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Zinspolitik der Notenbanken setzt Impulse für Gold

Der Öl- und Goldpreis wird stark von den kommenden Konjunkturdaten abhängen.
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Die internationalen Rohstoffpreise sind einer der wichtigsten Einflussfaktoren der Weltwirtschaft. Die VN sprachen daher über die voraussichtliche Entwicklung der Preise wichtigter Rohstoffe mit Jürgen Rupp, Wertpapier- und APM-Consulting, bei der Raiffeisenlandesbank Vorarlberg.  Er führte gegenüber den VN unter anderem zum Ölpreis aus: „Der Kursverlauf vom Rohöl der Sorte Brent war im Jahr 2019 von wechselnden Vorzeichen gekennzeichnet. Zunächst konnte der Ölpreis vom Strategiewechsel der US-Notenbank, auf weitere Leitzinserhöhungen zu verzichten, und von den erneuten Spannungen mit dem Iran, deutlich profitieren. Ab Mai lastete dann vor allem der Handelskonflikt zwischen  USA und China und die damit verbundene spürbare konjunkturelle Abschwächung  auf dem Preis des schwarzen Goldes.“ Und Rupp weiter: „2020 wird der Rohölmarkt von einem gedämpften Nachfragezuwachs und positiven Meldungen vom Rohölangebot der OPECplus (inkl. elf nicht OPEC-Ländern) gekennzeichnet sein. So wurde Ende des Jahres im Zuge des Meetings der OPECplus-Staaten in Wien eine weitere Kürzung der Ölfördervolumina der Mitgliedsstaaten beschlossen. Dies soll insgesamt der rasant wachsenden Ölförderung der Nicht-OPEC-Staaten wie USA oder Norwegen entgegenwirken und den Ölpreis auf einem höheren Niveau halten. Diese Maßnahme dient aber bestenfalls dazu, die Versorgung des weltweiten Erdölmarkts auszubalancieren, und wird daher dem Rohölpreis auch keinen deutlichen Schub verleihen.“ Der Preisverlauf für 2020 sollte trotz einer Verbesserung der globalen Industriedynamik nach wie vor von dem bestehenden Überangebot und einem lahmenden Nachfragewachstum leicht gedrückt werden, woran auch die angekündigten Maßnahmen der OPECplus nichts ändern wird. Vom fundamental gerechtfertigten Wert von 60 US-Dollar je Fass dürfte sich das schwarze Gold im Jahr 2020 daher nicht allzu weit entfernen.“

Palladiumpreis bleibt „gut unterstützt“

„Das Edelmetall Palladium setzte 2019 seine Rallye fort. 2019 stieg der Preis um nahezu 50 Prozent. So ist eine Feinunze Palladium mittlerweile mehr als 450 Dollar teurer als die gleiche Menge Gold“, verweist Rupp auf die Tatsachen. Unter anderem war der Auslöser für die positive Kursentwicklung eine Stromkrise in Südafrika. Südafrika produziert 40 Prozent des weltweiten Palladiums. Durch Betriebsstörungen beim staatlichen Versorger Eskom kam es zu Stromausfällen. Zahlreiche südafrikanischen Bergbauunternehmen stellten deshalb ihren Betrieb ein. Das verkürzte am Markt das ohnehin knappe Palladium-Angebot. Palladium wird hauptsächlich in der ­Automobilindustrie verwendet. Derzeit wird hauptsächlich Palladium zur Abgasreinigung von Benzinern eingesetzt. Alleine in Deutschland stieg  von 2016 bis 2018 der  Absatz von Benzinern um knapp 23 Prozent.  „Die Automobilindustrie hat ihre Käufe erhöht, um die immer strikter werdenden Emissionsstandards einhalten zu können. Die Automobilbranche ist zudem nicht sehr sensitiv bezüglich der höheren Preise, da Palladium nur einen sehr kleinen Teil ihrer Gesamtkosten ausmacht. Daher dürfte der Preis für Palladium aufgrund des anhaltenden Angebotsdefizits  im Jahr 2020 weiter gut unterstützt bleiben“, ist Jürgen Rupp abschließend überzeugt.“

Goldpreis hat Korrekturpotenzial

Bereits 2019 hat die Leitzinssenkungsfantasie in den USA und anderen Notenbanken das gelbe Metall bis auf 1555 USD je Feinunze getragen. In Euro gerechnet wurde mit 1412 Euro sogar ein Rekordwert verzeichnet. „Gold  ist  grundsätzlich eine  unverzinste  Anlage und hat somit im aktuellen Niedrigzinsumfeld eine Konkurrenz weniger. Angesichts  fallender  Konjunkturvorlaufindikatoren  in  den  letzten  Quartalen  hat  die  US-Notenbank  inzwischen die Zinsen bereits mehrmals gesenkt. Tiefe Zinsen und damit einhergehend tiefe Anleihenrenditen unterstützen den Goldpreis.  Gleiches gilt für die neuerliche Lockerung der EZB-Geldpolitik. Jedoch erste Konjunkturvorlaufindikatoren   haben  zuletzt  bereits nach oben gedreht.  Es wird  erwartet,  dass   sich die Situation  in  den  nächsten  Quartalen,  insbesondere  im  Industriesektor  als  Zentrum  der  aktuellen  Konjunkturschwäche, verbessern wird“, erläutert Rupp.

Zinssenkungserwartungen  des  Marktes  dürften  somit nicht  mehr allzu viel Fantasie besitzen. Der  allgemeine  Optimismus  betreffend Gold hat bereits  2019 stark zugenommen, der Preis ist  binnen kurzer Zeit stark  gestiegen  und  der  Markt  hat  bereits  sehr  hohe  Erwartungen  betreffend  einer expansiven Geldpolitik der Zentralbanken vorweggenommen. Sollten somit die US-Konjunkturdaten wieder nachhaltig besser ausfallen, wäre der Goldpreis dementsprechend korrekturanfällig.

Trotzdem bleibt Gold  für eventuelle Konjunkturpessimisten ein guter Hedge für eine US-Rezession. Allerdings sind die Volkswirte aus aktueller Sicht nicht allzu pessimistisch für die Konjunktur 2020. Entsprechend ist  einiges an Korrekturpotenzial im Goldpreis vorhanden.  Trotzdem stellt Gold aufgrund der negativen Korrelation mit anderen Anlageinstrumenten eine sinnvolle Diversifizierung für das Portfolio dar.

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