Hintergrund des Ottawa-Anschlags weiterhin offen

Akt.:
19Kommentare
Das Attentat wirft noch immer viele Fragen auf
Das Attentat wirft noch immer viele Fragen auf
Nach dem Attentat im Regierungsviertel der kanadischen Hauptstadt Ottawa mit zwei Toten suchen die Behörden weiter nach möglichen Hintermännern. Polizei und Justizbehörden hielten sich mit Angaben zu dem Verbrechen stark zurück. Auch zwölf Stunden nach dem Anschlag war noch unklar, ob es sich um einen Einzeltäter handelte oder ob er Komplizen hatte.

Auch zur Frage, ob es einen islamistischen Hintergrund gebe, nahm die Polizei nicht Stellung. Bei dem Attentat war der 24-jährige Soldat Nathan Cirillo an einem Kriegsdenkmal erschossen worden. Zeugen zufolge drang der Täter anschließend in das nahegelegene Parlamentsgebäude ein und wurde von Polizisten verfolgt. Demnach lief er zunächst an dem Raum vorbei, in dem sich Regierungschef Stephen Harper aufhielt, und wurde vor der Parlamentsbibliothek schließlich erschossen.

“Es ist genau vor unserer Tür passiert”

“Harper hat mit Leuten aus seiner Fraktion gesprochen, als es plötzlich einen lauten Knall gab, gefolgt von einen Ra-ta-ta-ta an Schüssen”, sagte das Kabinettsmitglied Tony Clement. “Es ist genau vor unserer Tür passiert.” Harper war nach den ersten Schüssen sofort in Sicherheit gebracht worden. Drei Menschen wurden im Krankenhaus behandelt, konnten dieses aber nach Angaben der Klinik kurz darauf wieder verlassen.

Schießerei wurde mitgefilmt

Das kanadische Fernsehen zeigte dramatische Bilder aus dem Parlamentsgebäude: Schwer bewaffnete Polizeibeamte rannten geduckt über die Gänge, als Schüsse fielen. Abgeordnete und Parlamentsmitarbeiter verbarrikadierten sich in Büros. Parlamentarier twitterten, dass etwa 30 Schüsse zu hören gewesen seien.

Kanada: Zweiter Anschlag in einer Woche

Es war der zweite Anschlag in Kanada in dieser Woche. Am Montag hatte ein 25-jähriger mutmaßlicher Islamist zwei Soldaten mit einem Auto überfahren. Ein Soldat starb, der Täter wurde nach einer Verfolgungsjagd von der Polizei erschossen. Ob es eine Verbindung zwischen den Taten gibt, war unklar. Am Dienstag erhöhte die Regierung die Terror-Warnstufe und begründete dies mit Beobachtungen von extremistischen Gruppen wie dem Islamischen Staat (IS) und Al-Kaida. Ministerpräsident Harper nannte die Tat “brutal und gewalttätig”. Bei einer TV-Ansprache kündigte er ein stärkeres Engagement seines Landes im Kampf gegen den internationalen Terrorismus an. Kanada lasse sich nicht einschüchtern, sagte er. Einzelheiten zu der Attacke nannte Harper nicht.

Polizei: Keine Gefahr mehr für Bevölkerung

Am Abend (Ortszeit) hob die Polizei Absperrungen und weitere Sicherheitsmaßnahmen in Ottawas Innenstadt wieder auf. Für die Bevölkerung bestehe keine Gefahr mehr, hieß es. Abgeriegelt blieb das Gebiet um das Parlament. Die Polizei verwies auf die fortlaufenden Ermittlungen.

Angreifer war als “hochgefährlich” eingestuft

Laut Medienberichten handelt es sich bei dem mutmaßlichen Attentäter um den 32-jährigen kanadischen Staatsangehörigen Michael Zehaf-Bibeau. Der bei dem Anschlag ums Leben gekommene Mann sei erst kürzlich als “Reisender mit hohem Sicherheitsrisiko” (“high-risk-traveller”) eingestuft worden, berichtete die Zeitung “Globe and Mail” unter Berufung auf namentlich nicht genannte Behördenquellen. In weiteren Medienberichten hieß es, er stehe auf einer Liste von 90 Personen, die wegen einer möglichen Terrorgefahr beobachtet werden. Der TV-Sender CNN berichtete unter Berufung auf nicht genauer beschriebene Quellen, der mutmaßliche Attentäter sei kürzlich zum Islam übergetreten.

Hintergrund weiter offen

Gilles Michaud von der Royal Canadian Mounted Police räumte ein, dass es noch Unklarheiten gebe. Viele Fragen könnten noch nicht beantwortet werden. “Aber ich verspreche Ihnen diese Antworten, sobald wir sie haben.” Nach Angaben der Polizei hatte es zuvor keinen konkreten Hinweis auf das Verbrechen gegeben.

US-Präsident Barack Obama wurde ständig über die Lage unterrichtet. Er sagte Harper in einem Telefonat Solidarität zu. Auch NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg zeigte sich geschockt.

Kanada gehört der internationalen Koalition im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat in Nahost an. In Washington wurde die Bewachung am Grab des unbekannten Soldaten verstärkt. (APA)

Liveticker zum Nachlesen

Amoklauf in Kanada

+++ Wie ein hochrangiger US-Regierungsvertreter sagte, soll es sich bei dem Attentäter um Michael Zehaf-Bibeau handeln. Zehaf-Bibeau soll nach kanadischen Medienberichten 1982 geboren und kanadischer Staatsbürger algerischer Abstammung sein. Kurz nachdem sein Name in Medien und Sozialen Netzwerken auftauchte, machte im Kurznachrichtendienst Twitter ein von Konten der Terrormiliz "Islamischer Staat" veröffentlichtes Bild die Runde, das angeblich Zehaf-Bibeau zeigen soll. Es zeigt einen jungen Mann mit langen Haaren, dessen untere Gesichtshälfte von einem "Palästinensertuch" verhüllt ist und der ein Gewehr hält.+++

Kanada und die USA versetzten das gemeinsame Luftverteidigungskommando in erhöhte Alarmbereitschaft. Nach Angaben eines Sprechers des Weißen Hauses sprach Harper später mit US-Präsident Barack Obama. Die US-Botschaft in Ottawa wurde vorübergehend geschlossen.

Der Hintergrund des Angriffes war zunächst unklar. Die kanadischen Behörden hatten erst am Dienstag die Warnstufe für terroristische Gefahren um eine Stufe von gering auf mittel heraufgesetzt. Zuvor hatte am Montag ein polizeibekannter Islamist bei Montreal zwei Soldaten mit dem Auto überfahren und einen von ihnen getötet. Anschließend wurde der Täter von der Polizei erschossen. Die Tat des 25-Jährigen wurde von der Regierung in Ottawa als "terroristisch" bezeichnet.

Der kanadische Premier wollte heute angeblich Friedensnobelpreisträgerin Malala treffen.

Die Polizei ist im kanadischen Parlament auf der Suche nach möglichen Mittätern. Viele Mitarbeiter sind noch eingeschlossen.

Die nordamerikanische Eishockey-Profiliga (NHL) hat das für Mittwochabend angesetzte Spiel zwischen den Ottawa Senators und den Toronto Maple Leafs verschoben.

Die Polizei stellte klar, dass es in dem Einkaufszentrum entgegen anderslautenden Berichten nicht zu einer Schießerei gekommen war. Geschossen worden war am Parlament und an einem Kriegsdenkmal.

Nach Schießereien im Regierungsviertel der kanadischen Hauptstadt Ottawa hat die Polizei ein nahe gelegenes Einkaufszentrum zeitweise vollständig abgesperrt. Die Absperrung sei wieder aufgehoben worden, teilten die Betreiber des Einkaufszentrums in der Innenstadt am Mittwoch per Kurznachrichtendienst Twitter mit.


Ein Wachmann des Parlaments, wo ein oder mehrere Angreifer kurz nach den ersten Schüssen am Kriegerdenkmal eindrangen, sei ebenfalls verwundet worden, fügte Kenney hinzu.

Jener Soldat, der am Mittwochmorgen (Ortszeit) im kanadischen Ottawa von einem oder mehreren Angreifern niedergeschossen wurde, ist seinen Verletzungen erlegen. Dies bestätigte der kanadische Arbeitsminister Jason Kenney am frühen Nachmittag.

Offensichtlich bezieht sich das auf den Polizeieinsatz im Regierungsviertel. Zugleich bat die Polizei um Informationen und forderte alle Passanten auf, Fotos oder Videos von der Tat zur Verfügung zu stellen.

Nach dem Angriff auf das Parlament im kanadischen Ottawa hat die Polizei alle Passanten aufgefordert, keine Fotos oder Videos online zu stellen. Andernfalls könnten Helfer oder auch Unbeteiligte in Gefahr gebracht werden, hieß es am Mittwoch von der Polizei.

Offizielle Stellen haben bestätigt, dass der vor dem Parlament angeschossene Soldat seinen Verletzungen erlegen ist.

Aufgrund der Vorfälle in Ottawa könnte das Eishockeymatch zwischen den Ottawa Senators und den Toronto Maple Leafs abgesagt werdn, wie die nordamerikanische Profi-Eishockeyliga NHL über Twitter ankündigt.

Laut kanadischem Fernsehen sucht die Polizei nach wie vor nach einer oder mehreren Personen die in die Schießerei im Parlament verwickelt waren.
18:48 | VOL Redaktion

that's the dude in the news!!! hmmm he looks taller in TV and louder

A video posted by yo soy mi música (@latino4everr) on

18:46 | VOL Redaktion

18:44 | VOL Redaktion

18:42 | VOL Redaktion

shit is going down

A video posted by yo soy mi música (@latino4everr) on

18:39 | VOL Redaktion

Police clearing the area. #Ottawa #Parliament #Canada.

A video posted by Amer (عامر) (@adasamer) on

18:38 | VOL Redaktion

Somebody rolled out onto an ambulance. #Ottawa #Canada #Parliament #Attack

A video posted by Amer (عامر) (@adasamer) on


18:37 | VOL Redaktion

Scharfschützen postierten sich.

Shit is getting real out my building ... Snipers everywhere

A photo posted by M. Barakat (@kashy_b) on

18:36 | VOL Redaktion



Unklar ist weiterhin die Gesamtzahl der Angreifer auf das Parlament in Ottawa. Die kanadische Polizei sprach von "einem oder mehreren", wovon sich einer "wahrscheinlich auf dem Parlamentsdach verschanzt" habe.

Die Polizei hat eine weitere Schießerei in der kanadischen Hauptstadt Ottawa bestätigt. Auch in einem Einkaufszentrum in der Innenstadt nahe des Parlamentsgebäudes seien Schüsse gefallen, berichteten kanadische Medien unter Berufung auf Polizeiangaben. Das Einkaufszentrum sei evakuiert worden, teilten die Betreiber im Kurznachrichtendienst Twitter mit.
18:21 | VOL Redaktion

Angeblich wüten die Amokläufer auch in der Innenstadt. In einem Einkaufszentrum wurden Schüsse gehört.
18:14 | VOL Redaktion

Video: Schießerei im Parlament.

Leserreporter
Bild an VOL.AT schicken


19Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann. Kommentare von registrierten Usern werden sofort freigeschaltet - hier registrieren!

noch 1000 Zeichen

HTML-Version von diesem Artikel

Bitte Javascript aktivieren!