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Zum Geburtstag gab es "nur" 20 Monate Gefängnis

Ex-Freundin hat aus Liebe bei Einbrüchen mitgemacht.
Ex-Freundin hat aus Liebe bei Einbrüchen mitgemacht. ©VOL.AT/Bernd Hofmeister
Feldkirch - Ein Vorbestrafter (21), der seinen Geburtstag im Gefängnis feierte, hatte 20 Einbrüche begangen. Mit einer milden Strafe machte das Landesgericht Feldkirch am Mittwoch dem Angeklagten wohl ein Geburtstagsgeschenk.

Den Geburtstag des nunmehr 21-Jährigen am Tag der Hauptverhandlung habe der Schöffensenat „wohlwollend berücksichtigt“, sagte die Vorsitzende, Richterin Angelika Prechtl-Marte. Trotz 26 Einbrüchen und fünf Diebstählen kam der vierfach einschlägig Vorbestrafte mit 20 Monaten Gefängnis davon. Der Strafrahmen für den jungen Erwachsenen betrug sechs Monate bis zehn Jahre Haft. Schuldig gesprochen wurde der Wolfurter wegen gewerbsmäßig schweren Diebstahls durch Einbruch, Veruntreuung, unbefugten Gebrauchs von Fahrzeugen und Urkundenunterdrückung. Das Urteil, das der geständige und von Stefan Huchler verteidigte Angeklagte annahm, ist nicht rechtskräftig.

Die Voraussetzungen für Therapie statt Strafe hält die Richterin nicht mehr für gegeben. Der 21-Jährige ist zwar drogensüchtig, die Einbrüche hat der zwischenzeitlich obdachlose Arbeitslose ihrer Meinung nach aber vorwiegend zur Finanzierung seines Lebensunterhalts verübt. Der Drogenabhängige hat bereits drei stationäre Therapien abgebrochen. Deswegen muss er frühere Freiheitsstrafen nun doch verbüßen. Derzeit sitzt der junge Mann vier Jahre Gefängnis ab. Darunter auch eine mehrjährige Haftstrafe nach einem Raubüberfall mit einem Messer im Drogenmilieu.

Aus Liebe mitgemacht

Seine unbescholtene Ex-Freundin wurde zu drei Monaten bedingter Haft und einer unbedingten Geldstrafe von 960 Euro verurteilt. Auch dieses Urteil ist nicht rechtskräftig. Die inzwischen 20-Jährige war bei einigen Einbrüchen mit dabei gewesen. Sie habe aus Liebe mitgemacht und deswegen auch Arbeitgeber bestohlen, sagte die angeklagte Dornbirnerin. Er sei ihre erste Liebe gewesen und habe das schamlos ausgenutzt, sagte ihr Verteidiger Manfred Lenz. „Die erste Liebe ist aber nicht strafmildernd“, entgegnete ihm die Vorsitzende des Schöffengerichts.

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