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Zweite Chance für Familie: "Wir sind überglücklich"

Elisabeth Erker zu Gast bei "Vorarlberg LIVE".
Elisabeth Erker zu Gast bei "Vorarlberg LIVE". ©VOL-live
Elisabeth Erker, Direktorin des Sonderpädagogischen Zentrums in Dornbirn sprach bei "Vorarlberg LIVE" über die verhinderte Abschiebung der nigerianischen Familie.
Nigerianische Familie darf zurück nach Vorarlberg

Text von Matthias Rauch (VN)

Gegen 2 Uhr in der Nacht gab es die Entwarnung für den elfjährigen Edison, seiner alleinerziehenden Mutter und drei Geschwistern: Die Abschiebung wird ausgesetzt, die Familie darf zurück nach Vorarlberg. Am späten Vormittag kamen die fünf wieder in Dornbirn an und erholen sich von den Strapazen.

"Überglücklich über zweite Chance"

Der Fall sorgte für Aufsehen, da der elfjährige Edison, der älteste Sohn der vier Kinder der alleinerziehenden Mutter, Autist ist. Ihm droht in seiner Heimat Gefahr, da er für viele als Hexe und Unglücksbringer gilt – und als Sündenbock bei Unglücksfällen mit Gewalt gegen ihn rechnen muss. „Wir sind überglücklich, dass es nun eine zweite Chance gibt“, freut sich Elisabeth Erker. Sie ist die Direktorin des Sonderpädagogischen Zentrums (SPZ) in Dornbirn, lobt die Entwicklung Edisons in den letzten Jahren. „Das Gutachten vom Arbeitskreis für Sozialmedizin war die Rettung für das Kind und seiner Familie“, ist Erker am Dienstagabend in „Vorarlberg LIVE“ überzeugt.

Wer dieses gerade jetzt in Auftrag gegeben hatte, ist ihr nicht bekannt. Doch es bestätigte den Verdacht auf Autismus - und betonte die Gefahr einer Abschiebung, allein schon für die persönliche Entwicklung Edisons. Dieses erreichte jedoch das zuständige BFA nicht mehr rechtzeitig, um den Abschiebeversuch zu vermeiden. Geflohen ist die Familie ursprünglich aufgrund ihres christlichen Glaubens, erläutert Erker. Sie ist überzeugt, die Abschiebung hätte Edisons Tod bedeutet. Erker ist klar, dass auf die Familie und ihre Unterstützung noch viel Arbeit wartet. „Wir wissen, dass wir noch einen langen Weg vor uns haben, wenn das Verfahren nun neu aufgerollt wird“, macht sie sich gegenüber den VN nichts vor. „Derzeit sind wir aber sehr sehr glücklich.“

Rechtsanwalt Gregor Klammer, der die Familie seit dem Wochenende vertritt, wartet derweil noch auf die offizielle Begründung, warum die Abschiebung ausgesetzt wurde. Diese liege noch nicht vor, er werde die Familie weiterhin betreuen. „Wir werden das einfach Schritt für Schritt angehen“, erklärt Klammer den VN. SOS Mitmensch zeigt sich erleichtert. Großes Leid sei verhindert worden, so die Menschenrechtsorganisation. Der Fall werde jetzt vom BFA neu beurteilt, erklärt SOS Mitmensch. „Diesen Abschiebefall hätte es nie geben dürfen“, so Alexander Pollak, Sprecher von SOS Mitmensch. Pollak fordert, dass das Kindeswohl und das Familienleben mehr Berücksichtigung in Aufenthaltsverfahren finden müsse, dann würden solche „eiskalten und unmenschlichen Abschiebefällen“ ein Ende finden.

So wird das Verfahren weiter laufen

Von den Vorarlberger Grünen gibt es Tadel für die nun versuchte Abschiebung der fünfköpfigen Familie. Der Familie müsse humanitäres Bleiberecht zugesprochen werden, sieht Klubobmann und Asylsprecher Daniel Zadra hier die Kriterien erfüllt. Solche Fälle würden beweisen, dass die Kompetenz des humanitären Bleiberechts wieder in die Hand der Landespolitik gehöre. Er dankt Erker für ihr Engagement - sie wiederum dankt Sabine Scheffknecht von den Neos für wertvolle Ratschläge in den vergangenen Tagen.

Die gesamte Sendung

(VN/VOL.AT)

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