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Zehn Tage tot vor Computer

Ein 52-jähriger Feldkircher saß zehn Tage tot vor seinem Computer. Bis ein Nachbar die Gendarmerie alarmierte - Die Geruchsbelästigung war penetrant für die Bewohner des Mehrparteien-Hauses in der Feldkircher Innenstadt.

Der Mann, der unter dem 52-Jährigen wohnte, alarmierte schließlich die Gendarmerie. Am 15. Oktober.

Sekunden-Herztod

Schnell machten die Beamten die Quelle der Geruchsbelästigung aus. Der Verwesungsgeruch kam aus der Wohnung des 52-Jährigen. Sie gingen durch die unversperrte Tür in die Wohnung. Und machten dort eine grausige Entdeckung. Ein bereits stark verwester Mann saß, zurückgelehnt auf einen Stuhl, vor dem Computer.

Dr. Dorothea Hammerle, die hinzugezogene Ärztin, vermutet, dass der Mieter einen Sekunden-Herztod erlitten hat. Hammerle: „Er muss vom Tod überrascht worden sein und innerhalb von wenigen Sekunden tot gewesen sein. Er hatte nicht einmal die Zeit, um vom Stuhl zu fallen.“

Die genaue Todesursache lässt sich aber nicht mehr feststellen. „Dazu war die Verwesung schon zu weit fortgeschritten“, so Hammerle.

Zurückgezogen gelebt

Sicher ist hingegen laut Gendarmerie, „dass der Feldkircher eines natürlichen Todes gestorben ist und es keine Anzeichen von Fremdeinwirkung gibt“.

Unklarheit besteht hingegen hinsichtlich des Todeszeitpunktes. Man geht davon aus, dass der Mann mindestens zehn Tage lang tot in der Wohnung lag, er also bereits Anfang Oktober gestorben sein muss.

Der Mann, der freiberuflich in der Computerbranche tätig war, schien niemandem abzugehen. Laut Gendarmerie soll er sehr zurückgezogen gelebt haben. Von seiner Frau war er schon länger geschieden. Auch zu seinem 25-jährigen Sohn soll er in den vergangenen Monaten kaum Kontakt gehabt haben.

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