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Zeckenschutz erforderlich? FSME-Erkrankungen häufiger

Lustenau - Im Jahr 2008 ist mit 86 FSME-Erkrankungen die Opferbilanz im Vergleich zum Jahr 2007 stark gestiegen. Auch in Vorarlberg sind FSME-Infektionen häufiger geworden. VOL Live sprach mit Dr. Bernhard Jochum, dem Vorsitzenden des Forums Impfungen des AKS (Arbeitskreis für Vorsorge und Sozialmedizin).

Die Aktivität der Zecken beschränkt sich auf die Zeitspanne von März bis Oktober. Im Vergleich der letzten Jahre sind die FSME-Infektionen (Frühsommer-Meningoenzephalitis) auch in Vorarlberg angestiegen. Waren es zuletzt 0-3 Fälle pro Jahr, so sind es mit acht Erkrankungen im Vorjahr nun deutlich mehr. „Man kann davon ausgehen, dass es eigentlich mehr Infektionsfälle sind, jedoch nur wenige so schwer krank sind, dass sie einer Diagnostik zugeführt und als solche erkannt werden”, merkt Dr. Jochum im VOL Live-Interview an.

Zeckengebiete in Vorarlberg

In Vorarlberg hat sich im Oberland, im Walgau bzw. im äußeren Teil des großen Walsertals sowie im Silbertal ein FSME-Herd ausgebildet. Laut dem österreichischen Impfplan wird all jenen Menschen eine Impfung empfohlen, die in einem Endemiegebiet wohnen bzw. in eines reisen. „Lebt man im Walgau, so ist es besser, geimpft zu sein, wohnt man jedoch im Vorarlberger Unterland, so ist es nicht zwingend. Wir sind jedoch von FSME-Risikogebieten umgeben, Teile der Schweiz, Deutschlands und Tirols sind relativ FSME-verseucht, sodass auch eine geringe Reisetätigkeit in diese Länder eine gewisse Gefahr bedingt”, erklärt der Vorsitzende des Forums Impfungen.

Impfschäden

Nicht jeder steht einer Impfung positiv gegenüber, da jede Impfung Nebenwirkungen mit sich bringen kann. Dr. Jochum berichtete im VOL Live-Interview, dass FSME-Impfschäden relativ rar sind und er in seiner mehrjährigen Praxis als Arzt bisher keine negativen Erfahrungen machte: „Die Impfungen waren bislang immer gut verträglich. Ein anschauliches Beispiel liefert der Vergleich Tschechien mit Österreich. Im Jahre 2007 gab es in Tschechien, wo nur sehr wenige Personen geimpft sind, über 500 FSME-Fälle, im relativ gut durchgeimpften Österreich hingegen nur 46 schwere Fälle”.

Erkrankungen nach Zeckenbiss

Die Wahrscheinlichkeit von einer mit FSME infizierten Zecke gebissen zu werden ist relativ gering. Nur ein Prozent der Zecken sind mit FSME verseucht. Bei Borreliose verhält es sich anders. Je nach Stadium der Zecke kann die Infektion mit Borrelien zwischen 5 und 40 Prozent darstellen, wodurch das Risiko an Borreliose zu erkranken deutlich höher ist. „Doch auch wenn man von einer FSME- und borrelieninfizierten Zecke gebissen wird, heißt das noch lange nicht, dass man wirklich eine schwere Form der Erkrankung durchmacht”, beschwichtigt Dr. Jochum.

Gegen Borreliose gibt es keinen Impfschutz. Sobald die Diagnose gestellt wird, kann die Krankheit jedoch gut mit Antibiotika behandelt werden. Ein erstes Symptom der Erkrankung ist ein wandelnder, sich vergrößender, roter Fleck um die Einstichstelle.

Wie entfernt man Zecken richtig?

Man nimmt die Zecke mit einer Pinzette möglichst tief und zieht sie gerade heraus, Drehbewegungen sind nicht mehr empfohlen. Danach ist es ratsam, die Wunde mit einem Desinfektionsmittel zu behandeln.

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