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"Zuerst auch die andere Seite hören"

Bludesch - Die Beerdigung eines aus der Kirche Ausgetretenen hat viele verärgert - noch diese Woche bittet Bischof Elmar Fischer laut "VN"-Interview den Bludescher Pfarrer zum Gespräch.

VN: Hatten Sie schon mit dem Bludescher Pfarrer Kontakt? Die Beerdigung eines aus der Kirche Ausgetretenen hat viele verärgert.
Bischof: Ich bin gerade von der Bischofskonferenz zurück gekommen. Wir werden noch diese Woche das Gespräch führen. Der Generalvikar hat eigentlich bereits alles gesagt. Ich möchte zuerst die andere Seite hören, bevor ich entscheide, wie es weitergeht.

VN: Haben Sie den Fall verfolgt?
Bischof: Und auch die Leserbriefe gelesen, die durchaus unterschiedlich ausfielen. Ich kenne Pfarrer August Bechter. An sich versucht er, das Gute zu tun. Die Schwierigkeit liegt eben darin, dass wir einerseits Menschen ernst nehmen müssen, wenn sie aus der Kirche austreten. Andererseits dürfen wir die Angehörigen nicht mit juristischen Spitzfindigkeiten überfahren. Ich weiß aus der Seelsorge, wie wichtig es deshalb ist, mit Angehörigen zu reden.

VN: Stichwort Seelsorge: Mit den Pfarrgemeinderatswahlen sind Sie zufrieden?
Bischof: Es haben sich immerhin 1600 Menschen wieder bereit erklärt, in den Pfarreien mitzuarbeiten. Doch, ich bin zufrieden.

VN: Auch mit der Wahlbeteiligung von knapp 15 Prozent?
Bischof: Immerhin: Von den Gottesdienstbesuchern haben über 80 Prozent an der Wahl teilgenommen.

VN: Dann besuchen nur sehr wenige Kirchenmitglieder den Gottesdienst.
Bischof: Das wissen wir schon lange. Wir leben in einer Zeit, die nicht sehr günstig ist.

VN: Prof. Paul Zulehner nennt die Wahlbeteiligung auch ein Altersproblem. Es fehlen die Jungen.
Bischof: Ich fürchte, das ist einfach Realität. Wenn man andererseits wieder feststellt, wie viele auf Sinnsuche sind, wenn man sich vor Augen führt, dass die Süchtigen immer jünger werden,…

VN: …dann wäre doch genügend Klientel vorhanden.
Bischof: Das denke ich auch. Aber der katholische Glaube verlangt gewisse Anstrengungen. Das bringt zwar Ausrichtung im Leben, aber es fordert einen halt auch.

VN: Papst Benedikt XVI. hat zuletzt empfohlen, das Herzstück der Messe wieder in Latein zu beten. Wird es im Feldkircher Dom in absehbarer Zeit lateinische Messen geben?
Bischof: Darüber habe ich noch nicht nachgedacht. Das müssen wir erst besprechen. Aber in einem Monat ist ja der 80. Geburtstag des Papstes. Da könnte es sein, dass wir Kanon und Wandlungsworte in Latein sprechen.

VN: Quasi als Geburtstagsgeschenk?
Bischof: Genau. Aber entschieden ist noch nichts.

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