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Zeckengefahr: Vorarlberger Experten empfehlen die FSME-Impfung

Zecken lauern auf Gräsern und Büschen auf ihre Beute.
Zecken lauern auf Gräsern und Büschen auf ihre Beute. ©DPA
Bludenz/Dornbirn - Auch in Vorarlberg ist FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) ein Thema. Letztes Jahr gab es zwei Fälle, die eindeutig in Vorarlberg infiziert wurden. VOL.AT fragte bei Experten nach, wie man eine Ansteckung vermeidet.
Klaus Zimmermann im Interview
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Impfreferent Jochum zur FSME-Impfung
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Mit den steigenden Temperaturen drängen die Vorarlberger wieder an die frische Luft. Lange Zeit musste man hierzulande keine FSME fürchten, doch inzwischen ist der Virus auch bei uns angekommen. FSME ist eine Viruserkrankung, die zu Entzündungen im Gehirn und dem Nervensystem führt. Symptome sind Schmerzen in den Gliedern und grippeähnliche  Beschwerden. Sie kann zu Lähmungen und im schlimmsten Fall sogar zum Tod führen.

Zecken lauern im Gras

Klaus Zimmermann von der Inatura Dornbirn warnt: Zecken lauern nicht wie oft geglaubt auf Bäumen. Vielmehr warten sie auf hohen Gräsern und Sträuchern auf vorbeikommende Wirte. Schon ab einer Temperatur von mehr als sieben Grad Celsius werden die Zecken aktiv, so können sie auch an milden Wintertagen unter liegendem Laub auf Beutesuche sein. Schützen kann man sich einerseits vor allem durch deckende Kleidung, vor allem lange Hosen. Die Kleidung sollte mit mindestens 60 Grad gewaschen werden, um mögliche Zecken sicher zu vertilgen. Auch regelmäßige Hygiene lässt uns für Zecken unattraktiv erscheinen.

Falls doch eine Zecke ihren Weg an die Haut gefunden hat, sollte sie mit einer Pinzette möglichst nahe am Kopf gepackt werden und abgezogen werden. Vor allem sollte sie nicht am Unterteil gepackt werden, da man so Gefahr läuft, den Darminhalt der Zecke in die Wunde zu drücken.

Regelmäßig FSME-Fälle in Vorarlberg

Laut Dr. Bernhard Jochum, Impfreferent der Vorarlberger Ärztekammer, gab es 2012 einen Fall einer FSME-Erkrankung, bei dem die Infizierung zweifelsfrei in Vorarlberg geschah. 2011 waren es sogar 11 Fälle. Laut Jochum konzentrieren sich mit FMSE-Viren belastete Viren auf das Vorarlberger Oberland. Vor allem Menschen, die viel Zeit im Freien verbringen, sollten über eine Impfung nachdenken, für Kinder ist eine Impfung ab dem 12 Lebensmonat unbedenklich. Jochum verteidigt die Impfung, die Angst vor Impfschäden und Berichte über ihre Auswirkungen seien massiv übertrieben. Die hohe Impfquote in Österreich habe die Anzahl der FSME-Erkrankungen stark verringert.

Impfstoff gegen Borreliose in Entwicklung

Derzeit sei ein Impfstoff gegen die ebenfalls von Zecken übertragene Borreliose in Entwicklung. Im Mai wurde eine (englischsprachige) Studie präsentiert, in der die Wirkung des Impfstoffes getestet wurde. Getestet wurde der Impfstoff an der Medizinischen Universität Wien durch deutsche und österreichische Mediziner. Die Studie sei zwar vielversprechend, bis wann der Impfstoff auf dem Markt ist, könne man laut Jochum aber noch nicht sagen. 

Klaus Zimmermann im Interview

Bernhard Jochum zur FSME-Impfung

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