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"Zebrastreifen kein Freibrief"

Kinder sind im Straßenverkehr nie zu hundert Prozent einschätzbar.
Kinder sind im Straßenverkehr nie zu hundert Prozent einschätzbar. ©Elke Kager Meyer

Wenn die Nachbarskinder vom Verkehrsunfall ihrer Schulkollegin erzählen, sind sie sichtlich noch schockiert über das Vorgefallene: Die Erstklässlerin wurde vergangene Woche auf dem Weg zur Schule auf dem Schutzweg an der L190/Schwedenstraße von einem PkW erfasst. Die Siebenjährige ist glücklicherweise mit einem Knochenbruch davongekommen. Dennoch flammt in Nenzing eine Diskussion über die Schulwegsicherung neu auf. Schon vor Jahren hatte der Elternverein der Volksschule unter dem damaligen Obmann, Kinderarzt Roland Gantner, versucht, einen Eltern-Lotsendienst einzurichten. “Wir waren uns der Gefahrenquellen im Ort bewusst. Leider haben sich damals nur sehr vereinzelt Freiwillige gemeldet und so konnte das Projekt nicht umgesetzt werden.” Gemeinsam mit der Bezirkshauptmannschaft wurde jedoch ein zusätzlicher Zebrastreifen an der L190 realisiert.

“Ein Zebrastreifen ist kein Freibrief”, erläutert Bürgermeister Florian Kasseroler, was viele Verkehrsplaner bestätigen. “Oftmals wähnen sich Fußgänger auf dem Zebrastreifen in absoluter Sicherheit.” Das bestätigt auch Helmut Bitschnau vom Polizeiposten Nenzing. “Jeder Schutzweg birgt ein gewisses Gefahrenpotential.” Im betroffenen Bereich herrsche Tempo 60. Der aktuelle Unfall sei aber nicht auf Grund zu hoher Geschwindigkeit entstanden, betont Bitschnau. Zusätzlich habe man jüngst eine Geschwindigkeitskontrolle in diesem Straßenbereich durchgeführt – die Tempolimits wurden dabei von den Autofahrern ausnahmslos eingehalten. Wie man solche Straßenbereiche für Kinder sicherer machen kann? Helmut Bitschnau verweist dabei auf verschiedene Maßnahmen, etwa auf eine Schulwegsicherung, eine Ampelregelung oder einen gelben Hintergrund für die bessere Erkennbarkeit des Schutzweges. Für einen sicheren Schulweg engagieren sich auch die Nenzinger Schulen. “Wir beteiligen uns an sämtlichen Verkehrserziehungsangeboten”, erläutert Direktorin Edith Wüstenhagen. Sie möchte auch die Eltern-Lotsendienste neu aufleben lassen. “In den Elternforen stößt diese neu gestartete Initiative jedenfalls auf ein sehr positives Echo.” Trotz aller Bemühungen seien Kinder im Straßenverkehr aber nie ganz berechenbar, ist sich Edith Wüstenhagen bewusst.

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