Zecken-Alarm in Vorarlberg!

In der Dornbirner Apotheke "Lebensquell" spricht man von einem "Zeckenjahr". "Es kommt jeden Tag mindestens einer, der von einer Zecke gebissen wurde", sagt Apotheker Guntram Mähr.

Zuletzt war ein kleines Mädchen mit ihrer Mutter da. „Das Kind hatte eine stecknadelkopfgroße Zecke an der Backe.“ Für ihn ist klar: „Heuer gibt es besonders viele Zeckenopfer. Denn dieses Ausmaß an Kunden, die von einer Zecke gebissen wurden, habÑ ich vorher nie gehabt.“

Aber woran liegt es, dass heuer so viele Menschen Opfer der Blutsauger werden? Klaus Zimmermann, Fachberater bei der inatura, hat eine Erklärung dafür: „Bei diesem herrlichen Sommer halten sich die Menschen viel im Freien auf. Und weil es so heiß ist, schwitzen die Leute. Das wiederum lockt Zecken an. Riechen Zecken Schweiß, lassen sie sich fallen.“

Ein Zeckenbiss sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Denn Zecken können zwei folgenschwere Krankheiten übertragen: Borreliose und FSME (Hirnhautentzündung).

„Die Borreliose ist bei uns recht häufig. Ich habÑ jedes Jahre ein paar Fälle“, sagt Dr. Heinz Vogel, Gemeindearzt in Klaus. Wenn um die Bissstelle ein roter Fleck entstehe, der mit der Zeit immer größer werde, solle man umgehend einen Arzt aufsuchen, rät der Mediziner. Denn das deute auf eine Borreliose hin. Ihr kann mit Antibiotika gegengesteuert werden.

„Eine unbehandelte Borreliose kann zu Gelenks- und Ner venschmerzen und zu einer Hirnhaut entzündung führen“, warnt der Arzt. Borreliose wird durch Bakterien übertragen, die weit mehr gefürchtete FSME durch Viren.

Gegen die FSME kann man sich mit einer Impfung schützen. Vorarlberg gehört jedoch nicht zu den besonders gefährdeten FSME-Gebieten.

„Ich bin seit 1981 Arzt und hatte in dieser Zeit noch keinen einzigen FSME-Fall“, so Vogel. Die Krankheit beginnt mit grippeähnlichen Symptomen mit Fieber um 39 Grad, Gliederschmerzen und Kopfschmerzen. Trotz der möglichen Gefahren bestehe bei einem Zeckenbiss aber kein Grund zur Panik. Vogel zur NEUE: „Beobachten Sie die Bissstelle. Wird der rote Fleck größer, dann gehen Sie zum Arzt.“ Und wie entfernt man diese kleinen Biester? „Entfernen Sie die Zecke mit einer Pinzette. Ziehen oder zupfen Sie sie möglichst gerade heraus. Nicht drehen!“

In den Apotheken sind Zeckenzangen erhältlich. Damit lassen sich die kleinen Viecher problemlos entfernen. Der Apotheker sagt Ihnen, wie man sie anwendet. In der Schweiz starb erst dieser Tage eine 15-jährige Schülerin nach einem Zeckenbiss. Gisela hatte über Kopfweh geklagt, dann bekam sie hohes Fieber. Ihr Zustand verschlechterte sich von Tag zu Tag. Hirnhautentzündung! 18 Tage nach dem Biss starb die junge Schweizerin auf der Intensivstation.

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