Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in London

Von Verein Jahrgang 1937 Weiler
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In London werden am Freitagabend die XXX. Olympischen Sommerspiele feierlich eröffnet. Vieles rund um die Zeremonie wurde noch erfolgreich geheim gehalten. So darf wohl bis zum Schluss gerätselt werden, ob der fünffache britische Ruder-Olympiasieger Steve Redgrave, die Zehnkampf-Legende Daley Thompson oder doch eine Gruppe das Feuer entzünden wird.

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Zu den Höhepunkten zählt auch der Einmarsch der Nationen. Österreich mit Schwimmer Markus Rogan als Fahnenträger ist vor den Augen von Königin Elizabeth II. als 13. Land an der Reihe. Die ersten von insgesamt 302 Medaillenentscheidungen fallen am Samstag.

Geheim trotz Twitter: Spannung vor Eröffnungsfeier

Harry Potter und Mary Poppins, James Bond und Shakespeare, die Beatles, grüne Wiesen und Industrie-Schornsteine: Großbritannien strotzt nur so vor nationalen Symbolen, Stereotypen und Dingen, die auf der ganzen Welt als "very british" erkannt werden. Genau das will sich Filmregisseur Danny Boyle offenbar zunutze machen, wenn er am Freitagabend (22.00 Uhr MESZ/live ORF 1) mit seiner Show die Olympischen Spiele in London eröffnet. Dafür durfte er immerhin rund 27 Millionen Pfund (34 Millionen Euro) ausgeben. Vor dem Auftakt sickerten Informationen nur spärlich durch. Details des formellen Teils und Personalien blieben geheim.

Daran hatte auch eine erste große Probe vor 62.000 Zuschauern am Montag nicht viel geändert. Im Zeitalter von Twitter und sozialen Netzwerken war befürchtet worden, dass es vorbei sein könnte mit Überraschungen. Doch viele der Besucher machten einen Sport daraus, Neugier zu wecken und trotzdem den Mund zu halten: Spektakulär werde es. Wer Freitag etwas anderes als Fernsehen vorhat, soll es absagen. Israel machte die Feier im Vorfeld zudem zum Politikum. Die Israelis wollten eine Schweigeminute für die Opfer des Olympia-Attentats von München 1972, das IOC lehnte dies ab.

Wer entzündet das Olympische Feuer in London?

Das größte Geheimnis bleibt auch in London die traditionell heiß diskutierte Frage, wer das Feuer entzünden wird - und wie. Als Favorit galt lange der fünffache britische Ruder-Olympiasieger Steve Redgrave. Auch der Name von Fußballstar David Beckham war zu hören - er gilt mangels olympischer Vergangenheit als nicht geeignet.

Organisationschef Sebastian Coe soll seinen Freund und Wegbegleiter, Daley Thompson, favorisieren. Der Zehnkämpfer hatte - wie Coe selbst - 1980 und 1984 Olympia-Gold für Großbritannien geholt. Mittlerweile wird spekuliert, es könnte eine Gruppe besonders verdienstvoller Sportler oder Träger von Ehrenämtern zum Zug kommen.

Ein paar Programmpunkte allerdings stehen fest. Entweder, weil sie das Protokoll vorschreibt oder weil sie Tradition sind. Zu Beginn der Zeremonie um 21.00 Uhr Ortszeit wird Königin Elizabeth II. im Olympiastadion eintreffen. Begrüßt wird sie vom Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Jacques Rogge. Die Nationalhymne "God Save the Queen" wird gesungen, die britische Flagge gehisst.

Es folgt die Parade der Athleten aus aller Welt. 204 Nationen werden dabei sein, Österreichs Abordnung wird als 13. Land einmarschieren. Traditionell geht Griechenland als Mutterland der modernen Spiele vorneweg, am Ende steht das Team GB als Ausrichterland.

Als Symbol für den Frieden werden danach Tauben aufsteigen, die Queen wird als Staatsoberhaupt die Spiele für eröffnet erklären. Einer der Athleten wird stellvertretend für die mehr als 10.000 Teilnehmer den olympischen Eid leisten. Eine Neuheit bei Olympia in London wird der Eid eines Trainers sein. Nach ihrer 8.000 Meilen langen Reise durch das ganze Land trifft die Fackel im Stadion ein. Schließlich lüftet sich das Geheimnis um den letzten Fackelläufer, der das Feuer im Stadion entzünden wird.

Oscar-Preisträger inszeniert Eröffnungsfeier

Wenn das Feuer brennt, beginnt das künstlerische Programm. Dafür hat sich Boyle vom Shakespeare-Stück "Der Sturm" inspirieren lassen, in dem ein Zauberer und dessen Tochter auf einer einsamen Insel landen. Grüne britische Landschaften hat er angekündigt, Menschen beim Picknick und echte Pferde, Kühe, Schafe und Enten. Der Titel lautet "Inseln der Wunder". Angeblich ist eine Sequenz bereits abgedreht: James-Bond-Darsteller Daniel Craig soll im Buckingham Palast die Queen getroffen und ein Video aufgenommen haben. Gemunkelt wird auch, er könnte per Hubschrauber im Stadion eintreffen.

Allzu idyllisch jedenfalls dürfte es nicht werden, denn schließlich ist Boyle als Macher von Filmen wie "Trainspotting" und "Slumdog Millionär" für seine Porträts der eher dunklen Seiten des Lebens bekannt. Und so sollen neben den Tausenden Sängern, Tänzern, Schauspielern auch Krankenschwestern des kriselnden nationalen Gesundheitsdienstes NHS mitmachen.

Die Feier wird von einem Milliardenpublikum in aller Welt gesehen - und soll die Werbetrommel für das von wirtschaftlichen Problemen und Rezession gebeutelte Land rühren. Es steht einiges auf dem Spiel, denn gerade die Eröffnungszeremonie wird traditionell besonders scharf beäugt.

So spaltete die als "sehr amerikanisch" bezeichnete Feier in Atlanta 1996 mit dem kranken Muhammad Ali als Fackelträger die Gemüter. In Peking schickten die Macher 14.000 Menschen in die Arena, um die Welt von der Größe ihrer Nation zu überzeugen. Dies zu übertreffen, würde keinen Sinn machen, waren sich die London-Organisatoren schon damals einig. Stattdessen wollen sie lieber etwas eigenes machen - das ganze eben "very british".

Cameron übernimmt persönliche Verantwortung für Sicherheit bei olympischen Spielen

Großbritanniens Premierminister David Cameron hat die persönliche Verantwortung für die Sicherheit der Olympischen Spiele in London übernommen. "Ich denke, als Premierminister sollte ich persönlich dafür die Verantwortung tragen", sagte Cameron am Donnerstag im Olympia-Park in London. Die Sicherheit der Spiele sei während der gesamten Vorbereitungsphase das größte Thema gewesen. "Das ist wichtiger als alles andere", sagte er.Cameron zeigte sich überzeugt davon, dass die Sicherheitskräfte die Situation unter Kontrolle haben. "Die Geheimdienste arbeiten rund um die Uhr", sagte der Premierminister. "Wir überlassen nichts dem Zufall."

Auf dem Gelände des Olympia-Parks, an den übrigen Sportstätten und in der Stadt sind 9.500 zusätzliche Polizisten eingesetzt. Zudem sorgen 18.200 Soldaten und 7.000 private Kräfte für die Sicherheit bei den Spielen. Ein Kriegsschiff hat auf der Themse festgemacht, auf Wohnblocks in der Nähe des Olympiastadions wurden Boden-Luft-Raketen stationiert. Dennoch werde das fröhliche Image der Spiele nach Camerons Ansicht nicht gestört: "Wir wollen, dass diese Spiele die freundlichen Spiele werden."

Eröffnungsfeier bleibt trocken

Frohe Botschaft von den Wetterfröschen: Bei der olympischen Eröffnungsfeier am Freitagabend in London soll es nach den Vorhersagen trocken bleiben. Zwar werde es am Freitag tagsüber immer wieder einmal kräftige Regenschauer geben und auch die Temperaturen werden nicht mehr ganz die hohen Werte der vergangenen Tage erreichen, als über 30 Grad Celsius gemessen wurden. Aber nach 18.00 Uhr (Ortszeit) soll es in London trocken bleiben, kündigte der britische Wetterdienst MeteoGroup am Donnerstag an."Es wird etwas kühler, die Temperaturen erreichen nur noch ungefähr 26 Grad", sagte Billy Paine von der MeteoGroup. "Eine Kaltfront bewegt sich südwärts auf London zu und bringt heftige Schauer und vereinzelt auch Gewitter mit sich", erklärte Paine. Das größte Regenrisiko in der Olympia-Stadt herrscht demnach am Nachmittag. Bei der Eröffnungsfeier, die um 22.00 Uhr MESZ beginnt, sollte es dann wieder trocken sein.

(APA)

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