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Zwangsarbeiter entschädigt

4000 Zwangsarbeiter, die während der Nazi-Herrschaft in Vorarlberg beschäftigt waren, wurden mit Geld aus dem Versöhnungsfonds entschädigt. Zwangsarbeit in Vorarlberg

Dies teilte gestern der mit den Erhebungen zum Versöhnungsfonds in Vorarlberg beauftragte Landesbeamte Dr. Wilfried Längle mit. Längle: „Die Zahl ist hochgerechnet, weil etliche Frauen und Männer auch in anderen Bundesländern beschäftigt waren und von dort ihre Entschädigung erhalten haben.“ Österreichweit wurden mehr als 130.000 Zwangsarbeiter entschädigt.

Die finanzielle Entschädigung wurde in drei Kategorien gewährt: Frauen und Männer, die in Haus- und Landwirtschaft beschäftigt waren, erhielten jeweils 20.000 Schilling (1453 Euro). Bau- und Industriearbeiter 35.000 Schilling (2544 Euro). KZ-Arbeiter – die es in Vorarlberg aber nicht gab – 105.000 Schilling (7631 Euro).

„Das scheint auf den ersten Blick wenig Geld zu sein“, erklärt der mit den Erhebungen zum Versöhnungsfonds in Vorarlberg beauftragte Dr. Wilfried Längle. „Wenn man aber bedenkt, dass die meisten Zwangsarbeiter in Vorarlberg aus Gebieten der ehemaligen Sowjetunion kamen, ist das relativ viel Geld. In der Ukraine sind Pensionen von 30 Euro pro Monat durchaus üblich.“

Fonds 2001 eingerichtet

Der Versöhnungsfonds wurde 2001 eingerichtet und mit damals sechs Milliarden Schilling gefüllt. Drei Milliarden zahlten Bund und Länder, die anderen drei Milliarden bezahlten Wirtschaftsunternehmen, die direkt oder indirekt von den Zwangsarbeitern profitiert hatten. Das Land Vorarlberg steuerte – anteilsmäßig – 21 Millionen Schilling bei. Rund 100 von ursprünglich 436 Millionen Euro dürften im „Topf“ verbleiben. Das übrige Geld wird für humanitäre Zwecke in Osteuropa verwendet.

Tausende Beschäftigte

Über zehn Millionen Ausländer, vor allem aus Osteuropa, wurden während des Zweiten Weltkriegs (1939 bis 1945) vom nationalsozialistischen Regime zur Arbeit auf dem Gebiet des heutigen Österreich gezwungen. Sie dienten als Sklavenarbeiter, während die einheimischen Männer in die Wehrmacht eingezogen wurden. Nach Vorarlberg wurden 20.000 bis 30.000 Zivilisten verschleppt.

Spät, aber doch . . .

Jahrzehntelang wurde das Thema „Zwangsarbeit“ in Österreich totgeschwiegen und „ausgesessen“, bis die meisten Zwangsarbeiter gestorben waren.

In Vorarlberg waren es besonders die Buchautorin Margarethe Ruff und Historiker der August-Malin-Gesellschaft, die Anfang der 90 er-Jahre eine Wiedergutmachung forderten. „Schön, dass endlich ausbezahlt wurde“, sagt Ruff: „Wir werden persönlich überprüfen, ob das Geld bei den Betroffenen auch angekommen ist.“ „Auch die Fonds-Verantwortlichen machen Kontrollen vor Ort“, so Längle.

Literaturtipp: Margartehe Ruff: „Um ihre Jugend betrogen – ukrainische Zwangsarbeiter in Vorarlberg 1942 bis 1945“.

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