14. September 2011 15:34; Akt.: 14.09.2011 15:49

IAA 2011: Euphorische Autobauer

IAA 2011: Die Schöne und das "Blech" IAA 2011: Die Schöne und das "Blech" - © DAPD
Klotzen statt kleckern: Die Autoindustrie präsentiert sich auf der IAA als Erfolgsbranche.

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In den Hallen auf dem Frankfurter Messegelände herrscht Goldgräberstimmung. Strahlende Autobosse präsentieren schicke Wagen und glänzende Zahlen - und schwärmen von ihren Innovationen. Zwar hängen Schuldenkrise und Wirtschaftsflaute wie ein Damoklesschwert über der Autoindustrie, aber noch ist das Schwert nicht gefallen. Wird es auch nicht, gibt sich Daimler-Chef Dieter Zetsche zuversichtlich: „Für das nächste Jahr sehe ich eine höhere Wahrscheinlichkeit für ein gedämpftes Wachstum als eine Rezession.“

Branche feiert sich selbst

Auf der weltgrößten Automesse feiern die Hersteller von Mercedes über VW bis zu BMW lieber ihre aktuellen Erfolge. Denn 2011 wird ein Rekordjahr für die Branche. Das stellen die Hersteller in Frankfurt prunkvoll zur Schau. Das Motto: Mehr Fläche, mehr Autos, mehr Imagepflege. Auto-Experte Stefan Bratzel warnt: „Im Moment können die Hersteller vor Kraft kaum laufen. Vielleicht herrscht etwas zu viel Euphorie.“ Denn die Branche stecke in einer eigenartigen Lage: „Die deutschen Hersteller erzielen Top-Absätze und historisch hohe Gewinne. Aber am Horizont ziehen dunkle Wolken auf. Nur: Keiner weiß, ob es tatsächlich zum Crash kommt.“ Der Optimismus könne auch nur vorgespielt sein: „Jeder weiß, man kann Krisen auch herbeireden.“ Und das solle wohl unbedingt vermieden werden.

Welche Krise?

Zetsche sieht bisher jedenfalls keine Auswirkungen der Unsicherheiten auf den Auftragseingang bei Daimler: „Während die Frankfurter Börse in der letzten Zeit sehr volatil war, ist die Botschaft von der Frankfurter Messe klar: Bei Mercedes ist alles im grünen Bereich.“ BMW ist nach eigener Einschätzung gegen eine etwaige neue Krise gut gewappnet. „Wenn das Gleiche wie 2008 noch einmal passieren würde, würde das Unternehmen ohne Verlust durch eine solche Krise durchmarschieren“, sagt Finanzvorstand Friedrich Eichiner und betont: „Momentan sehen wir keine Vorboten einer Rezession.“ Auch Europas größter Autobauer VW beobachtet die Krise zwar, sieht sich selbst aber nicht betroffen und rechnet weiter mit steigender Nachfrage nach seinen Produkten - auch wenn etwa Südeuropa wegen der Euro-Schuldenkrise schwächeln dürfe. VW-Vertriebschef Christian Klingler räumt ein, es könne 2012 zwar „ein paar Holpereien“ geben: „Wir sind vorsichtig - aber mit Sicherheit nicht in einer Situation, wo wir Alarm schreien müssten.“


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