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Bregenzer Festspiele von Nationalratspräsidentin Bures eröffnet

Die 71. Bregenzer Festspiele sind eröffnet. Nationalratspräsidentin Doris Bures gab heute, Mittwoch, den Startschuss für das fünfwöchige Festival (bis 21. August) am Bodensee, bei dem die Wiederaufnahme von Giacomo Puccinis "Turandot" auf der Seebühne im Mittelpunkt steht.
Bilder der Festspiel-Eröffnung
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Bilder der Festspieleröffnung II
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Bilder der Festspieleröffnung III
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Bures, Kulturminister Thomas Drozda (beide SPÖ) und Festspielpräsident Hans-Peter Metzler betonten die Bedeutung von Kunst und Offenheit.

“Friede Wirklichkeit geworden”

Anlässlich des 70-jährigen Bestehens erinnerten Bures, Drozda und Metzler an die Anfänge der Festspiele auf zwei Kieskähnen im Jahr 1946. “Der Friede war Wirklichkeit geworden”, sagte Bures. Drozda zitierte Jean Monnet, einen der Gründerväter der Europäischen Gemeinschaften, mit dem Satz: “Wenn ich noch einmal anfangen könnte, dann würde ich mit der Kultur beginnen.” Mit der Kultur zu beginnen heiße, Orientierung zu geben. Und Festspielpräsident Metzler fand, dass seit damals “eine neue, eine neuartige Tradition nicht nur von Freilichtaufführungen geschaffen worden ist”.

Es sei die Kunst, die uns zu erkennen helfe, “was richtig und was falsch ist; was menschlich geboten und was unmenschlich und zynisch ist”, erinnerte Drozda. Die Aufgabe der Kunst sei es, “versteckte Gefährdungen für diese errungene Zivilisation beim Namen zu nennen und dann regelmäßig den Finger schmerzhaft in die Wunden unserer menschlichen Gemeinschaft zu legen”.

“Offenheit und Freiheit wahren”

Die wichtige Seite der Kunst sei ihre gesellschaftspolitische Kraft, immer wieder Kontroversen anzustoßen, betonte Bures und mahnte, diese niemals zum Anlass zu nehmen, um “jene, die sie auslösen, zu beschränken”. Denn erst am Ermöglichen von kritischer Kunst erkenne man die Offenheit einer Gesellschaft. Man müsse alles daran setzen, “unsere Offenheit und Freiheit zu wahren und zu verteidigen”, nannte sie “feige Terrorakte wie jüngst jener in Nizza” Angriffe auf unsere Grundwerte.

Metzler sah Offenheit als “unabdingbare Voraussetzung” für Kunst. Für die Verantwortlichen der Festspiele gehöre es zum Selbstverständnis, die Bedingungen zu erhalten und zu schaffen, “Menschen über die Kunst zusammenzubringen”. So, wie man sich nur wünschen könne, dass die ganze Welt eben doch Bühne sei im Hinblick auf ein “kreatives und produktives Zusammenspiel von Menschen ohne Diktat von Nationalität und Ideologie: allein fokussiert auf ein gemeinsames Projekt”, sagte Metzler. Diese Utopie werde in Bregenz gelebt.

“Wie können wir Brücken bauen?”

Drozda zeichnete das Bild eines “New Deal” zwischen Künstlern, der Gesellschaft und staatlichen Institutionen, der die Bereitschaft für “Start-ups” – und nichts anderes seien die Festspiele vor 70 Jahren gewesen – von heute fördere. Was Vorarlberg vorlebe – von international beachteter Baukultur bis zur begehrten Exporttechnologie, von pragmatisch organisierter Integration bis zum Musterbeispiel der Brückenfunktion im Dreiländereck – “das würde so manche Nachahmung auch anderswo in Europa verdienen”, befand der Minister.

Beim Thema Kontroversen spannte Bures einen Bogen zu den politischen Fragen der kommenden Wochen und Monate, die in Österreich erneut von einer Wahlauseinandersetzung geprägt sein werden, in der EU vom erstmaligen Austritt eines Mitgliedsstaates. Zentral sei dabei, wie diese Kontroversen geführt würden, gab die Nationalratspräsidentin zu bedenken. “Im Zentrum muss immer die Frage stehen: Wie können wir Brücken bauen und Gräben zuschütten?”, so Bures. Dabei gehe es immer um die Verantwortung für das Ganze.

“Universelle Sprache”

Metzler verwendete ein Zitat des amerikanischen Schriftstellers Henry David Thoreau, der kurz vor Mitte des 19. Jahrhunderts sagte: “In einer Welt des Friedens und der Liebe wäre die Musik die universelle Sprache.” Es drängten sich dabei Assoziationen zur weltpolitischen Gegenwart auf und dass Prosperität, Kreativität und Lebensfreude zusammenhängen, Bedingung und Folge gleichermaßen seien. Es sei ihm durchaus bewusst, in welchem gesellschafts- und weltpolitischen Umfeld die Festspiele heuer stattfinden. “Und dass nicht zu unterschätzende Aufgaben auf uns warten, nicht nur in der Politik”, so Metzler.

Die Bregenzer Festspiele sind laut Metzler ein besonderes Fest im Sinne des deutschen Philosophen Odo Marquard, gemäß dem bei einem Fest “das genießende Leben, das praktische Leben, das beschauliche Leben” gleichermaßen zu pflegen sind. Der Sprung vom “Fest” zum “Festival” sei im Falle von Bregenz “ein alle Sinne ansprechendes Erleben”. Am Ende seiner Ausführungen wollte Metzler nur noch die Musik sprechen lassen: “Sie hat uns immer etwas zu sagen.”

Der Livestream von der Eröffnung zum Nachsehen:


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