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Zufriedenes Leben in der eigenen Galerie

Herbert Schedler und der blaue Baum
Herbert Schedler und der blaue Baum ©Edith Rhomberg
Herbert Schedler war ein gefragter Restaurator und blickt zurück auf ein erfolgreiches Leben als Bildhauer.
Herbert Schedler

Dornbirn/Hörbranz. Das Modellieren geht zuweilen über auf die Botanik, auf Sträucher und Bäume. Zuschneiden, nennt Herbert Schedler das, und er nimmt Rücksicht darauf, was eine Pflanze zulässt. Das ist ihm wichtig. Für Formen hat er von jeher den Blick und das Gespür. Unschwer zu erkennen ist das an den Skulpturen aus unterschiedlichen Materialien, die vor dem Haus des Bildhauers in der Bachgasse stehen. Das Gras darf hier wachsen. Hohe Eschen musste er ausholzen, wegen einer Krankheit der Bäume. Dafür fällt jetzt zusätzliches Licht und mehr Sonne auf das Grundstück, und der Karren ist in der Ferne sichtbar. „Nichts ist so schlecht, dass es nicht auch für etwas gut ist“, sagt Schedler, der in diesem Jahr achtzig wird. Vom Feiern oder davon, sich selber in den Mittelpunkt zu stellen, hält er allerdings wenig. Er lebt lieber etwas zurückgezogen, wie er sagt.

Eine Ausnahme ist die aktuelle Ausstellung in der Werkstattgalerie „Blickwarte“ in Hörbranz, in Zusammenarbeit mit Uli Vonbank-Schedler, der Tochter eines Cousins. „Sie kommt von der Akademie, und meine Basis ist das Handwerk“, informiert der Bildhauer. Grundlagen und Ausbildung für die Bildhauerei erwarb er seinerzeit beim Besuch der Bundesfachschule in Hallein. Herbert Schedler, der seit 1979 ordentliches Mitglied des Berufsverbandes der bildenden Künstler Österreichs (BVÖ Wien) ist, misst der Schau in der Blickwarte große Bedeutung bei. Er zeichnet auch für das ausgeklügelte Ausstellungskonzept verantwortlich. Aber nicht nur für ihn ist das stimmige Resultat ein wichtiges Anliegen. Für den Besitzer der Galerie steht ebenfalls fest, dass die Raumerfahrung diesmal eine ganz neue ist. „Dem Besucher bieten sich zwei verschiedene Eindrücke“, beschreibt Ausstellungsinitiator Hans Sturn die Absicht Schedlers. Während aus der einen Richtung die Werke der beiden Künstler in Farbe zur Geltung kommen, zeigen sich von der gegensätzlichen Sicht Zeichnungen und Skulpturen ausschließlich in schwarz-weiß. Die Bildung von Achsen innerhalb des Raumes bringt Schedlers Skulpturen aus Stuckmarmor, Bronze oder Gips auf einzigartige Weise zur Geltung. Die Exponate sind Köpfe sowie Skulpturen aus der Werkserie „Buch der Körper“. „Für viele überraschend ist die Übereinstimmung der körperhaften Formen zwischen den Blindzeichnungen der Künstlerin und den Skulpturen des Bildhauers“, stellt Sturn fest.

Teppich aus Nachrichten

„Was Uli Vonbank-Schedler in der Galerie Blickwarte zeigt, dürfte nicht nur für die Leser der VN sehr bemerkenswert sein“, ist Herbert Schedler überzeugt. Die Künstlerin, die in der Steiermark lebt, legte eine Art Nachrichtenarchiv an, indem sie große Mengen von Zeitungen zu einem fast zehn Meter langen Teppich verwebte. Der Teppich namens Lochau entstand ausschließlich aus Produkten des Hauses Russmedia, während in Hörbranz auch Zeitungen aus Mailand, Triest oder Lübeck, zu Papierteppichen verwoben, ausgestellt sind.

Wegbereiter für das künstlerische Schaffen des gebürtigen Andelsbuchers war der Beruf des Stuckateurs, erzählt er. Seine Lehrausbildung absolvierte Herbert Schedler in Dornbirn. 1959 legte er die Meisterprüfung ab. Das handwerkliche Können machte ihn zum gefragten Restaurator über die Landesgrenzen hinaus. In den Räumlichkeiten der Alten Pinakothek in München und in der Residenz leitete er in den 1960er Jahren zwei Jahre lang umfangreiche Restaurierungsarbeiten. Auch für das Denkmalamt führte der selbständige Stuckateur zahlreiche anspruchsvolle Aufträge aus. Den Stuck sieht er jedoch nicht nur als Element vergangener Epochen. „Passend in die heutige Zeit entwarf ich den modernen Stuck“, so Schedler. „Meine Stuckkunst beruht auch auf der fortschrittlichen Entwicklung jahrhundertealter Tradition“, ergänzt er. Als sehr bedauerlich bezeichnet er den Umstand dass niemand nachfolgt, der diese Handwerkskunst weiterhin ausüben wird.

Das Haus an der Bachgasse des vierfachen Vaters und sechsfachen Großvaters ist sehenswert und mehr Galerie als Wohnhaus. Hin und wieder, zu besonderen Anlässen, werden Einblicke gewährt. In der Werkstatt und in mehreren Räumen zeigt Schedler seine Werke. Zu jeder Skulptur weiß er eine Geschichte über deren Entstehung zu erzählen. Seine über die Jahre erworbene Bildersammlung ist außerdem sehr beeindruckend. Die Skulpturen sind meist relativ kleinformatig geschaffen. Im Endstadium sieht sie Schedler immer monumental. Eines der großen Objekte ist auf dem Evangelischen Friedhof in St. Margrethen/Schweiz zu sehen. Eine weitere, bedeutende Arbeit ist die für den Architekten Dietmar Eberle realisierte Skulptur. Schedler gab dem Werk, das beim zukunftsweisenden Bürogebäude 2226 von „Baumschlager Eberle“ in Lustenau steht, den bezeichnenden Namen Pharao der Architektur.

Herbert Schedler, geboren 12.11.1936 in Andelsbuch

Stuckateur, Bildhauer

Dornbirn, Bachgasse 41

Ausstellung Blickwarte Hörbranz, Allgäustraße 100

Bis 1. Oktober Samstag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr.

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