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Retter kämpfen nach Erdbeben in Türkei gegen Zeit und Kälte

Rettungsteams setzten die Suche nach Überlebenden fort
Rettungsteams setzten die Suche nach Überlebenden fort ©APA (AFP)
Tage nach dem schweren Erdbeben in der Osttürkei mit Dutzenden Toten suchen Rettungskräfte in Eiseskälte weiter nach Überlebenden.
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Erdbeben in der Türkei
Tote nach Erdbeben

Die Helfer bargen am Sonntag jedoch nur weitere Leichen aus den Trümmern - die Zahl der Toten stieg nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde Afad auf 38.

Bisher konnten demnach 45 Menschen lebend geborgen werden. Mindestens zwei Menschen wurden nach Informationen des Senders CNN Türk noch unter den Trümmern vermutet - die Hoffnung, sie lebend zu finden, schwand stetig.

1.600 Verletzte

Das Beben der Stärke 6,8 hatte am Freitagabend gegen 21 Uhr (Ortszeit) die Provinz Elazig erschüttert, auch in der Nachbarprovinz Malatya starben Menschen. Das Epizentrum lag im Bezirk Sivrice.

Mehr als 1.600 Menschen wurden offiziellen Angaben zufolge verletzt. Gesundheitsminister Fahrettin Koca sagte am Sonntag, mehr als hundert würden noch im Krankenhaus behandelt, 13 davon seien auf der Intensivstation.

Kinder und Schwangere gerettet

Auf Bildern waren Rettungskräfte zu sehen, die schweigend auf den Überresten eines Hauses arbeiteten und Schutt beiseite räumten. Die Helfer forderten die Wartenden nach CNN-Türk-Angaben immer wieder zur Stille auf, um die Stimmen von möglichen Überlebenden hören und Geräusche messen zu können. Spürhunde wurden eingesetzt.

Eine Frau sagte dem Sender unter Tränen, ihre Großmutter sei im zweiten Stock ihres Hauses verschüttet. Am Samstag waren laut Medien mindestens zwei Kinder und eine Schwangere gerettet worden.

Dem Beben am Freitag folgten nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde mehr als 700 Nachbeben. Tausende verbrachten aus Angst vor weiteren Erschütterungen die Nächte bei Temperaturen bis zu zwölf Grad Minus in Zelten und Sporthallen.

Fußball-Fans spenden Schals und Mützen

Fußballfans des Istanbuler Erstligisten Fenerbahce unterstützten die Erdbebenopfer unterdessen in einer aufsehenerregenden Aktion: Sie warfen am Samstagabend während des Spiels gegen Basaksehir ihre Schals und Mützen auf den Platz und skandierten: "Elazig friere nicht, Fenerbahce ist mit dir." Nach Angaben des Senders NTV wurden die Kleidungsstücke eingesammelt und sollen zu den Opfern geschickt werden. Die Fans des Erstligisten Besiktas schickten mehr als 3.800 Decken in die Erdbebenregion, wie der Club mitteilte. Nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde wurden insgesamt mehr als 10.000 Zelte und rund 35.000 Decken bereitgestellt.

Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte Elazig am Samstag besucht und versprach am Sonntag vor einer Reise nach Algerien, beschädigte und zerstörte Häuser schnell wieder aufzubauen. In den Provinzen Elazig und Malatya wurden laut Afad insgesamt etwa 650 Gebäude schwer beschädigt, etwa 80 seien eingestürzt.

18.000 Tote bei Erdbeben 1999

Die Türkei ist besonders erdbebengefährdet. Eines der folgenreichsten Beben war eines der Stärke 7,6 im Jahr 1999 mit Epizentrum in Gölcük südöstlich von Istanbul. Damals starben in der Region rund 18.000 Menschen. Forscher erwarten ein weiteres starkes Beben im Raum Istanbul, wann ist jedoch unklar.

Erst zum 20. Jahrestag des Gölcük-Bebens im August hatte die Bauingenieurskammer von Istanbul gewarnt, dass geschätzt eine Million Gebäude in Istanbul nicht erdbebensicher seien.

(APA/ag.)

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