Das bedingungslose Grundeinkommen – in zehn Jahren in Vorarlberg Realität?

Von Aaron Brüstle (VOL.AT)
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Die Schweizer stimmen im Sommer über ein bedingungsloses Grundeinkommen ab. Wäre Einkommen ohne Arbeit auch in Vorarlberg denkbar?

130.000 Schweizer haben den Antrag unterschrieben, am 5. Juni wird abgestimmt. Eine eidgenössische Volksinitiative fordert, dass jeder Schweizer jeden Monat genug Geld für ein “menschwürdiges Dasein” erhält. Im Gespräch sind 2.500 Franken pro Monat vor. Wie hoch der Betrag wirklich sein wird – also wie viel Geld man benötigt, um in der Gesellschaft in Würde leben zu können – sei demokratisch abzustimmen. Kinder sollen auch ein Grundeinkommen erhalten, allerdings einen tieferen Betrag, zum Beispiel einen Viertel.

“Es würde Verwaltungsaufwand wegfallen”

Vorarlbergs AMS-Direktor Anton Strini sagt im VOL.AT-Interiew: “Es würde einiges an Verwaltungsaufwand wegfallen, weil die Grundbedürfnisse abgedeckt wären.” Das Grundeinkommen könnte auch an Bedeutung gewinnen, wenn die Teilung in Arbeitslose und Beschäftigte weiter zunimmt.

Vorarlberg braucht erst ein konkretes Modell

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Dr. Christoph Jenny von der Wirtschaftskammer Vorarlberg sagt: “Um über ein Grundeinkommen für Vorarlberg zu sprechen, müssen wir zuerst genaue Zahlen kennen. Die Frage ist auch, ob jeder bedingungslos Geld erhält. Soll etwa auch ein gut verdienender Arzt noch einen Bonus bekommen? Wo kommt das Geld dafür her?” Ehe diskutiert werden kann, sieht Jenny die Politik gefordert, ein konkretes Modell vorzulegen.

Die Politiker orientieren sich an dem Wind, der aus der Gesellschaft weht – diesen Impuls zu stärken, dafür arbeite ich. Das sind die Worte des deutschen Unternehmers Götz Werner. Der DM-Gründer ist für ein bedingungsloses Grundeinkommen. Er sagt: “1000 Euro im Monat machen die Menschen frei”.

“Ein Muss für eine moderne Gesellschaft”

Manfred Sparr, VLI Manfred Sparr, Lehrer an der Handelsakademie Bregenz, Personalvertreter der BMHS und Stv. Vorsitzender der Vorarlberger Lehrer/innen Initiative ist überzeugt: “Das bedingungslose Grundeinkommen ist ein Muss für eine moderne Gesellschaft. Weil damit ein komplett veraltetes, teils menschenverachtendes und hochgradig ineffizientes Sozialsystem durch ein faires und sich innerhalb kürzester Zeit mehr als selbst finanzierendes Unterstützungssystem für alle Menschen abgelöst wird”, sagt Sparr. “Es ist zukunftsorientiert und modern, weil es alle Menschen noch freier von finanziellen Abhängigkeiten macht und der Wirtschaft den dringend erforderlichen Wandel ermöglicht beziehungsweise ihn von ihr einfordert. Ich wage eine Prognose. In Europa wird das bedingungslose Grundeinkommen in zehn Jahren realisiert. Die Frage ist nur noch, in welcher Form: Bescheiden oder innovativ.”

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