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Zurück zum eigenen Vergewaltiger

"Diese Geschichte war für mich fürchterlich", erinnert sich die 42-jährige Handwerkerin an jenen Septemberabend als sie von ihrem 54-jährigen Partner in dessen Nenzinger Wohnung vergewaltigt wurde. "Trotzdem bin ich sicher, dass er mich liebt."

Mit dieser Aussage sorgt das Opfer bei Staatsanwalt Walter Kohler für Kopfschütteln. „Es war Liebe“, versucht Verteidiger Alexander Juen das Unverständliche zu erklären. „Eine zu bestrafende Form eines Liebesbeweises“, will Juen die Tat zwar nicht beschönigen. Doch der Angeklagte habe Angst gehabt seine Freundin zu verlieren, deshalb sei es zu diesem Hilfeschrei in eine vollkommen falsche Richtung gekommen, so der Anwalt.

Als die Frau sich wegen zunehmender Krisen nach einer eigenen Wohnung umsah, geriet der Mann in Panik. Als er das Zimmer betrat, wollte er anfangs nur reden, in der Folge dann aber doch auch streicheln, küssen, Sex. Alles Dinge, welche seine Partnerin ablehnte. Er riss ihr die Pyjamahose runter, presste ihr den Arm so stark auf den Hals, dass sie kaum noch Luft bekam. „Du bist selber schuld an dem was dir jetzt passiert“, urteilte der nach Rauch und Schweiß Stinkende. Dann vergewaltigte er die Frau, entschuldigte sich und verließ den Raum.

Neustart

Trotz allem will es das Paar nochmals versuchen. Der Versuch der Frau, das Strafverfahren in letzter Sekunde abzubrechen, schlug fehl. Denn nach einer Gesetzesänderung nützt es dem Täter heute nichts, wenn die Lebensgefährtin die Ermächtigung zur Strafverfolgung zurückzieht. Er wird dennoch verurteilt. Ein Jahr bedingte Haft steht als Rute im Fenster, 9000 Euro muss der Vergewaltiger bezahlen. Das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig.

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