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Zehn Jahre Arbeitsprojekt "Volldampf"

Seit nunmehr 10 Jahren begleitet das Projekt "Volldampf" in Hard und Dornbirn Menschen mit seelischen Problemen. Ziel ist es, diese Menschen wieder auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten.

Menschen mit seelischen Erkrankungen haben in der Arbeitswelt oft keinen Platz. Und das, obwohl sie den Wunsch nach einer Beschäftigung haben. Der Bügelservice Volldampf bietet Frauen und Männern mit psychischen Problemen einen Arbeitsplatz und hilft ihnen somit aktiv beim Wiedereinstieg in den Beruf. Die perfekt gebügelte Wäsche freut die Kunden und schafft Anerkennung und Sicherheit . Kürzlich wurde das zehnjährige Bestehen gefeiert, in erster Linie als „Dankeschön“ an die Kunden, die dieses Projekt mittragen.

143 Frauen und Männer wurden seit den Anfängen begleitet, für viele waren es erste Schritte zurück ins Leben. „Das Arbeitsprojekt war für mich die letzte Chance. Hier bekomme ich Bestätigung“, meint Doris M. Oder Judith S. Sie war zwei Jahre im Krankenstand. „Jetzt sehe ich, dass ich wieder arbeiten kann, dass ich belastbar bin. Ich habe mir das nicht mehr zugetraut.“ Zwei Erfahrungen die stellvertretend sind für viele Menschen, die in der Werkstatt begleitet werden. Hier werden Frauen und Männer mit psychischen Erkrankungen wieder schrittweise auf den freien Arbeitsmarkt vorbereitet. Auf die individuelle Belastbarkeit wird Rücksicht genommen.

Geschützter Rahmen der Hoffnung gibt

So kann es zum Beispiel sein, dass jemand sich nicht einen ganzen Arbeitstag konzentrieren kann. Oder schnell ermüdet. Vielen fehlt aufgrund längerer Arbeitslosigkeit auch eine klare Tagesstruktur. Die muss oft erst wieder erlernt werden. „Aus diesem Grund wird das Stundenmaß der gesundheitlichen Verfassung angepasst“, erklärt Werkstättenleiterin Maria Hartmaier. Eine solche Vorgehensweise bietet die Chance, dass Menschen mit psychischen Erkrankungen langfristig im normalen Arbeitsmarkt wieder Fuß fassen können. Die Tätigkeit in der Werksatt ist grundsätzlich auf die Dauer von zwei Jahren ausgerichtet. In diesem Zeitraum sollte eine Stelle außerhalb des Projektes gefunden worden sein. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Arbeitsprojekt sind angestellt und bekommen ein Gehalt. Förderung gibt es vom Bundessozialamt, vom Arbeitsmarktservice und vom Land Vorarlberg. Die Werkstatt selbst muss kostendeckend arbeiten.

Stammkunden tragen das Projekt

Dies ist nur möglich, weil das Projekt von zahlreichen engagierten Menschen mitgetragen wird. Volldampf hat viele Stammkunden, die seit den Anfängen mit dabei sind. Obwohl das Arbeitsprojekt in erster Linie einen sozialen Auftrag zu erfüllen hat, wird höchste Qualität geboten. Das machen auch die Rückmeldungen der Kunden deutlich. „Volldampf bügelt für mich seit Jahren verlässlich und genau die Wäsche. Auch das Preis-Leistungsverhältnis stimmt für mich sehr gut“, lobt Gertrud Hecht den Bügelservice. „Große Entlastung für Privathaushalte bringt auch das aufwendige Bügeln von Hemden, das wir gerne übernehmen“, so Hartmaier. Aufgrund der Flexibilität sei es möglich, individuelle Wünsche zu berücksichtigen. So haben die Kunden die Wahl, ob das Hemd gelegt oder hängend ausgeliefert werden soll. „Doch auch bei anderen Textilien gehen wir gerne auf Sonderwünsche ein“, betont die Leiterin. „Rund 700 Kunden haben im vergangenen Jahr ihre Wäsche zum Bügeln zu uns gebracht“, freut sie sich. Neben Privathaushalten unterstützen aber auch Großkunden Volldampf. So etwa lässt das Restaurant Guth aus Lauterach seine Wäsche dort bügeln. In der Gastronomie sind die Anforderungen bezüglich Tischwäsche sehr hoch. „Zuverlässigkeit und Qualität der gebotenen Leistung sind hier optimal“, erklärt Thomas Scheucher. „Daneben wollen wir aber den sozialen Aspekt nicht außer Acht lassen“, unterstreicht der Restaurantbesitzer. Diese Grundhaltung teilen auch die Verantwortlichen des Gasthauses Käth’r in Hard und des Kaffeehauses Montfort in Bregenz, die seit Jahren die Arbeit wertschätzen, in dem sie diesen Dienst in Anspruch nehmen.

Öffnungszeiten

6971 HARD, Hofsteigstraße 102
MO. Bis DO 7.45 Uhr bis bis 16.30 Uhr
FR.: 7.45 Uhr bis 12.30 Uhr
T 0 55 74/8 33 94

6850 DORNBIRN, Schwefel 41
MO.,DI.,DO.: 8.00 Uhr bis 13.00 Uhr
FR. 8.00 Uhr bis 12.00 Uhr
MI.: 12.00 Uhr bis 16 Uhr

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