Der niederländische Prinz Friso: Leben im verhassten Rampenlicht

Prinz Friso und Mabel gaben sich 2004 in Delft das Jawort
Prinz Friso und Mabel gaben sich 2004 in Delft das Jawort - © EPA/JASPER JUINEN
Sportlich, schlau und scheu: Prinz Friso wollte am liebsten anonym sein. Doch der Bruder des niederländischen Königs machte Schlagzeilen bis zu seinem tragischen Tod.

Prinz Friso wollte nie König werden. “Von mir aus kann man Alex zusammenschlagen, aber nicht totschlagen”, hatte er als Kind einmal gewitzelt. “Denn dann muss ich König werden.” Der Bruder des niederländischen Königs Willem-Alexander galt als freundlich, aber scheu. Nach einem tragischen Lawinenunglück am 17. Februar 2012 starb der Prinz jetzt – 18 Monate später – im Alter von 44 Jahren.

Der zweite Sohn von Prinzessin Beatrix galt als sehr intelligent. Er schloss drei Studien erfolgreich ab: Ingenieur, Luft- und Raumfahrttechnologie und Betriebswirtschaft. Schnell machte er Karriere unter anderem bei der Bank Goldman Sachs in London und dem niederländischen Forschungsinstitut TNO in Delft. Zuletzt war Friso Finanzchef der internationalen Atomfirma URENCO in London.

Weil man den jungen Mann mit dem freundlichen Lachen nie mit Freundin sah, kamen Gerüchte auf, dass er homosexuell sei. Friso ließ daraufhin 2001 offiziell erklären, dass er heterosexuell sei. Und kurze Zeit später tauchte erstmals eine junge Frau an seiner Seite auf: Mabel Wisse Smit.

Doch die Verlobung mit der Bürgerlichen löste einen Skandal aus. Denn Mabel hatte verschwiegen, dass sie Jahre zuvor mit einem berüchtigten Drogenboss liiert war. Unter starkem politischen Druck verzichtete Friso darauf, das Parlament offiziell um Zustimmung zur Hochzeit zu bitten und verlor so seinen Platz in der Thronfolge.

Das Paar gab sich 2004 in Delft das Jawort und bekam zwei Töchter: Luana (8) und Zaria (7).

Am 17. Februar 2012 geschah dann das Unfassbare: Beim Skilaufen im österreichischen Lech wurde der Prinz von einer Lawine verschüttet. Friso lag mit schweren Hirnschäden im Koma.

Die königliche Familie war zutiefst erschüttert. Die Niederländer erlebten, wie schwer Frisos Frau, Prinzessin Mabel, und seine Mutter Beatrix vom tragischen Unglück gezeichnet waren.

Der Prinz wurde in einer Klinik in London versorgt. Doch mit der Zeit schwand jede Hoffnung. Im Juli 2013 kehrte er in sein Elternhaus Huis ten Bosch in Den Haag zurück. Sein Zustand war unverändert. Er sollte nie wieder aus dem Koma erwachen. Prinz Friso starb am Montag. (dpa)

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