12. August 2012 12:25; Akt.: 12.08.2012 12:25

Internationale Tops und Flops der Sommerspiele in London

Usain Bolt, der Sprint-Star aus Jamaika, holte wie 2008 in Peking dreimal Gold. Usain Bolt, der Sprint-Star aus Jamaika, holte wie 2008 in Peking dreimal Gold. - © EPA
Die Tops und Flops der XXX. Olympischen Sommerspiele in London aus internationaler Sicht:

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Die Tops

+ Usain Bolt: Jamaikas Fabelsprinter ist in London endgültig zur Sportlegende geworden. Der 25-Jährige wiederholte in souveräner Manier sein Sprint-Double über 100 m und 200 m, ein Kunststück, das bisher keinem Leichtathleten in der Olympia-Geschichte gelungen war. Dazu verteidigte er auch noch seinen Titel mit der Staffel über 4 x 100 m erfolgreich. Er ist jetzt schon sechsfacher Olympiasieger.

+ Michael Phelps: Der Rekord-Olympionike war mit vier Mal Gold und zwei Mal Silber nach Athen 2004 (sechs Gold und zwei Bronze) und Peking 2008 (acht Gold) zum dritten Mal in Serie erfolgreichster Teilnehmer der Sommerspiele. Mit insgesamt 18 Gold- sowie je zwei Silber- und Bronzemedaillen hat der US-Schwimmer, der seine Karriere in London beendete, wohl eine “ewige” Bestmarke fixiert.

+ Schwimm-Teenager: Die 16-jährige Chinesin Ye Shiwen versetzte die Sportwelt mit ihrem Triumph über 400 m Lagen in Staunen. Nicht nur, weil sie in neuer Weltrekordzeit von 4:28,43 Minuten siegte, sondern auf den letzten 50 Metern Kraul sogar schneller als Männer-Sieger Ryan Lochte (USA) schwamm. Die 17-jährige US-Amerikanerin Missy Franklin war mit vier Mal Gold und ein Mal Bronze die erfolgreichste weibliche Teilnehmerin der Spiele in London. Und auch die erst 15-jährige Litauerin Ruta Meilutyte sorgte mit ihrem Europarekord und Erfolg über 100 m Brust für Schlagzeilen.

+ Chinas Badminton- und Tischtennis-Asse: Erstmals in der Olympia-Geschichte gingen alle fünf Badminton-Goldmedaillen an China. Und im Tischtennis holte das Reich der Mitte – wie schon bei den Heimspielen vor vier Jahren in Peking – überhaupt das Maximum heraus. 2008 waren allerdings noch drei Einzelspieler pro Nation berechtigt, in London nur noch zwei – deshalb gab es diesmal viermal Gold und zwei Mal Silber für die Chinesen.

+ Begeisterung der Briten: Nach einem flauen Start-Wochenende kam die britische Medaillen-Lawine ins Rollen. Mit ihr stieg das Olympia-Fieber der sonst als kühl abgestempelten Bevölkerung kontinuierlich an. Mit sechs Goldmedaillen hatte Großbritannien am 4. August seinen erfolgreichsten Tag. Das goutierten die Landsleute, indem sie den Olympic Park schon Stunden vor Beginn der Bewerbe bevölkerten, um in die einzigartige Olympia-Atmosphäre einzutauchen. Die britischen Sportler haben dem Erwartungsdruck vor heimischen Publikum perfekt standgehalten.

+ Organisation und Sicherheit: 1,2 Milliarden Pfund (1,53 Mrd. Euro) haben die britischen Gastgeber, die perfekt organisierte Spiele veranstalteten, für die Sicherheit von Olympia 2012 ausgegeben. Insgesamt 40.000 Polizisten, Soldaten und andere Sicherheitskräfte machten Olympia 2012 zum bisher größten Einsatz von Sicherheitskräften in Großbritannien in Friedenszeiten. Diese massiven Vorkehrungen waren vor allem durch die Omnipräsenz von Soldaten in London nicht zu übersehen, allerdings in keiner Weise störend oder für die Olympia-Besucher behindernd.

+ London fährt Rad: Das Olympia-Motto “Inspire a Generation” schlägt sich bereits im Verkehr der britischen Hauptstadt nieder. Seit den großen Erfolgen von Bradley Wiggins und Mark Cavendish bei der Tour de France wird in London viel mehr Rad gefahren – auch Rennrad. Die Goldmedaille von Wiggins im Einzelzeitfahren war eines der Olympia-Highlights, Hunderttausende Fans feierten den neuen Radsport-König.

Die Flops

- Badminton-Betrüger: Acht Doppel-Spielerinnen aus China, Südkorea und Indonesien haben für DEN Olympia-Skandal in London gesorgt. Die vier asiatischen Paarungen hatten versucht, sich durch absichtliche Niederlagen in ihren letzten Gruppenspielen zunächst leichtere Gegner in der K.o.-Phase zu verschaffen. Wegen dieses unsportlichen Verhaltens wurden sie allesamt von den Spielen ausgeschlossen. Der Weltverband (BWF) kündigte an, noch dieses Jahr über den künftigen Olympia-Modus zu entscheiden. Eine Abschaffung der Gruppenspiele wird erwartet.

- Leere Plätze in den Stadien: Das größte Ärgernis für viele Briten, die keine Tickets mehr für “ihre” Olympischen Spiele erhalten hatten, waren die zahlreichen leeren Sitzplätze, die im Fernsehen zu sehen waren. Das war trotz ausverkaufter Arenen den vielen Sponsorenkarten geschuldet, die nicht immer in Anspruch genommen wurden. Das Olympia-Organisationskomitee handelte erst nach einer öffentlichen Welle der Empörung.

- Schwimmer aus Deutschland und Italien: Noch bei der Debrecen-EM Ende Mai waren die Schwimmer aus Deutschland und Italien im Medaillenspiegel hinter dem Gastgeberland Ungarn auf den Rängen zwei und drei gelandet, bei den Spielen kam aber der tiefe Fall. Beide Teams blieben in den 32 Becken-Bewerben ohne Podestplatz. Den Deutschen war das 80 Jahre lang nicht passiert.

- Schwimm-Qualifikationsrichtlinien: Die für die London-Spiele vom internationalen Schwimmverband (FINA) neu geregelten Limitbestimmungen haben sich nicht bewährt. Die nach den fix qualifizierten Athleten nachgerückten Aktiven haben teilweise viel zu spät von ihrer Nominierung erfahren, einige waren davor sogar schon in die Sommerpause gegangen und mussten ihre Form noch einmal aufbauen. Ob es für Rio 2016 eine Änderung gibt, ist noch unklar.

- Computer korrigiert Kampfrichter: Ein Computer hat beim Hammerwurf der Damen selbstständig die Weitenmesser korrigiert. Die Anlage war so programmiert, dass sie bei zwei exakt gleichen Messergebnissen hintereinander automatisch einen Fehler der Kampfrichter annimmt. Das passierte, als die Deutsche Betty Heidler genauso 77,13 Meter warf wie die vor ihr werfende Tatjana Lysenko. Erst nach einiger Verwirrung wurde der Computer korrigiert und Heidler die Bronzemedaille zugesprochen.

(APA)



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