Bregenzer Festspiele eröffnen Opernstudio mit “Cosi fan tutte”

Für Intendantin Elisabeth Sobotka "Investition in die Zukunft".
Für Intendantin Elisabeth Sobotka "Investition in die Zukunft". - © VOL.AT/Paulitsch
Als “Experiment auf allerhöchstem Niveau” bezeichnete Elisabeth Sobotka, Intendantin der Bregenzer Festspiele, das neu gegründete Opernstudio für junge Sänger. Nach dem Start mit “Cosi fan tutte” am 17. August folgen 2016 und 2017 mit “Don Giovanni” und “Le nozze di Figaro” weitere Mozart-Werke. Man investiere damit in die Zukunft der Sänger und in die des Festivals, so Sobotka am Donnerstag.

Unter Regisseur Jörg Lichtenstein und Dirigent Hartmut Keil erforschen sechs junge Stimmkünstler, großteils aus dem Opernstudio der Berliner Staatsoper Unter den Linden, gemeinsam mit Mentorin und Kammersängerin Brigitte Fassbaender das 1790 uraufgeführte Werk rund um eine Treue-Wette Liebender, die in ein Gefühlschaos mündet. Dabei gehe es nicht nur um den Lerncharakter, die Aufführung solle vor allem dem Publikum Spaß machen, sagte Sobotka. “Die jungen Sänger sind noch ohne Bild von der Rolle, was einen besonderen Schwung, Elan und Esprit bringt”, so die Intendantin.

“Sänger müssen Chancen ergreifen”

Für junge Sänger werde es zunehmend schwieriger, an kleinen Häusern große Rollen auszuprobieren. “Sänger müssen Chancen ergreifen, aber sie müssen sie auch bekommen”, erklärte Sobotka bei einem Pressegespräch. Das Opernstudio soll hier eine Bresche schlagen und den Nachwuchs sichern, vielleicht auch für die Seebühne. Auf längere Sicht schwebt Sobotka “eine Art Bregenzer Ensemble” vor, also ein Pool von Künstlern, die mit Bregenz in Beziehung stehen.

Kein Nachwuchsprojekt

Regisseur Lichtenstein siedelt die Handlung im Bregenzer Kornmarkt-Theater hinter der Bühne eines Mantel- und Degenstücks an, ein “Ort, wo Realität und Spiel aufeinandertreffen”. “Junge Sänger kennen die Grenzen noch nicht. Wie weit kann ich gehen beim Ausloten psychischer und physischer Grenzen und was passiert dabei mit meiner Stimme?”, so Lichtenstein über das Verbinden von Musik und Schauspiel. Weder er noch Dirigent Keil sahen ein “Nachwuchsprojekt”, sondern sprachen von einer hochprofessionellen Produktion. Das Besondere sei lediglich, dass man im Vorfeld viel Zeit hatte, intensiv musikalisch mit den Sängern zu arbeiten, so Keil.

Die beiden Nachwuchs-Profisänger Maximilian Krummen und Sonia Grané freuten sich sichtlich auf ihre Aufgabe. “Eine große Rolle gefühlsmäßig auszuloten ist spannend, ein beglückendes Gefühl”, so der 26-jährige Guglielmo-Darsteller Krummen. Die besonders lange Auseinandersetzung mit einem Stück und einem Stil tue der Stimme gut, auch in der Schauspielerei habe man dazugelernt. Ob sich die Arbeit gelohnt hat, wird sich am 17. August bei der Premiere zeigen.

(APA)

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