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Zahl der Suizide in Vorarlberg rückläufig

Bei Selbstmorden von einem positiven Trend zu sprechen ist heikel. Dennoch lässt die aktuelle Entwicklung hoffen, denn die Zahl der Suizide im letzten Jahr war rückläufig. Insgesamt wurden 57 Fälle registriert.  | Suizidbericht 2004

Das sind um acht weniger als 2003. Diese erfreuliche Tatsache kann allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass vorhandene Krisenhilfen kaum in Anspruch genommen werden.

Wissen verbessern

Vor allem Männer wählen oft die „direkte Lösung“, wie es Primar Dr. Reinhard Haller, einer der Autoren des Suizidberichtes, ausdrückte. Sich in scheinbar ausweglosen Lebenssituationen Unterstützung zu holen gilt beim starken Geschlecht noch immer als in vielen Fällen letztlich tödlich endende Schwäche. Deshalb sollen jetzt die Bemühungen darauf konzentriert werden, Schwellenängste abzubauen. „Es gilt, das Wissen in der Bevölkerung um bestehende präventive Maßnahmen zu verbessern“, betonte Gesundheitslandesrat Dr. Hans-Peter Bischof bei der Präsentation des Berichtes. „Dann wäre sicher noch das eine oder andere an Suizidprophylaxe möglich“, gab sich Mitautor Primar Dr. Albert Lingg vom LKH Rankweil überzeugt.

Angebot ausbauen

Zudem forderten die Mediziner das bereits andiskutierte verbesserte Angebot an Krisenhilfen schnell umzusetzen und für mehr Transparenz im schwer durchschaubaren Dschungel psychosozialer Dienste zu sorgen. Kein gutes Haar ließ Reinhard Haller auch an der Praxis der österreichischen Versicherungen, bei Selbstmord aus der Zahlungsverpflichtung auszusteigen. Das sei eine menschenverachtende Bestimmung. Die heimischen Assekuranzen sollten sich schnellstens auf ein humaneres Niveau begeben, meinte Haller. Er schlägt eine Schutzfrist von einem Jahr vor. Erst dann sollte im Fall eines Suizids das Geld aus der Lebensversicherung ausbezahlt werden.

Dramatische Folgen

Psychische Krankheiten sowie private und berufliche Probleme waren die Hauptursachen dafür, dass sich 39 Männer und 18 Frauen das Leben nahmen. Mit oft dramatischen Folgen für die Angehörigen. Laut Haller leiden zwei Drittel der Hinterbliebenen später an behandlungsbedürftigen seelischen Störungen.

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