Akt.:

Belo-Monte-Kraftwerk: Protest gegen österreichische Andritz-AG

Auch die indigene Bevölkerung wehrt sich gegen das Mega-Projekt. Auch die indigene Bevölkerung wehrt sich gegen das Mega-Projekt. - © EPA
Der Protest gegen den Bau des umstrittenen Belo-Monte-Kraftwerks im brasilianischen Amazonasgebiet hält an. Die österreichische Andritz-AG gerate dabei immer mehr ins Visier zahlreicher Aktivisten, berichtete Kathpress am Mittwoch.

 (5 Kommentare)

Korrektur melden

Der österreichische Anlagenbauer ist an dem Projekt mit einem Auftragswert von 330 Millionen Euro beteiligt. Nach Angaben der österreichischen “Dreikönigsaktion” (DKA) wende sich nun eine, wegen des Baus von Umsiedlung betroffene Frau an den Andritz-Vorstand. In einem Offenen Brief rufe sie auf, den Belo-Monte-Auftrag ruhen zu lassen.

Turbinen zerstören Leben

Die Turbinen würden letztlich “Leben zerstören”, so die Brasilianerin Eliane Moreira Santos in dem Brief. Sie könne immer noch nicht glauben, dass “Ihnen mein Schicksal und das meiner 40.000 Schwester und Brüder egal ist”. Auch wenn Andritz den Auftrag nicht weiterverfolge, werde die Firma noch “genügend Geld zum Leben verdienen”, daher wäre ein Rückzug ein “Zeichen für die ganze Welt”, dass es noch Unternehmen gebe, die sich nicht auf “Kosten von Menschenleben bereichern”.

Wie die Kathpress weiter berichtete, sei die Protestbewegung mittlerweile auf 233 Organisationen aus 29 Ländern angewachsen. Erst im Jänner sei an die Interamerikanische Menschenrechtsorganisation appelliert worden, den Baustopp zu bewirken. Unterstützt werde die Bewegung auch durch viele Prominente wie etwa den britischen Sänger Sting und den US-Regisseur James Cameron. Einer der engagiertesten Kämpfer gegen das Vorhaben ist der aus Vorarlberg stammende Bischof Erwin Kräutler.

DKA federführend engagiert

In Österreich wird der Protest unter anderen durch die DKA forciert. Diese unterstütze den Offenen Brief der Brasilianerin und appelliere ebenfalls an den Andritz-Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Leitner: “Sie tragen persönlich Mitverantwortung für das Schicksal der 40.000 Menschen, die am Rio Xingu leben und deren Existenz bedroht ist. Schauen Sie nicht länger weg, beenden Sie aus ethischen Gründen ihr Belo Monte-Engagement und machen Sie aus der Andritz AG wieder ein Unternehmen, auf das wir Österreicher stolz sein können”.

Belo Monte wäre mit einer Leistungskapazität von 11.233 Megawatt das drittgrößte Wasserkraftwerk der Welt, nach dem Drei-Schluchten-Staudamm in China und dem binationalen Itaipú-Werk an der Grenze Brasiliens zu Paraguay. Die Regierung hält das geplante Werk am Xingu-Fluss zur Energiesicherung für notwendig. Kritiker fürchten die Umsiedlung Zehntausender Menschen. Mehr als 500 Quadratkilometer Fläche sollen überflutet werden.

(APA)

Werbung


Kommentare 5

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann.

Kommentare von registrierten Usern werden sofort freigeschaltet - hier registrieren!

 
noch 1000 Zeichen
 

HTML-Version von diesem Artikel
Verkehr in Vorarlberg

Mehr auf vol.at
Deutsches U-Bootwrack vor North Carolina entdeckt
Die Wracks eines deutschen U-Boots und eines US-Frachtschiffs, die in einer Seeschlacht im Zweiten Weltkrieg versenkt [...] mehr »
Nordkorea entließ US-Gefangenen
Nordkorea hat einen von drei gefangen gehaltenen US-Bürgern freigelassen. Jeffrey Fowle sei erlaubt worden, Nordkorea [...] mehr »
EU will Haushaltsnachbesserungen von Österreich
Die EU-Kommission will nach Angaben aus Brüssel von mehreren Ländern, darunter Österreich, Nachbesserungen am [...] mehr »
IS-Vorgehen gegen Yeziden könnte Völkermord sein
Das Vorgehen der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) gegen die irakische Volksgruppe der Yeziden könnte nach [...] mehr »
Gasstreit mit Russland auf nächste Woche vertagt
Der Gasstreit zwischen der Ukraine und Russland soll EU-Energiekommissar Günther Oettinger zufolge erst in der [...] mehr »
Mehr Meldungen »
Werbung
Jetzt meistgelesen auf VOL.AT
Werbung

Sie sind bei Facebook? Wir haben etwas Besonderes für Sie ...

Wenn Sie jetzt Ihren Facebook-Account mit %s verknüpfen, haben Sie einfachen Zugang zur beliebten Kommentar-Funktion auf %s, können Artikel einfach mit Ihren Freunden teilen - und auch selbst Fotos und Artikel auf %s hochladen.

{username}


Passwort vergessen?
{username}

Bitte max. 32 Zeichen verwenden

Ihren Benutzernamen können Sie hier ändern. Wir schlagen vor, dass Sie Ihren richtigen Namen verwenden, um an Diskussionen teilzunehmen.

Muss eine gültige E-Mail-Adresse sein

Benachrichtigungen und Newsletter (falls gewollt) werden an diese Emailadresse versendet. Ihre Privatsphäre ist uns wichtig

{username}%s antworten

OK, {username} - nun ist alles eingerichtet.

OK

Der Benutzer mit dem Sie sich einlochen wollen ist noch nicht aktiviert. Bitte klicken Sie auf den Aktivierungslink den wir Ihnen an %s gesendet haben. Aktivierungsmail erneut schicken OK

Anmelden

Facebook-Benutzer?

Sie können Ihren Facebook-Account zum Anmelden verwenden:

Mit Facebook verbinden



Passwort vergessen?
Neu registrieren

Anmelden - oder ohne Registrierung diskutieren

Als VOL.AT User anmelden:




Passwort vergessen?

Unregistrierter User:

Bei unregistrierten Benutzern wird der Kommentar erst nach einer Prüfung freigeschaltet. Beleidigende, rassistische, ausfällige oder nicht themenbezogene Kommentare werden nicht veröffentlicht. Kommentare von eingeloggten Usern werden sofort veröffentlicht.

Neu registrieren



Bitte Javascript aktivieren!