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Zwei Palästinenser bei israelischem Militäreinsatz getötet

Rauchschwaden nach israelischem Militäreinsatz in Jenin
Rauchschwaden nach israelischem Militäreinsatz in Jenin ©APA/AFP
Bei einem israelischen Militäreinsatz im Westjordanland sind in der Nacht zum Montag zwei Palästinenser getötet worden. Ein 22-Jähriger und ein 25-Jähriger seien im Dorf Kafr-Dan nahe der Palästinenserstadt Jenin tödlich verletzt worden, teilte das Gesundheitsministerium in Ramallah mit. Es handle sich um einen Angehörigen der militanten Hamas und um einen weiteren Mann, verlautete aus Palästinenser-Kreisen. Drei weitere Menschen seien verletzt worden, so das Ministerium.

Der Hamas zufolge war das getötete Mitglied der politischen Palästinensergruppe 17 Jahre alt und das zweite Opfer ein 21-Jähriger. Zu den Auseinandersetzungen soll es gekommen sein, weil israelische Soldaten in die Ortschaft vordrangen, um dort die Häuser zweier bereits im September getöteter bewaffneter Palästinenser zu zerstören. Sie waren Tatverdächtige bei einem Vorfall im September, bei dem ein israelischer Soldat getötet worden war.

Die israelische Armee bestätigte den Abriss der Häuser und sprach von einer Razzia. Soldaten hätten in Kafr-Dan auf Palästinenser gefeuert, die sie mit Steinen und Brandsätzen angegriffen sowie beschossen hätten, teilte die Armee mit. Auf israelischer Seite habe es keine Opfer gegeben.

Jenin gilt als Hochburg militanter Palästinenser. Nach einer Serie von Anschlägen auf Israelis, die im März vergangenen Jahres begonnen hatte, unternimmt die Armee dort und generell im Westjordanland vermehrt Razzien. Dabei kommt es beinahe täglich zu tödlichen Konfrontationen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Ramallah wurden im Jahre 2022 insgesamt 172 Palästinenser bei Zusammenstößen oder eigenen Anschlägen getötet, so viele wie noch nie seit 2006.

Die Opfer auf palästinensischer Seite sind die ersten seit Amtsantritt der extrem rechts stehenden Regierung unter Ministerpräsident Benjamin Netanyahu in der vergangenen Woche. Israels neue Regierung will den Siedlungsausbau auch in den Gebieten vorantreiben, die die Palästinenser für einen künftigen Staat beanspruchen. "Die Regierung wird die Besiedlung aller Teile Israels voranbringen und entwickeln - in Galiläa, in der Negev-Wüste, auf den Golanhöhen und in Judäa und Samaria (Westjordanland)", heißt es in den Leitlinien der rechts-religiösen Koalition, die Ende Dezember veröffentlicht wurden.

(APA/dpa/Reuters)

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