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"Wusste, sie schnappen mich"

Schwarzach - Ende September wurde die Bregenzer "Neptun"-Bar in der Innenstadt überfallen. Der Täter konnte flüchten. Zwei Wochen später wurde das Dornbirner Caf- "Profil" vom selben Mann heimgesucht.     | | Neptun-Bar 

Nach Veröffentlichung des Fotos erkannte ein Passant in Bludenz den Verdächtigen, dieser gestand bislang beide Taten.

Der 32-jährige Dornbirner Helmut W. war Freigänger und in Vorbereitung auf seine baldige Entlassung zu Besuch bei seiner Mutter in Vorarlberg. In U-Haft erzählt er nun, warum er sich nach achteinhalb Jahren Gefängnis zu Straftaten hinreißen ließ, die ihm jetzt einen Strafrahmen von zwanzig Jahren bescheren.

Zweimal hatte der Dornbirner bereits Hafturlaub und kehrte pünktlich in das Männergefängnis Garsten in Oberösterreich zurück. Beim dritten Ausgang setzte die Vernunft des Mannes, der während seiner Haft im Gefängnis eine Schlosserlehre absolviert hatte, aus. Bereits auf der Zugfahrt nach Vorarlberg betrank sich der Mann. „Es war mir alles wurscht. Ich wusste nur eins: Ich kann nicht mehr zurück in dieses Gefängnis“, erzählt er seinem Verteidiger, Surena Ettefagh. Am 15. Mai wäre der Häftling frei gewesen, doch er beschließt, nicht mehr in den Osten zurückzukehren.

Alkoholiker

„Ich wusste, dass man mich schnappen wird, so oder so“, sagt Helmut W. Er hat bereits mehrere Alkoholentzüge hinter sich. Das neuerliche Trinken ließ ihn alle Hemmungen verlieren. In dummdreister Vorgangsweise überfällt er unmaskiert Ende September die Neptun-Bar in Bregenz. Zuvor sitzt er längere Zeit im Lokal. Jeder wird ihn später identifizieren können.

SMS an Freundin

Als der Räuber das Personal einsperrt und flüchtet, belässt er dem Barinhaber sein Handy, damit dieser jemanden anrufen kann, der ihn befreit. Seiner Freundin in Steyr schickt Helmut W. ein SMS: „Kann mich leider nicht melden, aber ich liebe Dich, Heli.“ Unterschlupf findet der Flüchtige während seines Versteckspiels bei seiner Vorarlberger Ex-Freundin, die angeblich nichts von seinen Überfällen wusste. Der Aufwand, mit dem nach ihm gesucht wird, verwundert den Dornbirner. In den Medien verfolgt er jedes Detail der Fahndung.

Obwohl die Frage der Alkoholisierung beim Schwurgerichtsprozess eine Rolle spielen wird, sagt der U-Häftling jetzt bereits: „Ich wusste genau, was ich tat.“ Ihm ist auch bewusst, dass bei mehr als zehn Vorstrafen ein Strafrahmen von 20 Jahren droht. „Kaum jemand weiß so gut über Strafen Bescheid wie Häftlinge“, sagt Ettefagh. „Dennoch werden wir versuchen, die Geschworenen zu überzeugen, dass Gefängniskoller der Grund für diese unverständlichen Taten war“, so der Anwalt abschließend.

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