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Vorarlberger Zech-Gruppe steht vor umfassender Restrukturierung

Der Vorarlberger Traditionsbetrieb Zech steht vor der Umsetzung eines umfassenden Sanierungskonzeptes. Der Vollanbieter im Bereich Fenster, Türen und Sonnenschutz hat heute beim Landesgericht Feldkirch für vier Gesellschaften der Unternehmensgruppe Insolvenzanträge mit Sanierung in Fremdverwaltung gestellt.
GF Zech informierte bereits vorab
Unter Tränen: Roman Zech verkündet Insolvenzanträge
Bilder der Pressekonferenz

„Wir stehen an einer wichtigen Weichenstellung in der Geschichte unseres Unternehmens. Diese ist mit Chancen für unsere Zukunft, aber auch mit schmerzhaften Einschnitten verbunden“, erklärt der geschäftsführende Gesellschafter Roman Zech bei einer heute einberufenen Pressekonferenz.

Das Fortführungskonzept sieht zukünftig die Entwicklung, verkleinerte Produktion, Beratung, Vertrieb, Montage und Service von Fenstern und Türen in einer schlanken und damit langfristig wettbewerbsfähigen Struktur vor. Die Fertigung an den vier Produktionsstandorten soll deutlich verkleinert werden. Es ist außerdem geplant, die Zech-World in Götzis, in der die Produkt-Ausstellung beheimatet ist, sowie die Produktionsstätte in Ludesch zu schließen und die Liegenschaften zu verkaufen.

Vier Gesellschaften betroffen

Betroffen sind vier Gesellschaften der Unternehmensgruppe, diese sollen in Fremdverwaltung saniert werden. Die betroffenen Gesellschaften sind laut Presseaussendung die Zech Holztechnik GmbH in Götzis, die Zech Fenstertechnik GmbH in Dornbirn, die Zech Kunstofffenster GmbH in Götzis und die Zech GmbH Götzis mit der Zech World und der Produktion in Ludesch. Nicht von der Insolvenz betroffen sind die Zech Fenster GmbH in Tübach in der Schweiz, die Zech Fenster GmbH in Lindau in Deutschland und die Zech Immobilien- und Service GmbH in Götzis.

Von 145 auf 95 Mitarbeiter

Geschäftsführer Roman Zech und Unternehmensberater Dr. Herbert Loos informieren ab 13 Uhr über die Hintergründe sowie das geplante Fortführungskonzept des Unternehmens. Das Traditionsunternehmen beschäftigt aktuell 145 Mitarbeiter, die heute in einer Betriebsversammlung über die Situation und die weitere Vorgehensweise informiert wurden. Das zukünftige Unternehmenskonzept sieht vor, etwa 95 dieser Menschen weiterhin einen sicheren Arbeitsplatz bieten zu können.

Bereits im Vorfeld der Insolvenz wurde die Arbeiterkammer eingebunden, damit sämtliche Arbeitnehmerschutzrechte rechtzeitig aktiviert werden können und die Lohn- und Gehaltsfortzahlungen für die MitarbeiterInnen durch den Insolvenz-Entgelt-Fonds für die nächsten Monate gesichert sind. Auch alle Lehrlinge sollen die Möglichkeit haben, ihre Ausbildung in der Zech-Gruppe abzuschließen.

Hoher Preisdruck

Mehrere Gründe haben zu der schwierigen Situation des Marktführers bei Fenster und Türen in Vorarlberg geführt, dessen Jahresumsatz sich 2017 auf knapp 20 Millionen Euro beläuft: Der Fenster-Markt ist seit Jahren von hohem Preisdruck geprägt, ausgelöst durch ein Überangebot billiger Ware aus osteuropäischen Ländern. Aufgrund ihrer zu komplexen Strukturen konnte die Zech-Gruppe auf diesen massiven Preisverfall nicht ausreichend reagieren.

Ausfälle

Auch überraschende Zahlungsausfälle von Kunden setzten den Liquiditätsreserven zu: Alleine bei einem Großprojekt in Deutschland mit einem Auftragsvolumen in Höhe von EUR 3,5 Millionen scheint der Betrag von knapp einer Million Euro uneinbringlich. Zudem führten kundenseitige Verzögerungen und nachträgliche Planungsabweichungen bei weiteren Großprojekten zu mehrmonatigen Verschiebungen. Eine überraschend schwache Umsatzentwicklung im ersten Quartal 2018, trotz der aktuell guten Auftragslage, verschärfte die Situation weiter.

Bereits im Vorfeld informierte Roman Zech Freunde, Geschäftspartner und Lieferanten in einer Nachricht, die VOL.AT exklusiv vorliegt, über die Insolvenzanträge.

Roman Zech: Das sind die Gründe für die Insolvenz

Eigenproduktion wird ausgelagert
Diese Standorte bleiben erhalten bzw werden verkauft
So geht es in Zukunft weiter
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(red)

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