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Zukunftsvision Unterflurtrasse: So könnte es künftig in Lochau aussehen

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Hubert Rhomberg und Frank Matt präsentierten eine Zukunftsvision für Lochau.
Hubert Rhomberg und Frank Matt präsentierten eine Zukunftsvision für Lochau. ©VOL.AT/Mayer, Reinventing Society, Canva Pro
Mirjam Mayer (VOL.AT) mirjam.mayer@russmedia.com
IV Vorarlberg und Gemeinde Lochau präsentierten eine mutige Zukunftsvision für eine Unterflurlösung in Richtung Deutschland. Nun sei es am Land, eine Entscheidung zu fällen.
Industrie und Lochau setzen weiter auf die Unterflurtrasse

IV-Vizepräsident Hubert Rhomberg und der Lochauer Bürgermeister Frank Matt sind sich einig: Es braucht mutige Visionen für einen unterirdischen Gleisausbau Richtung Deutschland. Ein Zukunftsbild zeigt, wie diese Unterflurlösung künftig aussehen könnte.

Darum geht es:

  • IV Vorarlberg und Gemeinde Lochau präsentieren Zukunftsvision für Unterflurlösung in Richtung Deutschland.
  • Unterirdischer Bahnausbau soll Verkehr, Lärm und Sicherheitsprobleme vermeiden.
  • Gemeinden zeigen geschlossenen Widerstand gegen oberirdischen Ausbau.

"Oberirdisch wäre das Einfachste"

Der Bahnausbau in Vorarlberg wird seit Jahren diskutiert. Der Ausbau der bestehenden Bahnlinie stellt die Gemeinden und Regionen vor die wichtige Entscheidung: ober- oder unterirdischer Ausbau? "Oberirdisch wäre das Einfachste, weil man einfach ein Gleis dazu legt", meint Rhomberg gegenüber VOL.AT. Man habe die Pipeline verbreitert und könnte hier ein Gleis dazulegen. "Man hat dann aber oberirdisch natürlich sehr viel Verkehr, vor allem Güterzüge, vermutlich auch Nacht. Die erfordern dann Lärmschutzwände. Die Lärmschutzwand heißt, wir sehen nichts mehr vom See, die Menschen haben nichts mehr vom See", verdeutlicht er. Er rechnet daher mit einem großen Widerstand, "so groß, dass es nicht zustande kommt". Das wiederum würde bedeuten, dass dringend notwendige zusätzliche Kapazitäten für die Industrie fehlen. "Wir brauchen die Verbindung des Landes mit dem Norden, der Industrie, des Anschlusses", so Rhomberg.

IV-Geschäftsführer Christian Zoll, Frank Matt und Hubert Rhomberg vor dem Zukunftsbild. ©VOL.AT/Mayer

"Bei einer Unterflurlösung ist die Frage, wo beginnt quasi der Teil, beginnt man unter die Erde zu fahren?", meint der IV-Vizepräsident zum präsentierten Zukunftsbild. "Und das wäre hier natürlich vorgesehen an der Staatsgrenze. Falls Deutschland hier auch ein Interesse entwickelt und mitspielt, kann auch sein, dass es weiter draußen ist." Die Visualisierung zeige einen Möglichkeitsraum für eine Zukunft, in der die Bahn eben nicht oberirdisch fahre. "Ich glaube, das Wichtigste ist jetzt einmal, dass alle betroffenen Gemeinden das Potenzial natürlich sehen und die Gefahr und geschlossen sind", gibt Rhomberg zu verstehen.

So sieht es aktuell in Lochau aus. ©Luca Fasching
Das Zukunftsbild der Unterflurtrasse. So könnte es 2045 in Lochau aussehen. ©Reinventing Society

Unterflurtrasse: Vision oder reale Zukunft?

Frank Matt betont die Notwendigkeit einer unterirdischen Variante für die Gemeinde Lochau: "Oberirdisch zweigleisig ist unvorstellbar, bringt mehr Lärm, mehr Gefahren und weniger Lebensqualität in unserem Ort. Also wir brauchen eine unterirdische Variante, sei es durch eine Unterflurtrasse, die bis nach Lindau reicht, oder auch eine Pfändertunnelvariante", gibt er zu verstehen. "Die Diskussion, dass es zu einem Verkehrschaos bzw. dass die Strecke zwischen Bregenz und Lindau während der Bauzeit nicht mehr geführt werden kann, wäre durch eine Pfändertunnelvariante obsolet." Wichtig ist Matt, dass das Seeufer nicht verschandelt wird: "Hier am Seeufer wollen wir mehr Lebensqualität, weniger Lärm und mehr Sicherheit", betont er.

Frank Matt ist ganz klar für eine unterirdische Lösung. ©VOL.AT/Mayer

Land muss aktiv werden

Dennoch, ein unterirdischer Bahnausbau stellt technische und planerische Herausforderungen dar, deren Umsetzung genau geprüft werden muss. "Man hat ja auch schon oft gesagt, die Pipeline im Bregenz ist der Strand von Dornbirn oder Feldkirch, weil mit der Bahn ja in acht Minuten quasi von Dornbirn da ist. Das heißt, es betrifft wesentlich mehr Leute als vielleicht nur jetzt Lochau oder Bregenz", betont Rhomberg. "Ich glaube, dass jetzt konkret eine Vorplanung erfolgen muss, diese ganze Machbarkeit noch einmal vertieft werden muss, damit klar ist, jawohl, das geht." Dabei spiele die Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden, dem Land und der Österreichischen Bundesbahn (ÖBB) eine entscheidende Rolle. Rhomberg sieht das Land Vorarlberg nun in der Pflicht, aktiv zu werden und Entscheidungen zu treffen.

Video: Frank Matt im Gespräch

Gemeinsamer Widerstand gegen oberirdischen Ausbau

Sowohl Romberg als auch Matt betonen die geschlossene Front der betroffenen Gemeinden gegen einen oberirdischen Ausbau. "Gegen eine oberirdische doppelgleisige Zugverbindung zwischen Bregenz und Lindau werden wir heftigen Widerstand leisten", verdeutlicht Matt. Bei der nächsten Gemeindevertretungssitzung werde ein Antrag gegen den oberirdischen Ausbau der Bahn im Lochauer Gebiet eingebracht, verdeutlicht das Gemeindeoberhaupt gegenüber VOL.AT. "Ich denke, wir haben bisher immer gemeinsam für Lochauer zusammengearbeitet in unserer Gemeindevertretung. Auch hier werden wir das Problem gemeinsam angehen."

(VOL.AT)

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