Zwei Soldaten in Berg-Karabach durch Schüsse getötet

Trotz einer vereinbarten Waffenruhe sind im Bereich der umstrittenen Region Berg-Karabach erneut Soldaten getötet worden. Die beiden armenischen Soldaten seien am Dienstag in der Früh beim Beschuss durch die aserbaidschanische Armee getötet worden, teilte das Armenien-treue Verteidigungsministerium von Berg-Karabach mit.


Es warf Aserbaidschan vor, die Waffenruhe, die nach der jüngsten Eskalation in dem Konflikt mit Dutzenden Toten zwischen den früheren Sowjetrepubliken Armenien und Aserbaidschan vereinbart worden war, seit ihrem Beginn am 5. April bereits 80 Mal verletzt zu haben.

Der Nationalitätenkonflikt um Berg-Karabach entbrannte bereits vor dem Zerfall der UdSSR. Zwischen 1988 und 1994 starben rund 20.000 Menschen im Krieg um das heute fast nur noch von Armeniern bewohnte Gebiet innerhalb Aserbaidschans. Rund eine Million Menschen wurde vertrieben. Die Region ist mit 4.400 Quadratkilometern etwas größer als das Burgenland und hat rund 145.000 Einwohner.

1994 wurde ein Waffenstillstand geschlossen, er wurde aber immer wieder gebrochen. Anfang April kam es einmal mehr zu einer Eskalation. Bei mehrtägigen heftigen Kämpfen wurden mindestens 110 Soldaten und Zivilisten beider Seiten getötet.

Die internationale Gemeinschaft betrachtet Berg-Karabach weiterhin als Teil Aserbaidschans. Baku hat aber weder Kontrolle über die Region noch über die umliegenden besetzten Gebiete. Die international nicht anerkannte “Republik Nagorny-Karabach” lehnt sich eng an Armenien, mit dem es durch einen Korridor verbunden ist, an. Das zwischen den Feinden Aserbaidschan und Türkei gelegene Armenien ist wiederum stark von Russland abhängig, während sich das autokratisch regierte Aserbaidschan aufgrund seiner Öl- und Gasvorkommen weitreichende Eigenständigkeit leisten kann.

Verhandlungen innerhalb der sogenannten Minsk-Gruppe der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) über einen Friedensvertrag und eine dauerhafte Klärung des Status’ von Berg-Karabach zwischen Baku und Eriwan verlaufen seit Jahren im Sande.

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