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Zahl der Selbstmorde deutlich zurückgegangen

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Bregenz - Die Zahl der Selbstmorde ist in Vorarlberg 2006 im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen. Nahmen sich 2005 69 Menschen in Vorarlberg das Leben, waren es im Vorjahr 37, davon 28 Männer.
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Vorarlberg ist damit bei der Suizidrate im positiven Sinne österreichweites Schlusslicht. Das geht aus dem Vorarlberger Suizidbericht 2006 des Arbeitskreises für Vorsorge- und Sozialmedizin (aks) hervor, den Landesstatthalter Markus Wallner, Suchtspezialist Reinhard Haller und Albert Lingg, Chefarzt des Landesnervenkrankenhauses Rankweil, am Donnerstag in Bregenz präsentierten.

Wallner betonte die Bedeutung der Präventionsarbeit, etwa in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, in der Betreuung von Suchtkranken und die Sensibilisierung der Bevölkerung. Es lasse sich jedoch nicht sagen, ob der erfreuliche Rückgang ein statistischer Ausreißer sei oder eine Entwicklung kennzeichne, mahnte Wallner zu einer vorsichtigen Interpretation.

Solche „Sprünge“ in der Statistik seien immer wieder feststellbar, erklärte Lingg. Es sei daher sinnvoller, die Entwicklung längerfristig zu betrachten. Dabei werde erkennbar, dass sich die Suizidzahlen seit den 1980er-Jahren halbiert hätten, die Zahlen des Jahres 2006 waren so niedrig wie seit den 1970er-Jahren nicht mehr. Eine Abgrenzung zwischen Unfall und Selbstmord sei zudem manchmal nicht einfach, so könnten sich etwa auch hinter Berg- und Straßenverkehrsunfällen oder Drogenüberdosen Suizidfälle verbergen.

Primar Haller betonte jedoch, dass die Abnahme der Selbstmorde in Vorarlberg keinesfalls durch ein „Verstecken“ hinter den Drogentoten oder Verkehrstoten erklärbar sei. Positiv beeinflusst habe den Rückgang vermutlich ein günstigeres gesellschaftliches Klima, etwa die Abnahme der Arbeitslosigkeit. Zudem zeigten die vorbeugenden Sozialmaßnahmen offenbar Wirkung, betonte Haller. Er hoffe jedoch, dass die Euthanasiediskussion nicht im Jahr 2007 einen gegenteiligen Trend auslöste.

Die Krankheit mit dem höchsten Suizidrisiko sei nach wie vor die Depression, betonte Lingg. Bei etwa der Hälfte der Suizidopfer war eine psychiatrische Vorbehandlung bekannt, bei den männlichen Opfern galt dies jedoch nur für 41 Prozent. Hier mache sich die bekannte Verdrängungstendenz von Männern bemerkbar, zudem neigten Männern eher zu „Kurzschlüssen“. Für Angehörige von potenziell Betroffenen gelte die Devise „Nicht weghören“, so Lingg. „Suiziddrohungen sollten immer ernst genommen werden“, meinte der Experte. Wichtig sei es, den Betroffenen „an der Hand nehmen“ und Anlaufstellen zu kontaktieren. Häufig fehle es nämlich an der Vermittlung.

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