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Ziele für Beruf und Sport

Die Top 15 im Weltcup der Sportkletterer und weiterhin Erfolg mit der Firma consolution.at sind die langfristigen Ziele von Jürgen Reis. Der NEUE erzählt er, was ihn in Sport und Beruf leitet.

Einer der wissen muss, was man aus dem Spitzensport in den Beruf mitnehmen kann, ist Jürgen Reis aus Dornbirn. Der Sportkletterer ist seit 1996 selbstständig, seit 2000 bietet er mit seinem Team unter consolution.at Internet-Lösungen und Firmen-Beratung an. Für 2004 bereitet Reis ein Seminar zum Thema Spitzensport und Wirtschaft am WIFI vor. Während seiner Verletzungspause (Bruch des rechten Handgelenks im Oktober) hat er sich eingehender mit dem Thema beschäftigt. Der NEUE hat er seine Erfahrungen zu ein paar Stichworten verraten.

  • Planung: Zeit ist ein kostbares Gut, das lernt jeder Sportler. Deswegen ist ein Periodisierungsmodell zu empfehlen. Dabei schaut man sich etwa ein Jahr an, überlegt, wann die relevanten Termine anstehen und plant das Training/die Vorbereitung darauf hin.
  • Konzentration: Unser Gehirn ist multitasking-fähig, kann mehrere Tätigkeiten zugleich bewältigen. Diese tasks sind aber begrenzt. Bei wichtigen Terminen oder Besprechungen sollte man auf jeden Fall Störungsquellen beseitigen und sich nur auf die eine Sache konzentrieren. Dieses Fokussieren macht den Unterschied zwischen Erfolg und Mittelmaß. Ein Hermann Maier telefoniert schließlich auch nicht während eines Rennens.
  • Flow: Das ist diese Phase, wo alles von selber geht, wo die Weltrekorde gemacht werden. Es kommt aufs richtige Timing an. Den Höhepunkt zu planen. Aber man darf nicht vergessen, dass der flow nur temporär da ist. Die Täler davor und danach muss man auch akzeptieren.
  • Motivation: Mangelnde Zielsetzung ist gerade bei Amateursportlern oder im Beruf ein Problem. Mit deutschen Hochspringern wurde diesbezüglich ein Versuch gemacht. Sie hatten zwei Sprünge zu absolvieren, einmal mit Latte und einmal nur mit Lichtschranke. Bei der Lichtschranke waren die Leistungen um etwa 30 Prozent geringer als mit Latte. Also kann jemand mit geringerem Potenzial oft mehr Leistung bringen, wenn nur die Zielvorgabe passt.
  • Ziele: Ein realistisches Fernziel, das die Richtung vorgibt, soll da sein. Und viele kurzfristig erreichbare Ziele, mit denen man sich identifi zieren kann. Vor allem auch die Frage, was ist, wenn das Ziel erreicht ist, sollte geklärt sein.
  • Körper: Dieser Bereich ist für mich gegliedert in Ernährung, Ausdauer, Kraft, Koordination. Der Zugang zum eigenen Körper und der Umgang mit ihm sind sehr wichtig, man sollte versuchen, gesund zu leben, regenerative Phasen einzuhalten.
  • Regeneration: Man sollte nie darauf vergessen, Zeit für sich selbst einzuplanen. Im Spitzensport ist das selbstverständlich. Zuerst kommt das Training, dann die Regeneration in der Sauna. So soll man das auch im Berufsleben handhaben. Auf der einen Seite die Konzentration und Anstrengung, dann die Erholung. Sonst zieht man sich ein Defizit an sich selber heran, körperlich und geistig. Das holt sich der Körper aber wieder – wenn·s sein muss mit einer Krankheit. Man kann sich einfach nicht selbst bescheißen. Ein Burn-out ist oft die Folge von langem Selbstbetrug.
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