Chelsea nach 2:2 im Champions-League-Finale

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Chelsea steht nach einem dramatischen 2:2 am Dienstag bei Titelverteidiger FC Barcelona im Finale der Fußball-Champions-League am 19. Mai in München.

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Die Engländer hatten das Halbfinal-Hinspiel 1:0 gewonnen. Ihr Finalgegner wird am Mittwoch zwischen Real Madrid und dem FC Bayern München mit dem Österreicher David Alaba ermittelt. Die Deutschen gehen mit einem 2:1-Vorsprung in das Auswärtsspiel.

Kontertor in der Nachspielzeit

Das 180 Halbfinal-Minuten lang drückend überlegene Barca führte nach Toren von Sergio Busquets (35.) und Andres Iniesta (45.) 2:0, zudem sah Chelsea-Kapitän John Terry wegen einer Tätlichkeit die Rote Karte (37.). Doch wie aus dem Nichts traf Chelsea in Unterzahl Sekunden vor dem Pausenpfiff durch Ramires (45.+1) und verteidigte danach das Ergebnis mit einer extremen Defensivtaktik. In der Nachspielzeit machte dann Fernando Torres mit einem Kontertor und dem Ausgleich alles klar (91.).

Messi vergab Aufstiegs-Chance

Die größte Chance auf den Aufstieg für Barcelona vergab Superstar Lionel Messi, der einen Foul-Elfmeter an die Latte schoss (49.). Im Finish traf Messi zudem die Stange (83.). Damit bleibt es dabei: seit Einführung der Champions League 1992/93 hat noch kein Team den Titel erfolgreich verteidigt. Dem jahrelangen europäischen Dominator FC Barcelona droht nun eine Pleitensaison. Denn am vergangenen Samstag verlor Barca daheim gegen Real Madrid 1:2 und verspielte damit wohl auch die Chance auf den Meistertitel. Immerhin stehen die Katalanen aber im nationalen Cup-Endspiel.

Die Positionen waren nach Anpfiff rasch bezogen: Chelsea verbarrikadierte sich im und rund um den eigenen Strafraum und Barca zog sein Powerplay auf. Schon in der 3. Minute durchbrachen die Heimischen zum ersten Mal die Abwehrmauer, doch Messi traf aus aussichtreicher Position nur das Außennetz. Eine Viertelstunde später scheiterte der Argentinier nach herrlichem Doppelpass mit Cesc Fabregas an Chelsea-Tormann Petr Cech (19.).

Verletzungen in der Anfangsphase

Beide Teams verloren schon in der Anfangphase verletzungsbedingt jeweils einen Innenverteidiger. Zunächst rutsche Chelseas Gary Cahill auf dem nassen Rasen aus und zog sich wohl eine Adduktorenblessur zu, wenig später krachte Barca-Abwehrspieler Gerard Pique mit seinem eigenen Tormann Victor Valdes zusammen und musste benommen ausgetauscht werden.

Als Chelsea die Katalanen immer besser zu neutralisieren schien, durchbrachen diese den Bann. Nach Pass von Dani Alves legte Isaac Cuenca mit viel Übersicht quer und Busquets musste nur noch ins leere Tor zum 1:0 (35.) einschieben. Der Treffer war der Auftakt zu einem wahren Spektakel.

Denn gleich danach schmiss Chelsea-Kapitän Terry die Nerven weg, rammte von hinten Alexis Sanchez das Knie in den Rücken und sah wegen dieser Tätlichkeit Rot (37.). Der nächste Rückschlag für Chelsea ließ nicht lange auf sich warten. Nach Messi-Vorarbeit schob Iniesta überlegt ins rechte Eck ein und erhöhte auf 2:0 (43.). Damit schien Barcelona mit eineinhalb Beinen im Finale zu stehen. Doch Chelsea schockte Barcelona kurz vor dem Pausenpfiff.

Ramires mit Messi-Stil

Nach Pass von Frank Lampard lupfte Ramires in bestem Messi-Stil den Ball elegant über Valdes hinweg zum 1:2 ins Tor (45.+1). Damit erzielte Chelsea bereits im 13. Champions-League-Match in Folge zumindest ein Tor. Mit einem Mann mehr setzte Barcelona den Angriffswirbel nach der Pause munter fort. Drogba foulte im eigenen Strafraum Fabregas und der starke türkische Referee Cüneyt Cakir zeigte auf den Elfmeterpunkt. Messi schnappte sich den Ball, donnerte diesen aber an die Latte (49.).

Damit ging die Flaute der Barca-Tormaschine gegen Chelsea weiter, denn Messi lief weiter vergeblich dem ersten Tor seiner Karriere gegen den englischen Angstgegner nach. Barcelona lief verzweifelt an, doch Messi blieb das Pech auch im Finish treu, in der 83. Minute traf er die rechte Stange. In der 90. Minute parierte Cech auch einen Schuss von Javier Mascherano (90.). Und als Barcelona endgültig alles nach vorne schmiss, lief der eingewechselte Chelsea-Spanier Fernando Torres alleine aufs Tor zu und machte das 2:2 (91.). APA

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