer Pressekonferenz in Albertville, dass Schumacher nicht mit erhöhter Geschwindigkeit gefahren ist. Die Untersuchungen sind aber noch nicht abgeschlossen. Auch die Aufnahmen von Schumachers Helmkamera werden weiter ausgewertet.

17.1.2014: Schumachers Zustand wird als stabil angesehen. Jegliche Information über seinen Gesundheitszustand, die nicht von seinem behandelnden Ärzteteam oder seinem Management stammt, müsse als reine Spekulation betrachtet werden, betont Kehm.

30.1.2014: Managerin Kehm bestätigt, dass die Aufwachphase eingeleitet wurde.

17.2.2014: Die Staatsanwaltschaft teilt nach Abschluss der Ermittlungen mit, dass es keine Hinweise auf ein Fremdverschulden gibt und kein strafbares Verhalten vorliegt.

3.4.2014: Kehm spricht von Anzeichen, die “uns Mut machen” und dementiert Berichte über ein Wachkoma.

16.6.2014: Schumachers Managerin gibt bekannt, dass Schumacher das Spital in Grenoble verlassen hat und nicht mehr im Koma liegt. Wenig später wird bekannt, dass er nach Lausanne verlegt wurde.

9.9.2014: Die Rehabilitation von Schumacher werde ab sofort zu Hause fortgesetzt, vermeldete Kehm. Schumacher habe “in den vergangenen Wochen und Monaten der Schwere seiner Verletzung entsprechend Fortschritte gemacht, aber es liegt weiterhin ein langer und harter Weg vor ihm”. Seither wird Schumacher in seinem Haus in Gland am Genfer See behandelt.

(APA)

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