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Energiezentrum Lunge und ihre Erkrankungen

Energiezentrum Lunge und ihre Erkrankungen
von Marlies Mohr - Wolfurt - Schädliches Rauchen: Die gesundheitlichen Folgewirkungen sind gravierend.

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Nikotin für sich allein wäre nicht schädlich. In Kombination mit rund 4800 anderen Sub-stanzen macht es die Zigarette allerdings zu einem gesundheitlich explosiven Cocktail. Denn über 100 dieser Inhaltsstoffe gelten als giftig. Dazu zählen etwa  Blausäure, Arsen und das radioaktive Isotop Polonium. „Freiwillig würde doch keiner Arsen schlucken“, merkte OÄ Dr. Johanna Rohrer bei ihrem Vortrag im Rahmen des Mini Med Studiums an. Bei Zigaretten hingegen kümmere das niemanden. Obwohl die Folgen unerbittlich sein können. Deshalb ihre eindringliche Botschaft an die Besucher: „Mit dem Rauchen aufzuhören, lohnt sich immer.“

Höhere Lebenserwartung

Die im Krankenhaus Maria Ebene tätige Suchttherapeutin unterlegte ihre Aussage mit bemerkenswerten Fakten. So bewegen sich Puls und Blutdruck schon 20 Minuten nach der letzten Zigarette wieder im normalen Bereich und selbst das Risiko für Lungenkrebs hat sich zehn Jahre später an jenes von Nichtrauchern angepasst. 15 Jahre dauert es, bis selbiges für das Herzinfarktrisiko gilt. Und: „Mit einem Rauchstopp lässt sich außerdem die Lebenserwartung verlängern“, betonte Dr. Johanna Rohrer. Je früher, umso mehr zusätzliche Lebensjahre sind möglich. „Es gibt natürlich Raucher, die uralt werden“, so die Ärztin. Nur sei die Wahrscheinlichkeit viel geringer, gab Rohrer zu bedenken.

Hohes Suchtpotenzial

Alles in allem zählt Nikotinabstinenz also zu einer der effizientesten Gesundheitsmaßnahmen. Dem entgegen steht, dass Nikotin sehr schnell süchtig macht und die Abhängigkeit davon fast so stark ist wie bei Heroin. „Nikotin aktiviert binnen weniger Sekunden das Belohnungssystem im Gehirn“, erklärte Johanna Rohrer.

Ebenso verankert sich dort alles, was im Zusammenhang mit dem Rauchen scheinbar gut tut. Und Rauchen tut demnach immer gut. In hohen Dosen wirkt Nikotin beruhigend, in niedrigen stimulierend. Es steigert die Konzentration, unterdrückt Hungergefühle und entspannt. „Rauchen ist wie Urlaub für mich“, hat ein Patient Johanna Rohrer einmal erzählt. „Ich war perplex“, gab sie zu. Dass auch der Begriff „Pause“ oft mir Rauchen einhergeht und zur „Rauchpause“ mutiert, gefällt ihr gar nicht. Diese Verknüpfung gehöre abgeschafft.  Ebenso widersprach die Suchttherapeutin der Annahme, Raucher könnten ihren Zigarettenkonsum limitieren. Das gelinge den wenigsten. Rohrer: „Es ist leichter, nicht zu rauchen.“

Unbestritten sind indes die gesundheitlichen Folgen. Sie betreffen fast alle Organe, besonders aber die Lunge. Raucher haben ein 22-fach höheres Lungenkrebsrisiko. Auch COPD, die chronisch obstruktive Lungenerkrankung, wird laut Rohrer zu einem immer größeren Problem. Ebenso das Passivrauchen. Bei Frauen beispielsweise steigt das Brustkrebsrisiko um das Zweifache. Ganz zu schweigen von Kindern, die Zigarettenqualm ausgesetzt sind.  Sie bedauerte, dass es in Vorarlberg keine stationären Behandlungsmöglichkeiten für sehr starke Raucher gibt. Herkömmliche Therapien wirken da nämlich kaum.

Sport gegen Nikotin

Angeboten werden vor allem Akupunktur und Entspannungstechniken. „Beides beliebt, jedoch wissenschaftlich nicht unbedingt fundiert“, wie Johanna Roher einräumte. Beim Sport hingegen ist die Wirkung belegt. Eine erbrachte Leistung oder ein erreichtes Ziel aktivieren nämlich ebenso wie Nikotin das Belohnungssystem. Zudem gibt es Selbsthilfeprogramme, Rauchertelefon, Internetforen, verhaltenstherapeutische Gruppen und medikamentöse Interventionen. Durchschnittlich 5 bis 7 Versuche braucht ein Raucher, um vom Nikotin loszukommen. „Dabei sollte man sich aber nie von Rückschlägen beeinflussen lassen“, mahnte Dr. Johanna Rohrer zum Abschluss.

Mit elf die erste Zigarette

Neben der körperlichen spielt beim Rauchen auch die psychische Abhängigkeit eine große Rolle. „Die Zigarette fungiert als Problemlöser oder wird als Gewohnheit empfunden“, erklärte Mag. Irene Fitz von der aks Gesundheitsvorsorge. So konditioniert genüge schon das entsprechende Bild oder Gefühl für den Griff zur Zigarette. Und der erfolgt immer früher. In Österreich liegt das Einstiegsalter bei etwa 11 Jahren. Bei den 15-jährigen Mädchen rauchen bereits 28 bis 45 Prozent. Insgesamt haben die Frauen in Sachen Nikotinkonsum mit den Männern inzwischen gleichgezogen.  Einstiegsfaktoren für Jugendliche sind laut Fitz rauchende Eltern oder wichtige Bezugspersonen. Aber auch Zigaretten, die durch Zusatzstoffe wie Menthol oder Kakao verträglicher gemacht wurden, zählen zu den Lockmitteln.

Frühes Rauchen birgt jedoch nicht nur die Gefahr gesundheitlicher Spätschäden. Aktuellen Untersuchungen zufolge probieren viele junge Raucher auch andere Suchmittel wie Cannabis. Die aks Gesundheitsvorsorge setzt mit ihrer Prävention deshalb verstärkt bei den Schülerinnen und Schülern an. „Wir müssen sie erreichen, bevor sie die Entscheidung zum Rauchen treffen“, betonte Irene Fitz.

Der Vortrag als Video

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