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Zum Sieg gefightet

Jürgen Melzer hat am Sonntag im Schlusseinzel des Daviscup-Länderkampfs Österreich-Finnland seinen wohl wichtigsten Sieg gefeiert.

Der 21-jährige Niederösterreicher, der erstmals beim Stand von 2:2 einlaufen musste, hielt dem großen nervlichen Druck stand und rang den zweitbesten Finnen Tuomas Ketola nach 3:28 Stunden mit 7:6(2),3:6,6:7(6),6:2,6:2 nieder. Melzer, der einen 1:2-Satzrückstand noch in einen Sieg verwandelte, merzte damit die Schlappe von Stefan Koubek gegen Jarkko Nieminen aus. Koubek hatte zuvor nach inferiorer Leistung (“Ich hätte mich danach am liebsten eingegraben”) mit 3:6,2:6,3:6 verloren. Österreich kämpft damit vom 19. bis 21. September um die Rückkehr in die Weltgruppe.

“Nachdem ich den dritten Satz verloren hatte, habe ich gewusst: Es gewinnt nur der, der das mehr will. Ich habe nur Angst gehabt, dass ich Krämpfe kriege”, meinte ein überglücklicher Melzer, der am Freitag im fünften Satz gegen Nieminen von Krämpfen gehandicapt war. “Es ist schön, dass wir einen Österreicher haben, der bei so einem Stand reinlaufen kann und die Kohlen aus dem Feuer holt”, war auch Daviscup-Kapitän Günter Bresnik erleichtert.

Das Entscheidungsmatch verlief enorm spannend. Ohne Serviceverlust ging es gleich im ersten Satz ins Tie-Break, das Melzer souverän mit 7:2 für sich entschied. Doch Ketola, nur die Nummer 182 der Welt, zeigte Kampfgeist und schaffte den Satzgleichstand. Ebenfalls spannend dann Satz drei: Der Niederösterreicher vergab bei 6:5 zwei Satzbälle und musste erneut ins “Jeu decisif”. In diesem wehrte er bei 4:6 zwar zwei Satzbälle ab, darunter ein Doppelfehler Ketolas, doch der Finne holte den Satz mit 8:6.

Wer nun erwartete, dass Ketola die Partie zu seinen Gunsten entschieden hat, wurde eines Besseren belehrt: Ketola wurde immer müder, Melzer gelang gleich im Eröffnungsgame des vierten Satzes das erste Break gegen den Finnen. Nach nur 28 Minuten stellte Melzer den Satzgleichstand her. Im fünften Satz war das Rebreak zum 1:1 für Ketola dessen letztes Aufflackern, danach war er chancenlos und dem körperlich stärkeren Melzer klar unterlegen.

Tennis-Daviscup in St. Anton – Österreich – Finnland: 2:2

Stefan Koubek – Tuomas Ketola: 7:5,4:6,7:6 (7/3),6:1
Jürgen Melzer – Jarkko Nieminen 6:7 (5),6:4,4:6,6:4,4:6
Julian Knowle/Alexander Peya – Nieminen/Ketola 2:6,6:4,7:6(4),7:5
Koubek – Nieminen 3:6,2:6,3:6
Melzer – Ketola: 7:6(2),3:6,6:7(6),6:2,6:2

Links zum Thema:
Daviscup in St. Anton
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