27. September 2011 11:13; Akt.: 27.09.2011 11:25

Anonymous: Erste Spuren zum Polizeidaten-Leck

Im Polizeidatenskandal von Anonymous Austria gibt es eine erste Spur Im Polizeidatenskandal von Anonymous Austria gibt es eine erste Spur - © APA
Seit das Hacker-Kollektiv Anonymous am Montag via Twitter eine Liste mit rund 25.000 sensiblen Polizeidaten veröffentlichte, wird nach der Quelle für das Datenleck gesucht. Eine erste Spur führt zur International Police Association.

 (12 Kommentare)

Die Hackergruppe  Anonymous Austria veröffentlichte am 26. September via Twitter eine Liste, die fast 25.000 Datensätze mit Personendaten enthält. Nach einigem Rätselraten wurde klar, dass sich hinter den Daten die Namen, Privatadressen und Geburtsdaten von Polizisten verbergen. Seitdem laufen die Ermittlungen auf Hochtouren.

Schon am Montag gaben die Internet-Aktivisten an, die sensiblen Privatdaten nicht gehackt zu haben - sie seien ihnen vielmehr „zugänglich gemacht“ worden. Als Quelle für die umfassende Liste wird ein polizeinaher Verein vermutet.

Was die Hacker mit der Aktion bewirken wollten, stand ebenfalls bald fest. Denn auf ihrem Twitter-Account warfen sie die Frage auf, ob wohl der Umgang mit den Vorratsdaten künftig ähnlich nachlässig gehandhabt werden würde. Damit bezieht sich Anonymous auf die geplante Vorratsdatenspeicherung, die ab 1. April 2012 österreichweit zum Einsatz kommen soll - eine neue Richtlinie, die es ermöglichen wird, sämtliche Internet- und Telefonverbindungen bis zu 6 Monate lang zu speichern. Die Aktivisten protestieren entschieden gegen die geplante Vorgehensweise.

IPA mögliche Quelle für die Anonymous-Protestaktion

Was die undichte Stelle bzw. den polizeinahen Verein betrifft, durch den die Daten zugänglich gemacht wurden, so steht derzeit besonders die International Police Association (IPA) im Zentrum der Ermittlungen, die ihren Hauptsitz in Wien hat. Die Stelle für das Datenleck könnte aber auch ein Sportverein der Polizei sein.

Anonymous machte in der Vergangenheit bereits durch mehrere groß angelegte Aktionen auf eklatante Sicherheitslecks aufmerksam - beispielsweise indem die Seiten der Parteien SPÖ, FPÖ und Grüne gehackt wurden. Auch das Gebühreninformationsservice GIS wurde bereits zum Opfer von Anonymous.


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