3. August 2006 10:44; Akt.: 31.08.2011 11:23

Castro: Nicht mehr auf Intensivstation

Castro: Nicht mehr auf Intensivstation
Kubas Präsident Fidel Castro wird nach Angaben seiner Schwester nicht mehr auf der Intensivstation behandelt. Juanita seit 1964 im US-Exil – USA warnen vor Massenabwanderung.  

Sie habe diese Information informell aus Kuba bekommen, zitierte der Fernsehsender WTVJ in Miami am Mittwoch Juanita Castro Ruz auf seiner Internetseite weiter. Ihr Bruder warte jetzt erst einmal ab, wie es mit ihm weitergehe.

Juanita Castro hatte ihr Heimatland 1964 verlassen und seit Jahren nicht mehr mit Fidel gesprochen. Das Verhältnis gilt als zerrüttet, weil beide verschiedene politische Ansichten haben. Es sei für sie nun aber sehr schwer gewesen, zu sehen, wie zahlreiche Exil-Kubaner im US-Bundesstaat Florida die Nachricht von Fidels Operation gefeiert hätten, betonte Juanita Castro. Sie betreibt in Miami eine Apotheke. Beobachter gehen nicht davon aus, dass sie Zugang zu Insider-Informationen in Kuba hat.

Castro hatte sich nach offiziellen Angaben am Montag einer Darmoperation unterzogen. Die Regierungsgeschäfte wurden vorübergehend an seinen Bruder Raul übertragen. Castro selbst ließ am Dienstag im staatlichen Fernsehen erklären, ihm gehe es den Umständen entsprechend gut. Der Politiker, der die Karibikinsel seit der Revolution im Jahr 1959 regiert, wird am 13. August 80 Jahre alt.

Die USA warnten die Exil-Kubaner inzwischen davor, nach den Berichten über Castros Gesundheitsprobleme in Massen in ihr kommunistisches Land zurückzuströmen. Aber auch umgekehrt sollten Kubaner nicht versuchen, in die USA aufzubrechen. Die Situation vor Ort könne derzeit noch nicht überblickt werden, da Kuba nach wie vor sehr abgeschottet sei, sagte der Sprecher des Präsidialamtes, Tony Snow. Entgegen der Warnung gab es in den vergangenen Tagen allerdings keinerlei Anzeichen für eine solche massenhafte Abwanderung.

Karneval von Havanna offenbar verschoben

Der Karneval von Havanna ist offenbar wegen der Gesundheitsprobleme von Kubas Staatschef Fidel Castro auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Der neue Termin für die ursprünglich ab Freitag vorgesehenen Feiern werde noch bekannt gegeben, zitierte die staatliche kubanische Nachrichtenagentur am Mittwoch (Ortszeit) die Veranstalter. Diese hatten für dieses Jahr einen Karneval in einem bescheideneren Umfang als in den vergangenen Jahren angekündigt.

Der Karneval von Havanna wurde schon in spanischer Kolonialzeit von den schwarzen Sklaven gefeiert. In den 90er Jahren fiel er wegen der wirtschaftlichen Krise auf der Karibik-Insel fast zehn Jahre lang aus, erlebte dann aber vor allem wegen der in Scharen kommenden Touristen vor fünf Jahren eine Wiederbelebung. Castro hatte am Montag wegen einer Darmoperation die Amtsgeschäfte „vorübergehend“ an seinen 75-jährigen Bruder Raul abgegeben.


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