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Zunehmenden Notruf-Missbrauch

Rund 200 Anrufe gehen täglich auf der Notrufnummer der Landesleitzentrale und den drei Bezirksleitzentralen der Gendarmerie in Vorarlberg ein. 90 Prozent davon sind Fehlalarme, ein Teil davon stammt von Kindern und Jugendlichen.

Die meisten davon werden nicht absichtlich, sondern aus Unwissenheit abgesetzt. „Viele Leute wissen nicht, dass die SOS-Taste des Mobiltelefons den Gendarmerie-Euro-Notruf 112 aktiviert“, sagte Werner Lau von der Gendarmerie-Leitzentrale im Gespräch mit der APA.

Der Handy-Boom ist nach Ansicht von Revierinspektor Werner Lau eine der Ursachen für die stark angestiegene Zahl von Anrufen auf der Notrufnummer. Lau vermutet, dass viele Leute die Gebrauchsanweisung ihres Mobiltelefons nicht durchlesen: „Immer wieder rufen Leute auf der Notrufnummer an, weil sie meinen, die SOS-Taste verbinde sie mit einer Servicestelle des Telefonbetreibers.“ Tatsächlich wird damit der Gendarmerie-Euro-Notruf aktiviert, der in Vorarlberg genauso wie die Notrufnummer 133 in der Gendarmerie-Landesleitzentrale „landet“.

Durchschnittlich alle fünf Minuten geht ein Notruf bei der Gendarmerie-Landesleitzentrale in Bregenz und den drei Bezirksleitzentralen in Dornbirn, Feldkirch und Bludenz ein. „Viele Handy-Benutzer wissen offenbar nicht, dass die SOS-Taste auch funktioniert, wenn keine SIM-Card im Gerät ist oder der PIN-Code nicht eingegeben wurde“, meint Lau. Der Gendarm appelliert deshalb, beim eingeschalteten Gerät die Tastensperre zu aktivieren, damit nicht versehentlich der Notruf ausgelöst wird. Außerdem sollten ausrangierte Handys nicht Kindern zum Spielen gegeben werden.

Ein Teil der Fehlalarme stammt von Kindern und Jugendlichen, die sich, so Lau, „offenbar einen Jux machen wollen und von Telefonzellen aus den Notruf betätigen“. Diese jungen Leute macht Lau darauf aufmerksam, dass auf dem Display in der Leitzentrale die Nummer der Telefonzelle aufscheint, von der aus angerufen wurde.

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