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Zehntausende protestieren gegen Le Pen

Nach dem Einzug von Jean-Marie Le Pen in die Stichwahl um die französische Präsidentschaft haben zehntausende Menschen in Frankreich gegen den Rechtsextremen protestiert.

Le Pen hatte am Sonntag im ersten Durchgang der Wahl hinter Amtsinhaber Jacques Chirac den zweiten Platz belegt und war so in die Stichwahl am 5. Mai eingezogen.

In Sprechchören forderten die Demonstranten „nieder mit dem Faschismus“ und „stoppt Le Pen“. Auf Transparenten hieß es „Schande für Frankreich“. In Paris setzte die Polizei Tränengas ein, um einen Demonstrationszug von etwa 3.000 Menschen aufzulösen, die zum Elysee-Palast gelangen wollten. Vom Platz der Republik zogen mehr als 10.000 Menschen zur Place de la Bastille, unter ihnen zahlreiche enttäuschte Anhänger der Sozialisten und Kommunisten. Zu Kundgebungen kam es auch in Lille, Marseille, Nantes, Toulouse, Montpellier, Grenoble, Straßburg und Clermont-Ferrand.

Der Chef der fremdenfeindlichen Partei der Nationalen Front hat im ersten Durchgang der Wahlen den sozialistischen Premierminister Lionel Jospin aus dem Rennen geworfen, der daraufhin seinen Rückzug aus der Politik ankündigte. Jospin, der fünf Jahre lang die rot-grüne Regierung führte, erklärte, er ziehe die Konsequenzen aus diesem „zutiefst enttäuschenden Ergebnis“. Das Abschneiden Le Pens sei ein „beunruhigendes Zeichen für Frankreich und unsere Demokratie“.

Unterdessen formiert sich eine breite politische Front gegen Le Pen in Frankreich. Mit dem 73-Jährigen steht erstmals in der Geschichte der fünften Republik ein Rechtsradikaler im entscheidenden Kampf um das höchste Staatsamt. Die regierenden Sozialisten kündigten an, dass sie den Konservativen Chirac unterstützen werden.

Le Pen hat nach dem Montag Früh vom Pariser Innenministerium bekannt gegebenen Ergebnis 17,02 Prozent erreicht, während Jospin nur auf 16,07 Prozent kam. Auf Chirac entfielen 19,67 Prozent der Stimmen.

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