Bianchis Zustand laut FIA “kritisch, aber stabil”

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Formel-1-Pilot Jules Bianchi befindet sich weiter in Lebensgefahr. Sein Gesundheitszustand sei “kritisch, aber stabil” und weiter “sehr, sehr ernst”, erklärte FIA-Sprecher Matteo Bonciani am Montag vor dem Krankenhaus in Yokkaichi. Die Formel 1 muss sich indes nach dem schweren Rennunfall des Franzosen in Japan einer neuen Gefahrendiskussion stellen.

Die Eltern von Bianchi hatten den Internationalen Automobil-Verband (FIA) um die Mitteilung über Bianchis Zustand gebeten. Bianchi war am Sonntag im Grand Prix von Japan in Suzuka in Runde 43 von der regennassen Strecke abgekommen und in der Auslaufzone ins Heck eines Bergungsfahrzeugs gekracht. Dieses war gerade dabei, den ebenfalls in dieser Kurve von der Piste gerutschten Boliden des deutschen Sauber-Fahrers Adrian Sutil zu entfernen. Bianchi erlitt bei dem Unfall schwere Kopfverletzungen und wurde noch am Sonntag in Yokkaichi operiert.

Kurz nach dem schweren Unfall brach die Rennleitung den 15. WM-Lauf in der 46. von 53 Runden vorzeitig ab. WM-Leader Lewis Hamilton gewann das Rennen vor seinem Mercedes-Teamkollegen Nico Rosberg, verzichtete aber aufgrund der Sorge um Bianchi auf Jubelposen.

Neue Sicherheitsdebatte in der F1

Die Formel 1 steht derweil vor einer neuen Gefahrendiskussion. Einige Piloten und Teamvertreter beklagten nach dem Grand Prix von Japan am Sonntag die schlechte Sicht, weil das chaotische Regenrennen in Suzuka noch in vollem Gange war, als die Lichtverhältnisse nachließen. “Sie haben das Rennen zu spät beendet”, kritisierte Williams-Pilot Felipe Massa. Sein Renningenieur Rob Smedley sprach sogar von den dunkelsten Verhältnissen in den 15 Jahren, die er in der Formel 1 sei.

Die teilweise extremen Bedingungen beim Grand Prix waren absehbar. Erstens, weil selbst bei normalem Wetter die Sonne gegen 17.30 Uhr über Suzuka untergeht. Damit kann es bei einem um 15.00 Uhr Ortszeit gestarteten Rennen mit Unterbrechungen sehr eng werden. Zweitens, weil diesmal auch noch die Vorboten von Taifun Phanfone – vor dem der Formel-1-Wetterdienst in den Tagen vor dem Grand Prix eindringlich und wiederholt gewarnt hatte – die Witterungslage erschwerten.

“Man hätte früher starten können, darüber gibt es keine Diskussion”, befand Mercedes-Teamaufsichtsratschef Niki Lauda. Der Internationale Automobilverband (FIA) konnte sich mit den heimischen Betreibern und den Vermarktern aber offensichtlich nicht einigen. Rennstreckenbesitzer Honda soll sich gegen eine Vorverlegung des Starts gesträubt haben.

Verkettung unglücklicher Umstände bei Bianchi

Dass Formel-1-Piloten auch auf nassen Strecken fahren können, haben sie schon zigfach bewiesen. Nach den ersten Runden hinter dem Safety Car zeigten der spätere Sieger Lewis Hamilton und seine Kollegen das auch in Japan. Lässt die Sicht aber durch Dunkelheit nach, droht Gefahr. Nasse Stellen auf der Strecke sind schwerer auszumachen. Hinzu kommt das Dauerrisiko bei Bergungsarbeiten mit Kran oder ähnlichem Gerät. Nicht zu vergessen die Helfer, die beim Abtransport den sonstigen No-Go-Bereich betreten.

Dennoch kam bei Bianchis Unfall wohl alles nur erdenklich Negative zusammen: Regen, schlechte Sicht, der Kran – und dann noch die Tatsache, dass der Franzose mit seinem Marussia so unter das Heck des Krans geriet, dass er vermutlich mit enormer Wucht am Kopf getroffen wurde. Die linke Seite des Boliden wurde komplett zerstört. Sogar der Überrollbügel direkt hinter dem Kopf des Piloten war gebrochen.

(APA)

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