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Zwei goldene Ehrenzeichen verliehen

&copy APA: das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste am Land Wien
&copy APA: das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste am Land Wien
Marianne Gruber, Schriftstellerin und Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Literatur, und der Architekt Raimund Abraham sind am Mittwoch im Wiener Rathaus mit dem „Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien“ ausgezeichnet worden.

Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (S) würdigte Gruber als Frau des Wortes und Abraham als Visionär des Bauens. „Beiden gemeinsam ist das gesellschaftspolitische Engagement. Beide äußern sich zu Vorgängen in der Gesellschaft und waren dafür oft Kritik und Ignoranz ausgesetzt“.

„Von einem, der auszog, um anderen das Fürchten zu lehren“ betitelte Wolf D. Prix von Coop Himmelb(l)au seine Laudatio auf Abraham, der „ein Besessener der Architektur“ sei. „Abrahams Architektur ist Gewinn, ist Architektur von dauerhafter Zukunft“. Gruber verarbeite antike Stoffe, versuche aufzurütteln und Mut zu machen für den Alltag, meinte ORF-Redakteur Adalbert Krause in seiner Laudatio auf die Schriftstellerin. Als Präsidentin habe Gruber den Horizont der Österreichischen Gesellschaft für Literatur erweitert und ihr internationale Anerkennung verschafft.

Stolz über Auszeichnung

Abraham sagte in seinen Dankesworten, er nehme die Auszeichnung mit Stolz an. Seine Jahre in Wien seien die einflussreichsten seines Lebens gewesen, er habe Wien nur geographisch verlassen. Auch Gruber sagte, sie verdanke dieser Stadt manches, etwa die Begegnung mit dem verehrten Viktor Frankl, aus der eine Freundschaft entstanden sei, mit ihrem Mentor Hans Weigel und vielen anderen Persönlichkeiten, die sie geprägt hätten. Sie liebe diese Stadt, selbst dann, wenn sie sie kritisiere.

Kurzbiografie Raimund Abraham

Raimund Abraham, geboren 1933 in Lienz, studierte in Graz Architektur. 1964 ging er in die Vereinigten Staaten von Amerika. Seit 1971 ist er Professor für Architektur an der Cooper Union und am Pratt Institute New York. Als Gastprofessor war er unter anderem auch an den Universitäten von Yale, Harvard und Graz tätig. Ausstellungen seiner Arbeiten wurden unter anderem im Museum of Modern Art New York, Centre Pompidou Paris, Pinakothek Athen, Leo Castelli Galerie New York, Architektur Museum Frankfurt und in der Galerie Krinzinger Innsbruck gezeigt.

Abraham baute herausragende moderne Einfamilienhäuser mit skulpturalem Charakter noch vor seiner Übersiedlung in die USA. In den USA entwarf er u. a. standardisierte Billighäuser (Providence, Rhode Island, 1968/69), ein Tagesheim für Kinder (1968/69), die Rainbow Plaza in Niagara Falls (1973/77) und die Anthology Film Archives (New York, 1980/89). Für die Internationale Bauausstellung in Berlin baute er einen Büro- und Wohnungskomplex (1980/87), 1987/91 errichtete er die Siedlung Traviatagasse in Wien, 1990/93 baute er ein Bürohaus in Graz und 1998/2002 verwirklichte er seinen wohl spektakulärsten Bau, das Österreichische Kulturforum in New York. Kurz vor dessen Eröffnung legte er aus Protest gegen die FPÖ-Regierungsbeteiligung in einem symbolischen Akt seine österreichische Staatsbürgerschaft zurück.

Das Leben von Marianne Gruber

Marianne Gruber, geboren 1944 in Wien, studierte mehrere Semester Medizin, sowie Psychologie bei Viktor Frankl. Zu publizieren begann sie 1972. Ihre wichtigsten Bücher sind „Die gläserne Kugel“ (1981), „Protokolle der Angst“ (1983), „Zwischenstation“ (1986), „Der Tod des Regenpfeifers“ (1991), „Windstille“ 1991, „Esras abenteuerliche Reise auf dem blauen Planeten“ (1992), „Die Spinne und andere dunkelschwarze Erzählungen“ (1995) und „Ins Schloss“ (2004).

Gruber ist Mitglied, seit 1988 auch Vorstandsmitglied, des “Österreichischen P.E.N. Club“. Seit dem Jänner 1994 ist sie Präsidentin der “Österreichischen Gesellschaft für Literatur“. Sie wurde u. a. mit dem „Literaturförderungspreis des Landes Niederösterreich“ (1982), einem Staatsstipendium des BM f. Unterricht und Kunst (1990), dem „Jugendbuchpreis der Stadt Wien“ (1992) und dem „Würdigungspreis für Literatur“ 1997 ausgezeichnet.

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