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Kerns Super-GAU

2006 soll Silberstein maßgeblich an Alfred Gusenbauers Weg zum Kanzleramt mitgebaut haben.
2006 soll Silberstein maßgeblich an Alfred Gusenbauers Weg zum Kanzleramt mitgebaut haben. ©APA, AFP
Die Causa Silberstein hat die Österreicher viel mehr beschäftigt, als es der Kanzler und SPÖ-Vorsitzende ohnehin schon befürchten musste. Das zeigt eine Google Trends-Auswertung.

Spät, aber doch hat die SPÖ von Bundeskanzler Christian Kern Anfang August zu einer Wahlkampflinie gefunden: Klassenkämpferische Töne („Holen Sie sich, was Ihnen zusteht“) sollten Platz eins gegen die neue Volkspartei von Außen- und Integrationsminister Sebastian Kurz retten. Auch die eigenen Umfragen, die das Meinungsforschungsinstitut IFES veröffentlichte, hatten einen Rückstand ausgewiesen.

Die Causa Silberstein

Doch für Kern und Genossen sollte es noch viel schlimmer kommen: Diesen Montag schoss die Nachricht durch die Netze, dass ein gewisser Tal Silberstein in Israel festgenommen wurde. Begründung: Ihm und dem Geschäftsmann Beny Steinmetz werde vorgeworfen, Schmiergeld bereitgehalten zu haben, um eine Lizenz zum Schürfen von Eisen in Guinea zu erhalten.

Den Sozialdemokraten konnte das nicht egal sein. Im Gegenteil. Silberstein ist nicht irgendwer. In Österreich ist er eigentlich nur aufgrund einer Tatsache bekannt: Seit Monaten zählt er zu den wichtigsten Beratern von Christian Kern. Der 47-Jährige kann Stimmungslagen ergründen und politische Kampagnen darauf aufsetzen, wie kaum ein anderer. 2006 soll er dazu beigetragen haben, dass Alfred Gusenbauer (SPÖ) völlig überraschend das Kanzleramt eroberte und Wolfgang Schüssel (ÖVP) von dort ausziehen musste.

Österreich googelt Silberstein

Doch Silberstein ist auf vielen Feldern tätig. Ein Teil davon ist ihm nun eben zum Verhängnis geworden. Es gilt die Unschuldsvermutung. Doch für Kern ist die Causa schon ein echter Super-GAU geworden. Also quasi mehr als ein „Größter Anzunehmender Unfall“. Das zeigt eine Google Trends-Analyse: Was die Österreicher beschäftigt, danach googeln sie. Und eine Auswertung der Suchanfragen ergibt daher ein Abbild der Interessenslagen.

Das Ergebnis im konkreten Fall: Auf die Nachricht von der Festnahme des Kanzlerberaters haben sich die Menschen gestürzt. Unmittelbar nach der Eilmeldung am Montagmittag erreichten die Suchanfragen nach „Tal Silberstein“ hierzulande den Maximal- und zugleich Referenzwert von 100. Wie viel das ist, wird deutlich, wenn man dem die Anfragen nach Kern gegenüberstellt; sie machen nur einen Bruchteil davon aus: Nicht nur mit seiner „Plan A“-Rede im Jänner ist er nicht annähernd an die nunmehrigen Silberstein-Werte herangekommen. Auch in den vergangenen sieben Tagen hat er das bei Weitem nicht geschafft: Weder mit seiner Videobotschaft am Mittwoch, wonach es ein politischer Fehler gewesen sei, bis zuletzt an Silberstein festzuhalten, noch mit seinem Versuch wenig später, mit einer stärkeren Pensionserhöhung ein neues Thema zu setzen. Damit löste Kern nicht einmal ein Viertel so viele Suchanfragen aus, wie sein bisheriger Berater am Montagmittag (siehe Grafik).

Grafik: dieSubstanz.at
Grafik: dieSubstanz.at ©Grafik: dieSubstanz.at

Immerhin ahnt die SPÖ, dass die Sache schwer auf ihr lastet: Folglich hat sie die Zusammenarbeit mit Silberstein umgehend beendet. Und folglich ließ Kern selbst gestern auch süffisant wissen, dass ihm die Geschichte in den Umfragen wohl eher keinen großen Sprung nach vorne bescheren werde.

(dieSubstanz.at)

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