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Zustimmung zum Erneuerbaren-Ausbau in Österreich gesunken

Windräder sind unter den Erneuerbaren am unbeliebsten
Windräder sind unter den Erneuerbaren am unbeliebsten ©APA/dpa
Die österreichische Bevölkerung steht dem Ausbau der erneuerbaren Energieträger kritischer gegenüber als noch Ende 2022. Das zeigt eine Umfrage der WU Wien mit dem Beratungsunternehmen Deloitte und Wien Energie. Demnach stehen 74 Prozent der Befragten hinter erneuerbaren Energieprojekten in oder nahe der eigenen Gemeinde, bei der letzten Erhebung waren es noch 79 Prozent. Die meiste Zustimmung gibt es dabei für Photovoltaik, Windkraftanlagen sind dagegen am unbeliebtesten.

"Wir sehen, dass die Zustimmungswerte für Windkraftprojekte im eigenen Umfeld auf unter zwei Drittel gesunken sind. Und auch die eigentlich sehr beliebte Photovoltaik erreicht mit 83 Prozent den niedrigste Akzeptanzwert seit Beginn der Studienreihe - das ist ein besorgniserregendes Ergebnis", sagte Nina Hampl, Verantwortliche an der Wirtschaftsuniversität Wien (WU), laut Aussendung.

Im Zusammenhang mit dem Ausbau der Erneuerbaren zeigt sich häufig das sogenannte Floriani-Prinzip. Dieses besagt, dass Menschen einer Sache zwar grundsätzlich positiv gegenüberstehen, sie aber nicht in ihrem eigenen Umfeld haben wollen. Es tritt etwa oft auf, wenn es um Infrastruktur wie Windkraftanlagen oder Überlandleitungen geht, und bremst die Energiewende. Entgegenwirken könne man beispielsweise, indem man die Bevölkerung in Entscheidungsprozesse einbindet und Ausbaupläne transparent kommuniziert, sagte Umweltökonomin Sigrid Stagl im Mai 2023 im Gespräch mit der APA.

Auch die Zustimmung der Befragten zu klimapolitischen Maßnahmen ist gesunken. Zwei Drittel der Befragten waren der Meinung, dass bei der Energie- und Mobilitätswende auf Anreize statt Verbote gesetzt werden sollte. Für ein generelles Verbot von Gasheizungen ab 2040 in Neubauten und im Bestand sprachen sich 36 Prozent aus, dagegen waren 38 Prozent. Immerhin 51 Prozent befürworten das österreichische Ziel der Klimaneutralität bis 2040 voll oder eher, 2022 waren es noch 60 Prozent. Rund ein Fünftel, nämlich 22 Prozent, stimmten dem Ziel 2023 überhaupt nicht oder eher nicht zu. Ähnlich verhält es sich mit dem Vorhaben, den österreichischen Stromverbrauch bis 2030 zur Gänze aus erneuerbaren Energiequellen zu decken: 2023 standen 55 Prozent der Befragten dahinter, 2022 waren es noch 66 Prozent. Explizit oder eher dagegen waren 15 Prozent der Befragten.

Die Einführung der CO2-Steuer befürworteten 2023 nur etwas mehr als ein Viertel der Befragten (28 Prozent), 2022 lag die Zustimmung bei 30 Prozent. Fast die Hälfte (48 Prozent) sprach sich 2023 gegen die Maßnahme aus. Dennoch ist der Klimawandel für die Befragten das wichtigste Problem der nächsten 20 Jahre, gefolgt von Zuwanderung und Teuerung. Rund 65 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren der Ansicht, dass Österreich den Ausbau erneuerbarer Energietechnologien weiter beschleunigen sollte, um die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern weiter zu reduzieren (2022: 77 Prozent).

Die Befragung wird seit 2015 jährlich jeweils im Oktober und November unter rund 1.000 Personen im Alter von 18 bis 70 Jahren durchgeführt. Die Stichprobe sei repräsentativ für die österreichische Bevölkerung in Bezug auf Alter, Geschlecht, Bundesland, Ausbildungsgrad, sowie Haushaltseinkommen und Wohnstatistik, heißt es in den Eckdaten zur Studienreihe.

(APA)

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