WWF: Der Kampf hat sich gelohnt

Der WWF ist glücklich, dass die Leidensgeschichte um die seit Jahren geplante Schnellstrasse S18 in Vorarlberg durch wertvolles Riedgebiet nun ein Ende hat.

Der 13 Jahre dauernde Kampf habe sich gelohnt, teilte der WWF am Freitag mit. Laut dem Verfassungsgerichtshof in Wien wurde bei der Planung der Bodensee-Schnellstrasse die Umweltverträglichkeit unzureichend geprüft. Der Trasseeverlauf sei daher gesetzeswidrig, entschied das Gericht.

Der WWF hat sich, gemeinsam mit anderen Umweltorganisationen und betroffenen Gemeinden, Jahre lang gegen dieses Strassenprojekt stark gemacht. Die Opponenten haben jetzt Recht bekommen. Feuchtgebietsschutz hat Priorität

Über die Hälfte der Feuchtgebiete seien in den vergangenen 100 Jahren weltweit zerstört worden. Auch die Schweiz habe in den letzten 150 Jahren über 90 Prozent ihrer Feuchtgebiete trocken gelegt. Was übrig geblieben sei, müsse geschützt werden.

Der Wachtelkönig, ein äusserst selten gewordener Vogel, der im Gebiet der geplanten S18 vorkommt, litt unter dem Verlust der Feuchtgebiete besonders stark. Für den Wachtelkönig gebe es jetzt wieder Hoffnung, schreibt der WWF.

In den 1980er-Jahren war der drosselgrosse Meister im Versteckspiel in der Schweiz praktisch ausgestorben. Vielleicht könne man seinen seltsamen nächtlichen Ruf bald wieder häufiger hören. Der Ruf des Wachtelkönigs klingt, als würde man mit dem Fingernagel über einen Kamm fahren. Nachbesserung

Der europäische Gerichtshof spielte den Ball Österreich zu: Im März kritisierte der europäische Gerichtshof, dass die Natura-2000- Gebiete im vom Strassenprojekt betroffenen Ried nicht im gesamten Umfang ausgewiesen worden seien. Er verfügte, der Naturschutz müsse nachgebessert werden.

Dass nun das Verfassungsgericht in Wien genau wie die Umweltschutzorganisationen den Schutz des wichtigsten und schönsten Naherholungsbiets im unteren Rheintal als unbedingt notwendig erachte, sei für den WWF ein Grund zur Freude, heisst es. Die Ortsgemeinde Au war ans Verfassungsgericht gelangt.

Jetzt seien vernünftige, nachhaltige Alternativen gefragt, heisst es. Aus machtpolitischen Gründen sei auf Schweizer und Voralberger Seite jahrelang an dem umstrittenen Projekt aus der verkehrspolitischen Steinzeit festgehalten worden, schreibt der WWF.

Auch das Baudepartement des Kantons St.©Gallen habe unbeirrt an dieser Verbindungsstrasse festgehalten und berechtigte Zweifel am eigentlichen Nutzen vom Tisch gewischt. Auf diese Weise seien dringend notwendige verkehrspolitische Diskussionen um eine nachhaltige Zukunftsentwicklung im Rheintal unnötig blockiert worden.

Der WWF fordert nun die Verantwortlichen auf, neue Varianten wie beispielsweise ein dichteres Busnetz und den Ausbau der Bahnlinie Bregenz-St. Margrethen zu prüfen. Dabei sollen von Anfang an betroffene Gemeinden und Umweltorganisationen miteinbezogen werden, damit nicht noch einmal wertvolle Zeit vergeudet werde.

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