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Zahlreiche Tote bei Selbstmordanschlag

Irak - Ein Selbstmordattentäter hat bei einem Anschlag auf eine Trauergemeinde im irakischen Falluja mindestens 27 Menschen mit sich in den Tod gerissen.

Mehr als 30 weitere Personen wurden nach Angaben der Polizei bei der Tat am Donnerstag in der westlich von Bagdad gelegenen Stadt verletzt. In anderen Berichten war von bis zu 45 Verletzten die Rede. Unterdessen setzten Sicherheitskräfte nach dem Fund der Leiche eines US-Soldaten im Irak die Suche nach zwei weiteren vermissten Kameraden fort.

Der Täter sprengte seine Autobombe inmitten einer großen Trauerprozession für einen in der Früh getöteten örtlichen Unternehmer in die Luft. Der Mann habe sich an einer Initiative sunnitischer Araber gegen Al-Kaida-Extremisten beteiligt, sagte Polizeisprecher Jamal Anfous gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Die militante Organisation geht seit Wochen gegen Stammesanführer und Politiker vor, die mit den Provinzbehörden zusammenarbeiten. Einige Stämme haben im Kampf gegen Al-Kaida ein Bündnis mit den irakischen und den US-Einheiten geschlossen.

Falluja liegt in der Provinz Anbar, die als Hochburg des sunnitischen Aufstands gegen die Regierung in Bagdad und die islamistische Al-Kaida gilt. Die US-Armee hat 6.000 Soldaten in der Region stationiert. Jüngsten Schätzungen des US-Kommandanten zufolge gehören rund drei Viertel der Extremisten in Falluja und Umgebung der Al-Kaida an.

Die US-Streitkräfte bestätigten am Donnerstag den Tod eines am 12. Mai verschleppten Soldaten. Die Suche nach seinen zwei Kameraden dauere an. Die Leiche des 20-jährigen Gefreiten, die nach Angaben der irakischen Polizei Folterspuren aufwies, war am Dienstag im Euphrat gefunden worden.

Bei einem Bombenanschlag im Raum Sulaiman Bek im Nordirak kamen am Donnerstag nach Polizeiangaben sechs Polizisten ums Leben. Die US-Streitkräfte gaben zudem den Tod von zwei US-Soldaten in der Provinz Anbar bekannt. Insgesamt wurden damit im Mai mindestens 82 US-Soldaten im Irak getötet. Im April waren es 104 gewesen.

Der irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki forderte das Parlament am Donnerstag auf, sechs neue Kabinettsminister – alle Unabhängige – zu bestätigen. Sie sollen eine Gruppe ersetzen, die im April auf Geheiß des radikalen schiitischen Predigers Moqtada al-Sadr zurückgetreten war. Da nicht genügend Abgeordnete anwesend waren, musste die Abstimmung um drei Tage verschoben werden.

Der US-amerikanische UNO-Botschafter Zalmay Khalilzad verlangte unterdessen ein stärkeres Engagement der Weltorganisation im Irak. Das Land brauche internationale Hilfe, und diese müsse unabhängig von der Zustimmung zum dortigen US-Einsatz gegeben werden, sagte Khalilzad in einem Reuters-Interview in New York. „Was im Irak geschieht, ist von Bedeutung für die Welt“, ergänzte der frühere US-Botschafter in Bagdad. „Auch wenn die Welt nicht mit uns übereinstimmt, glaube ich, dass die Zukunft des Irak Auswirkungen auf den Nahen Osten hat.“

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