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Zahl der Verkehrstoten im ersten Halbjahr verdoppelt

Bregenz -  Die Zahl der Verkehrstoten ist in Vorarlberg im 1. Halbjahr von fünf auf elf gestiegen, wie die am Donnerstag veröffentlichte VCÖ-Unfallbilanz zeigt. Auch ein Kind kam ums Leben. In Vorarlberg ist die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle deutlich stärker gestiegen als im Österreich-Schnitt.

Doch in einigen Urlaubsländern ist das tödliche Unfallrisiko noch höher als hierzulande, informiert eine aktuelle VCÖ-Untersuchung.

“Rabenschwarzes Verkehrs-Jahr”

Bereits elf Menschen kamen heuer bei Verkehrsunfällen in Vorarlberg ums Leben, um fünf mehr als zur gleichen Zeit des Vorjahres, wie die VCÖ-Unfallbilanz zeigt. Mehr Verkehrstote hat es zuletzt in Vorarlberg im 1. Halbjahr 2005 gegeben. “Das heurige Jahr war bisher für Vorarlbergs Verkehrssicherheit ein rabenschwarzes. Es ist eine Kraftanstrengung nötig, damit das zweite Halbjahr besser wird“, betont VCÖ-Experte DI Martin Blum.

Die VCÖ-Unfallbilanz zeigt, dass fünf der elf Todesopfer Pkw-Insassen waren. Sehr hoch war auch die Zahl der tödlich verunglückten Fußgänger, nämlich vier. Zudem kamen jeweils ein Moped- und ein Motorradfahrer ums Leben. Erfreulich ist, dass es keinen einzigen tödlichen Fahrradunfall gab, dabei fahren die Vorarlberger pro Person rund doppelt so viel mit dem Rad wie ein Durchschnitts-Österreicher, macht der VCÖ aufmerksam.

Österreichweit ist die Zahl der Todesopfer im Verkehr etwa gleich hoch geblieben wie im Vorjahr. Alarmierend ist der starke Anstieg der tödlich verunglückten Kinder von fünf auf elf, wie die VCÖ-Unfallbilanz zeigt. Ein Kind kam in Vorarlberg ums Leben. “Österreichs Verkehrssystem nimmt auf Kinder zu wenig Rücksicht. Es gibt zu hohe Tempolimits, es wird zu viel beim Autofahren mit dem Handy telefoniert und zu wenig kontrolliert“, setzt sich VCÖ-Experte Blum für mehr Sicherheit für die Kinder ein. 

Österreichische Verkehrssicherheit im Mittelfeld

Österreich kann sich bei der Verkehrssicherheitsarbeit von anderen europäischen Staaten einiges abschauen. Eine aktuelle VCÖ-Untersuchung zeigt, dass Österreich bei der Verkehrssicherheit nur im Mittelfeld liegt. Pro Million Einwohner sterben in Österreich doppelt so viele Menschen bei Verkehrsunfällen wie in Schweden. Im Vergleich zur Schweiz und zur Niederlande ist das tödliche Unfallrisiko um die Hälfte höher. “Die sichersten Staaten haben niedrigere Tempolimits, mehr Kontrollen, höhere Verkehrsstrafen und zum Teil einen umfassenden Punkteführerschein. Maßnahmen, die in auch in Österreich viele Menschenleben retten würden“, so VCÖ-Experte Blum.

Gefährlicher Straßenverkehr im Urlaub

Der VCÖ warnt, dass in einigen Urlaubsländern der Straßenverkehr deutlich gefährlicher ist als in Österreich: In Kroatien und Griechenland ist das tödliche Unfallrisiko fast doppelt so hoch wie hierzulande. Hoch ist der Blutzoll auch in Rumänien (111), Bulgarien und Polen (jeweils 102). Höher als in Österreich ist das tödliche Unfallrisiko unter anderem auch in Portugal, Tschechien und Ungarn.

Defensives Fahren im Urlaub

Urlaubsreisenden empfiehlt der VCÖ für die sichere Fahrt ein defensives und rücksichtsvolles Fahrverhalten, das Einhalten der Tempolimits, 0,0 Promille und kein Telefonieren oder SMSen während des Autofahrens. “Und immer wieder Pausen machen. So sind sie im Urlaub sicher unterwegs und vermeiden Verkehrsstrafen, die im Ausland übrigens meist deutlich höher sind als bei uns“, sagt VCÖ-Experte Blum. VOL/VCÖ

Zahl der Verkehrstoten in Vorarlberg am stärksten gestiegen

(Änderung Anzahl Verkehrstote 1. Halbjahr 2011 zu 1. Halbjahr 2010)

  • Salzburg: minus 38 Prozent
  • Kärnten: minus 32 Prozent
  • Oberösterreich: minus 9 Prozent
  • Wien: minus 9 Prozent
  • Steiermark: minus 9 Prozent
  • Niederösterreich: plus 9 Prozent
  • Tirol: plus 29 Prozent
  • Burgenland: plus 33 Prozent
  • Vorarlberg: plus 120 Prozent, Quelle: BMI, VCÖ 2011

In Niederösterreich gibt es die meisten Verkehrstoten

(1.Halbjahr 2011 (in Klammer 1.Halbjahr 2010/ Halbjahr 2009/ Halbjahr 2008)

  • Niederösterreich: 85 (78 Verkehrstote / 82 Verkehrstote / 85 Verkehrstote)
  • Oberösterreich: 51 (56 / 66 / 54)
  • Steiermark: 31 (34 / 38 /54)
  • Tirol: 22 (17 / 16 / 34)
  • Kärnten: 13 (19 / 16 / 28 )
  • Salzburg: 13 (21 / 31 / 18)
  • Vorarlberg: 11 (5 / 8 / 8)
  • Wien: 10 (11 / 17  /12)
  • Burgenland: 8 (6 / 13 / 19), Quelle: BMI, VCÖ 2011

Schweden am sichersten unterwegs

(Anzahl Verkehrstote pro Million Einwohner)

  • Schweden: 28 Verkehrstote / Million Einwohner
  • Großbritannien: 31 Verkehrstote / Mio. EW
  • Malta: 36
  • Niederlande: 39
  • Schweiz: 42
  • Norwegen: 43
  • Deutschland: 45
  • Irland: 47
  • Dänemark: 48
  • Finnland: 50
  • Spanien: 54
  • Estland: 58
  • Frankreich: 62
  • Luxemburg: 64
  • Slowakei: 65
  • Österreich: 66
  • Italien: 66
  • Slowenien: 67
  • Ungarn: 74
  • Zypern: 75
  • Tschechien: 76
  • Belgien: 77
  • Portugal: 79
  • Litauen: 90
  • Lettland: 97
  • Polen: 102
  • Bulgarien: 102
  • Rumänien: 111
  • Griechenland: 113
  • Kroatien: 116, Quelle: EU, VCÖ 2011

 

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