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Zeigt Frankenkredit Kehrseite?

©APA
Bregenz - Auf Ungemach gefasst machen muss sich so mancher Häuslbauer oder Wohnungskäufer, der seine Immobilie überwiegend oder ausschließlich mit Franken-Krediten finanzierte.

Vor dem Hintergrund der Turbulenzen am Finanz- und Aktienmarkt bzw. im Kontext zu dem in Österreich geschnürten 100 Mrd. Euro schweren „Bankenpaket“ empfahl gestern die Finanzmarktaufsicht FMA den Banken, keine neuen Fremdwährungskredite mehr zu vergeben und bestehende Frankenkreditnehmer zu einem Aus-oder Umstieg zu motivieren.

Dazu Raiffeisen-Chef Dr. Karl Waltle auf Anfrage: „Es stimmt, dass Vorarlberg die einzige Region weltweit ist, in der 40 Prozent aller Kreditausleihungen an Private in anderer Währung aushaften als in dortiger Einkommenswährung. Wir haben aber auch über 20.000 Grenzgänger, die in Franken gelöhnt werden, also damit kein Währungsrisiko eingehen. Der Zinsvorteil des Franken gegen den Euro wird freilich nie mehr in lang gewohnter Dimension gegeben sein – dazu ist der Markt für den Franken einfach zu klein geworden.“ Raiffeisen vergibt keine Frankenkredite neu und überprüft mit bestehenden Kunden individuell, ob und welche Ausstiegskonstruktion Sinn macht. „Zum Umstieg genötigt wird niemand“ (Waltle).

Die Hypo, die das Risiko vielmehr bei Tilgungsträgern als beim eigentlichen Frankenkredit ortet, wird laut Vorstand Dr. Michael Grahammer wegen der Grenzgänger-Sondersituation „bei sehr guter Bonität des Kunden auch künftig Frankenkredite vergeben“. Nachsatz: Aber tunlichst nicht auf Tilgungsträger-Basis. Auch die Hypo schaut sich bei bestehenden Kunden an, wie ein Frankenausstieg organisierbar, die damit verknüpfte Belastung minimierbar wäre.

„Wir halten uns an die FMA-Empfehlung, geben keinen Frankenkredit neu hinaus“, betonte der Bregenzer Sparkassen-Vorstandschef Dr. Peter Mennel, bei dem ebenfalls 40 Prozent der Ausleihungen in Fremdwährung notieren. Er, Mennel, sei „persönlich“ stets ein „gewaltiger Skeptiker“ im Hinblick auf Frankenkredite, erst recht auf stark aktienbasierte Tilgungsträger gewesen. Heute könne erst recht niemand ein Zins- oder Währungsrisiko seriös bewerten.

Mag. Matthias Moncher, Vorstandsdirektor der Bank für Tirol & Vorarlberg, kündigte eine Beratungsoffensive vor allem hinsichtlich „Endfälligkeit mit Tilgungsträgern“ an. Der BTV, die ebenfalls keine Frankenkredite mehr hinausgibt, stelle sich „im Prinzip eine einzige Frage: Wieviel Laufzeit verbleibt noch? Geht sich noch ein Umstieg aus, ohne Schaden zu nehmen?“ Die BTV-Berater würden ihre ganze Energie und Phantasie darauf konzentrieren, dass Kunden nicht zu Laufzeitende wegen irgendwelcher Turbulenzen durch die Finger schauen. Also womöglich von vorn mit dem Abzahlen beginnen müssen.

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