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Zwei von drei Vorarlbergern übergewichtig

Schwarzach - Die Zahlen sind dramatisch: In Vorarlberg sind bereits 63,5 Prozent der Männer und 46,4 Prozent der Frauen übergewichtig oder krankhaft übergewichtig (adipös). Übergewicht [.pdf - 1,0MB]

Was besonders besorgniserregend ist: Auch immer mehr Kinder und Jugendliche sind von Fettleibigkeit betroffen. So hat sich die Häufigkeit von Übergewicht in den letzten 20 Jahren bei den Sechs- bis Elfjährigen verdoppelt und bei den Zwölf- bis 17-Jährigen sogar verdreifacht. „Schuld sind in erster Linie zu wenig Bewegung und unausgewogene Ernährung“, weiß Alexandra Wucher vom Arbeitskreis für Vorsorge- und Sozialmedizin (aks).

Um diesem Trend entgegenzusteuern, startet das aks im Oktober zwei neue Pilotgruppen im Ober- und Unterland. Jeweils 15 acht- bis 16-jährige übergewichtige Kinder werden ein Jahr lang von Kinderärzten, Psychologen, Ernährungs- und Sportwissenschaftlern auf ihrem Weg zu einem gesünderen und leichteren Leben ambulant betreut und begleitet. Die ersten fünf Monate stehen zwei Kursnachmittage pro Woche auf dem Programm. „Die restlichen Monate dienen der Nachbetreuung, gibt es regelmäßige ärztliche Kontrollen“, erklärt Wucher.

Kinder oft überfordert

Ab Februar soll es dann landesweit acht solcher Gruppen geben. „Das sind immerhin 240 betreute Kinder pro Jahr.“

Was wichtig ist: Die Kinder müssen von zumindest einem Elternteil zu den Kursen begleitet werden. „Denn ohne den familiären Beistand“, sagt Wucher, „wären die Kinder überfordert.“ Vom Engagement der Eltern hängt auch die Erfolgsquote der Kinder ab. „Wenn die Familie dem betroffenen Kind mit gutem Beispiel vorangeht, voll hinter ihm steht, hat das Kind beste Chancen auf ein gesundes Körpergewicht.“

Je früher den überschüssigen Kilos der Kampf angesagt wird, desto höher sind die Erfolgsaussichten. Nur drei von zehn übergewichtigen Kindern bleiben auch als Erwachsene zu dick, bei beleibten Jugendlichen sind es bereits acht von zehn, die ihre Fettpölsterchen nicht mehr loswerden. „Deshalb beginnen wir mit der Vorbeugung schon in der Kinderbetreuung“, so Wucher. „Es soll nicht so weit kommen, dass 15-Jährige 120 Kilo haben.“ Michael Benvenuti##

„Weltgrößte Epidemie“

Die Weltgesundheitsorganisation WHO spricht in Zusammenhang mit Übergewicht und Adipositas „von der weltgrößten Epidemie“. 2005 waren bereit eine Milliarde Menschen übergewichtig, 300 Millionen davon adipös. Adipositas erhöht das Risiko für ernstzunehmende Gesundheitsprobleme wie Diabetes, Herzkrankheiten, Schlaganfall, Atemwegserkrankungen sowie Brust-, Gebärmutter-, Prostata- und Dickdarmkrebs erheblich.

Anmeldungen zu den im Oktober startenden aks-Pilotgruppen und den im Februar beginnenden regulären Gruppen sind unter Tel. 05574/64570 möglich.

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