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Zweite Pfändertunnel-Röhre: Vortriebsmaschine kämpft sich durch Berg

©VMH
Mit einer 2.000 Tonnen schweren und 200 Meter langen Tunnelvortriebsmaschine wird in den kommenden elf Monaten die zweite Autobahntunnel-Röhre durch den Bregenzer Hausberg Pfänder gebohrt.

Dabei handelt sich um ein Novum in der Geschichte des österreichischen Tunnel-Baus: Bisher wurde bei der Errichtung von Autobahntunnels der Haupttunnel stets mit Sprengungen vorgetrieben.

In den nächsten elf Monaten soll sich der rund 200 Tonnen schwere Bohrkopf der Maschine mit einem Durchmesser von knapp zwölf Meter etwa 20 Meter pro Tag durch den Berg kämpfen. Die Querverbindungen zwischen den beiden Tunnelröhren sowie die Anbindungen an die Luftschächte werden anschließend in konventionellem Sprengvortrieb aufgefahren, informierte am Freitag Asfinag-Vorstandsdirektor Alois Schedl bei der “Andrehfeier” für den Vollausbau des Pfändertunnels. Die Tunnelvortriebsmaschine musste rund ein halbes Jahr zusammengebaut werden, ehe sie nun zum Einsatz kommen kann.

“Es ist dies auch für uns ein Novum”, sagte Schedl. Man erwarte sich durch den Einsatz der Maschine aber eine kürzere und damit auch kostengünstigere Vortriebszeit. Darüber hinaus sei diese Ausbruchart für den Berg und damit für die Umwelt schonender, auch auf Stützmethoden wie Anker und Spritzbeton könne verzichtet werden. Der Abtransport des Ausbruchmaterials erfolgt laut Asfinag direkt über die Tunnelbohrmaschine. Mit einem Förderband wird das Material zum Zwischenlagerungsplatz auf der Baustelle befördert, von wo es per Lkw über die Autobahn abtransportiert wird.

Die vor 28 Jahren in Betrieb genommene Pfändertunnel-Oströhre auf der Rheintalautobahn (A14) ist dem gestiegenen Verkehrsaufkommen nicht mehr gewachsen. Mit einem durchschnittlichen Tagesverkehr von rund 26.000 Kfz/24 Stunden ist der Pfändertunnel nach Angaben von Schedl der meistfrequentierte einröhrige Autobahntunnel in Österreich. Prognosen sagen bis 2020 einen durchschnittlichen Tagesverkehr von etwa 46.000 Kraftfahrzeugen voraus. Von 2004 bis 2007 haben sich im Pfändertunnel 27 Unfälle mit 44 Verletzten ereignet, eine Person kam ums Leben.

Die zweite Röhre des Pfändertunnels – die neue Weströhre mit einer Länge von rund 6,6 Kilometer – soll im Juni 2012 eröffnet werden, anschließend wird ein Jahr lang die Oströhre generalsaniert. Die Gesamtkosten inklusive der Generalsanierung belaufen sich auf rund 218 Mio. Euro netto.

Vorarlbergs Verkehrs-Landesrat Manfred Rein (V) betonte die Notwendigkeit des Baus der zweiten Röhre. “Der Pfändertunnel ist die einzige hochrangige Umfahrung von Bregenz. Er hat auch überregional große Bedeutung. Das wird dadurch bestätigt, dass die Rheintalautobahn (A14) Teil des transeuropäischen Straßennetzes ist”, sagte Rein.

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