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Zwei weitere Festnahmen nach Bluttat in Palermo

Nachdem ein 54-jähriger Italiener in der Stadt Altavilla Milicia in der Nähe von Palermo seine 41-jährige Frau und seine Söhne im Alter von fünf und 16 Jahren getötet haben soll, sind am Montag zwei weitere Personen festgenommen worden. Dem Ehepaar wird Komplizenschaft bei dem brutalen Tötungsdelikt vorgeworfen. Es wird vermutet, dass das Ehepaar aus Palermo den Vater dazu ermutigt haben könnte, seine Familie zu töten, um sein Haus von "Dämonen" zu befreien.

Die Staatsanwaltschaft von Palermo untersucht mögliche Verbindungen zu einer Sekte und vermutet religiösen Fanatismus hinter der Bluttat, die Italien erschüttert. Der 54-Jährige rief nach der Tat die Carabinieri an, die ihn am Sonntag festnahmen. Nur die Tochter überlebte, die aus noch ungeklärten Gründen verschont und von den Rettungsdiensten in einem Schockzustand aufgefunden wurde.

Im Haus der Familie fanden die Ermittler die Leichen der beiden Söhne, die beide von ihrem Vater erdrosselt worden sein sollen. Neben dem Ältesten lag eine Eisenkette, laut Polizei das Tatwerkzeug. Die unverletzte, aber schwer verwirrte Tochter erzählte, dass sie in der Nacht aufgewacht sei und die Leichen ihrer Brüder gesehen habe. Unklar ist, ob sie vor dem Massaker betäubt worden war. Die verkohlten Überreste ihrer Mutter wurden nach mehrstündiger Suche im Garten gefunden. Es besteht der Verdacht, dass der mutmaßliche Täter nicht allein, sondern mit Hilfe des festgenommenen Ehepaares gehandelt hat.

Der Hauptverdächtige und seine Frau gehörten laut Medienberichten lange der evangelischen Gemeinde in der Ortschaft Altavilla Milicia bei Palermo an, die sie bis zur Schließung während der Pandemie im Jahr 2020 regelmäßig besuchten. Danach, so berichtete der Pastor der Kirche, habe er das Paar nie wieder gesehen. Der mutmaßliche Täter hatte offenbar über soziale Medien einen selbst ernannten evangelischen Pastor, Heiler und Exorzisten aus Bari kennengelernt, der behauptete, den Teufel austreiben zu können.

Der Mann, der an einer psychischen Störung leiden soll, soll in den vergangenen Jahren zu einem religiösen Fanatiker geworden sein. Als "Soldat Gottes", wie er sich auf seinen sozialen Profilen nannte, war er überzeugt, dass er die Aufgabe habe, "für das Reich Gottes zu kämpfen". Als entscheidend könnten sich jetzt die Aussagen der überlebenden Tochter erweisen, die an einen geschützten Ort gebracht wurde.

(APA)

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